DFB-Sportgericht milde gestimmt

Gnade für HSV-Innenverteidiger Toni Leistner: Sperre reduziert

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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    Yannick Hanke
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Der Einspruch von HSV-Innenverteidiger Toni Leistner vor dem DFB-Sportgericht hat sich gelohnt. Das Gremium reduziert seine Sperre und die Geldstrafe geringfügig. Beim Pokalaus in Dresden hatte der Profi vom Hamburger SV seine Nerven nicht im Griff und ging auf einen Fan los. Dafür hagelt es ursprünglich eine Sperre für fünf Spiele.

Update vom Freitag, 25. September 2020, 9:16 Uhr: Hamburg HSV-Innenverteidiger Toni Leistner kann sich über eine geringfügig mildere Strafe freuen, wie der Hamburger SV am Donnerstag, 24. September 2020, vermeldete. Der HSV-Profi hatte beim Pokalspiel in Dresden einen Fan, der ihn übel beleidigt hatte, attackiert und zu Boden geschubst. Gegen die Sperre von fünf Spielen (zwei davon auf Bewährung) ist der 30-Jährige vorgegangen.

FußballspielerToni Leistner
Geboren19. August 1990 (Alter 30 Jahre), Dresden
Größe1,9 m
Gewicht87 kg
Aktuelles TeamHamburger SV (#37/Abwehrspieler)
Beitrittsdaten2018 (Queens Park Rangers), 2014 (1. FC Union Berlin), 2010 (Dynamo Dresden)

HSV-Innenverteidiger Toni Leistner: DFB-Sportgericht reduziert Sperre – gegen Erzgebirge Aue wieder spielberechtigt

In der Juristensprache des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) heißt sein Vergehen: „Tätlichkeit gegen einen Zuschauer nach vorangegangener sportwidriger Handlung sowie Verstoß gegen das DFB/DFL-Hygienekonzept.“ Der Verstoß gegen das Hygienekonzept bezieht sich darauf, dass er für seinen Schubser gegen den Fan den Mindestabstand nicht eingehalten hat. Im Spitzenspiel gegen SC Paderborn 07 wird er deswegen fehlen*.

HSV-Innenverteidiger Toni Leistner darf schon am dritten Spieltag gegen Erzgebirge Aue wieder mitwirken. Das DFB-Sportgericht hat seine Strafe geringfügig abgemildert.

Ursprünglich erhielt HSV-Innenverteidiger Toni Leistner für sein Vergehen eine Sperre für fünf Spiele. Zwei davon wären auf Bewährung ausgesetzt gewesen. Nach einer mündlichen Anhörung hat das DFB-Sportgericht die Sperre jetzt reduziert. Zwei Spiele in der Liga und zwei im DFB-Pokal muss der 30-Jährige dennoch absitzen. Außerdem wird eine Geldstrafe von 6.000 Euro fällig. Zuvor waren es noch 8.000 Euro.

Hamburger SV: HSV-Profi Toni Leistner für zwei Spiele in der Liga und zwei im DFB-Pokal gesperrt

In der 2. Fußball-Bundesliga ist HSV-Innenverteidiger Toni Leistner damit schon am dritten Spieltag wieder spielberechtigt. Dann tritt der Hamburger SV am Sonntag, 4. Oktober 2020, im Volksparkstadion in Hamburg gegen Erzgebirge Aue an. Anpfiff ist um 13:30 Uhr. Im DFB-Pokal, aus dem der Hamburger SV in der ersten Runde ausgeschieden ist, dürfte Toni Leistner frühestens im Achtelfinale der Saison 2021/22 wieder mitwirken. Vorausgesetzt, die Rothosen überstehen die ersten beiden Runden.

