Traditionsverein vor Neuanfang

Schalke 04: Dimitrios Grammozis soll es richten - Pikante Klausel im Vertrag

  • vonMarius Epp
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Stunde null bei Schalke 04: Wie geht es nach dem radikalen Schnitt weiter? Unter anderem muss schon wieder ein neuer Trainer her - der nun in Dimitrios Grammozis gefunden ist.

Update vom 3. März, 08.18 Uhr: Jetzt ist alles klar! Dimitrios Grammozis wird neuer Schalke-Trainer. Und er soll auch das Projekt Wiederaufstieg leiten, falls S04 tatsächlich den Gang in die 2. Liga antreten muss - dank einer Klausel ist sein Vertrag auch für das Fußball-Unterhaus gültig.

Die Schalker bestätigten die Verpflichtung des früheren Trainers von Darmstadt 98 bis 2022 am Dienstagabend. „Wir sind überzeugt davon, dass wir den richtigen Trainer für das letzte Drittel der Saison gefunden haben“, sagte der neue Sport-Verantwortliche Peter Knäbel. „Wir alle wissen um die sportliche Situation, aber völlig unabhängig davon stehen noch elf Bundesliga-Spiele aus - und die wollen wir so erfolgreich wie möglich absolvieren.“ Grammozis sprach von „riesiger Lust auf diese Aufgabe“.

Schalke 04: Wer wird Gross-Nachfolger? Mega-Kandidaten auf der Liste

Erstmeldung vom 1. März, 12.12 Uhr: Gelsenkirchen - Es war die absolute Notbremse: Schalke 04* feuerte Trainer Christian Gross*, Sportdirektor Jochen Schneider, Teammanager Sascha Riether und Athletik-Trainer Werner Leuthard. Die beispiellose sportliche Talfahrt soll nun mit einem Neuanfang beendet werden.

Doch die Frage ist: Wer tut sich diese Aufgabe an? Allein in dieser Saison versuchten drei Trainer (Interimscoach Huub Stevens nicht mitgezählt), den Karren aus dem Dreck zu ziehen - alle sind krachend gescheitert. Wir haben eine Liste mit möglichen Kandidaten erstellt - einer davon hat sich selbst schon angeboten, ein anderer ist laut Bild schon kurz vor der Unterschrift: Dimitrios Grammozis!

Steffen Baumgart (SC Paderborn)

Der 49-Jährige würde mit seiner authentischen und direkten Art wohl gut zu den Knappen passen. Nach der Saison wäre er ohne Vertrag - sein Kontrakt mit dem SC Paderborn läuft aus. Er könnte also in der neuen Saison in der zweiten oder ersten Liga übernehmen, je nachdem, ob Schalke noch die Auferstehung gelingt. In Paderborn zeigt er, dass er aus wenig viel machen kann.

Peter Neururer (ohne Verein)

Das Trainer-Urgestein stand schon 69 Spiele an der Schalker Seitenlinie - das ist allerdings schon über 20 Jahre her. Sein letzter Trainerjob beim VfL Bochum liegt sechs Jahre zurück. Neururer wäre Feuer und Flamme: „Ich habe 1000 Mal gesagt, dass ich helfe, wenn Schalke mich braucht. Das ist für mich gar keine Frage.“ Es gebe sogar bereits Signale, aber „es müssen Signale von den richtigen Leuten sein.“ Auch wenn er bei einigen Fans wohl gut ankommen würde - eine Verpflichtung ist ziemlich unwahrscheinlich.

Wenn ein Anruf aus Gelsenkirchen kommt, würde Peter Neururer wohl nicht lange zögern.

Dimitrios Grammozis (ohne Verein)

Zwischen ihm und Manuel Baum fiel die Entscheidung nach der Entlassung von David Wagner. Am Ende wurde es Baum, nun könnte der 42-Jährige wieder ins Gespräch kommen. Nach Informationen des Kicker wird der Name auf Schalke bereits diskutiert. Grammozis hat allerdings noch keinen großen Erfahrungsschatz, letzte Saison trainierte er ein Jahr den Zweitligisten SV Darmstadt.

Laut Informationen der Bild deutete sich am Dienstag nun an, dass Grammozis die Knappen sofort übernehmen wird. Er soll angeblich die restlichen elf Spiele an der Seitenlinie stehen und dann das Projekt Wiederaufstieg angehen. Aufsichtsratchef Dr. Jens Buchta erklärte noch am Montag: „Wir müssen bei jeder noch zu treffenden Personalentscheidung über die Saison hinaus denken.“ Unterschreibt Grammozis noch heute?

Uwe Neuhaus (ohne Verein)

Seit Montag ist der Aufstiegsheld nicht mehr Trainer bei Arminia Bielefeld. Nach vier Niederlagen in fünf Rückrunden-Spielen musste Neuhaus seinen Posten räumen. Die Entlassung stößt nicht überall auf Verständnis - schließlich hat Bielefeld noch alle Chancen auf den Klassenerhalt. Nach zwei Jahren auf der Alm wäre der 61-Jährige frei - schlägt Schalke zu?

Uwe Neuhaus wurde in Bielefeld entlassen.

Domenico Tedesco (Spartak Moskau)

Der 35-Jährige war der letzte erfolgreiche Trainer von Schalke 04. 2017/18 führte er das Team überraschend zur Vizemeisterschaft, um dann nach einem katastrophalen Saisonstart gefeuert zu werden. Tedescos Vertrag bei Spartak Moskau läuft im Sommer aus - er könnte also zur neuen Saison übernehmen.

Ralf Rangnick (ohne Verein)

Trotz seiner erfolgreichen Zeit bei Schalke von 2011 bis 2015 genießt er bei vielen Anhängern keinen guten Ruf. Schuld daran ist unter anderem sein Engagement bei RB Leipzig*. Rein sportlich wäre Rangnick noch am ehesten Erfolg zuzutrauen. Eine Rückkehr ist trotzdem unwahrscheinlich, weil der Schwabe schlicht bessere Angebote als das von Schalke bekommen wird. (epp) *tz.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Sven Simon/imago-images

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