Hamburger SV: VIP-Anwalt soll HSV-Brutalinski Leistner freiboxen – Angriff auf Dresden-Fan sei „Notwehr“ gewesen

Update vom Sonntag, 20. September 2020, 17:00 Uhr: Hamburg – Für seinen Ausraster beim Pokalspiel in Dresden bekam HSV-Verteidiger Toni Leistner eine Sperre von fünf Spielen aufgebrummt. Zwei davon zur Bewährung. Mit Sportanwalt Christoph Schickhardt will der Spieler gegen das Urteil vorgehen. Der Anwalt vertritt viele prominente Sportler. Auch Bundestrainer Joachim Löw zählt zu seinen Klienten, berichtet die Bild am Sonntag (BamS).

HSV-Verteidiger Toni Leistner: Angriff auf Fan aus Notwehr – Sportanwalt legt Einspruch gegen Sperre ein

Doch worauf soll dieser Einspruch basieren? Notwehr. Glaubt zumindest Christoph Schickhardt, der dazu gegenüber der BamS sagt: „Wenn man die emotionale Gesamtsituation berücksichtigt, habe ich zumindest Verständnis.“ Das fehlt DFB-Richter Hans Lorenz, der darauf hinweist, dass der Deutsche Fußball-Bund bereits mildernde Umstände anerkannt hätte. Die Beleidigungen gegen Toni Leistner beispielsweise und die hochemotionale Situation nach dem Ausscheiden aus dem DFB-Pokal. Dennoch gibt Lorenz zu bedenken: „Der Übergriff eines Spielers auf einen Zuschauer ist ein gravierender Vorfall. So etwas kann nicht mit einem Freispruch enden.“ In der Abwehr hat HSV-Cheftrainer Daniel Thioune momentan aber ohnehin ein Luxusproblem*.

HSV-Verteidiger Toni Leistner will Einspruch einlegen. Sein Anwalt glaubt, der Angriff auf den Fan könnte Notwehr gewesen sein. (24hamburg.de-Montage)

HSV-Spieler drückt Dresdner Fan zu Boden – Anhänger schämen sich für diesen Hamburger SV

Erstmeldung vom Dienstag, 15. September 2020, 10:14 Uhr: Dresden – Der Hamburger SV hat sich am Montagabend, 14. September 2020, mehr als blamiert. In der 1. Runde des DFB-Pokals sah der HSV keinen Stich gegen Drittligist Dynamo Dresden und musste sich am Ende mit 1:4 geschlagen geben. Als wäre diese Schmach nicht genug, sorgte der Hamburger* Verteidiger Toni Leistner (30) für einen handfesten Skandal – er drückte einen Dresden-Fan zu Boden. Weil er soch auch gegen die Coronavirus-Hygienemaßnahmen verstoßen hat, fehlt er dem Hamburger SV beim Ligaauftakt im Volksparkstadion gegen Fortuna Düsseldorf*.

Fußballverein:Hamburger SV
Trainer:Daniel Thioune
Gründung:29. September 1887, Hamburg
Farben:Blau-Weiß-Schwarz
Kapazität:57.000
Ligen:DFB-Pokal, 2. Fußball-Bundesliga

Hamburger SV kassiert 1:4-Pleite gegen Dynamo Dresden – HSV-Verteidiger Toni Leistner rastet aus

Eigentlich wollte sich der Hamburger SV mit einem couragierten Auftritt gegen Dynamo Dresden Selbstvertrauen für kommende Aufgaben holen*. Am Ende kam alles jedoch ganz anders. Der HSV muss bereits in der ersten Runde im DFB-Pokal den großen Traum vom Finale in Berlin begraben. Denn gegen den Ostverein aus der dritten Liga setzte es eine deftige 1:4-Niederlage, wie 24hamburg.de/HSV schreibt.

HSV-Verteidiger Timo Leistner schreitet zur Tat: Nach der Niederlage vom Hamburger SV gegen Dynamo Dresden am Montag, 14. September 2020, soll der Defensivmann von Dynamo-Fans beleidigt worden sein. Einen dieser Anhänger schubst Leistner auf den Boden. (Screenshot)

Nicht zuletzt das Ergebnis lässt darauf schließen, dass die Rothosen defensiv immer wieder überfordert waren. Sehr zum Leidwesen von HSV-Trainer Daniel Thioune*, der in Dresden sein Pflichtspieldebüt als Coach der Hanseaten erlebte. Ihm wurde aufgezeigt, dass die Hamburger noch an vielen Stellschrauben drehen müssen und der Aufstieg in die 1. Fußball-Bundesliga mit Sicherheit kein Selbstläufer wird. Immerhin verstärkt Neuzugang Moritz Heyer jetzt die HSV-Abwehr*.

Ebenso geht es für den ehemaligen Übungsleiter vom VfL Osnabrück darum, seine Mannschaft an die Grundtugenden zu erinnern, die zwingend notwendig sind, um Spiele erfolgreich zu bestreiten. Dazu gehört auch ein gewisses Maß an Disziplin, Ausraster jeglicher Art sind streng verboten und natürlich auch schädlich für das Image. Das sollte eigentlich auch Toni Leistner wissen, der am Montag, 14. September 2020, für den negativen Höhepunkt eines gebrauchten Abends aus HSV-Sicht sorgte.

Hamburger SV: Defensivmann Toni Leistner reagiert auf Pöbeleien – „meine Familie lasse ich nicht beleidigen“

Was war geschehen? Der erfahrene Defensivspieler, der im Sommer 2020 ablösefrei zum Hamburger SV gewechselt ist, stand nach Abpfiff der Pokalpartie schon zum Interview mit Bezahlsender „Sky“ bereit. Noch bevor sich Innenverteidiger Toni Leistner den Fragen der Reporter stellen konnte, kam es allem Anschein nach zu aggressiven Beleidigungen aus dem Dresdner Fanblock. Zu viel für den 30-Jährigen, dem in diesem Moment die sprichwörtliche Sicherung durchbrannte.

Der gebürtige Dresdner sprang in besagten Block, griff einen Zuschauer am Kragen und stieß ihn zu Boden. Das wird durch ein Handy-Video deutlich. Andere Fans und Ordner mussten deeskalierend auf die beiden einwirken. Danach betrat Leistner wieder das Spielfeld und stellte sich doch noch zum „Sky“-Interview. „Meine Familie lasse ich nicht beleidigen“, stellte der HSV-Spieler wütend klar.

Jedoch versuchte der 30-Jährige auch, auf das Sportliche einzugehen. „Wir haben die erste Viertelstunde grobe Schnitzer gemacht. Wir haben nicht das auf den Platz bekommen, was wir machen wollten“, zeigte sich Leistner selbstkritisch. Zumindest so lange, bis erneut Rufe von der Tribüne aufkamen. Dann brach der HSV-Mann das Interview komplett ab. Pikant: Von 2010 bis 2014 schnürte der Verteidiger seine Schuhe für den traditionsreichen Ostverein.

Hamburger SV: Dynamo Dresden nimmt Toni Leistner in Schutz, HSV-Übeltäter entschuldigt sich

Warum genau es nach dem Spiel derart eskalierte und Leistner offenbar diffamiert wurde, ist nicht klar. Eine HSV-Stellungnahme steht noch aus, Dynamo Dresden hat sich hierzu bereits via Twitter geäußert. So heißt es im Tweet des Ostvereins: „Gerade in der Stunde des Erfolgs sollte man Demut und Dankbarkeit zeigen. Wir alle lieben den Fußball, weil er große Emotionen freisetzen kann. Und ja, Menschen machen Fehler. Toni Leistner ist ein Dresdner Junge, der sein Herz am rechten Fleck hat. Weiter geht's, Toni“.

Auch Toni Leistner selbst hat sich zu Wort gemeldet. Per Instagram-Story teilt der HSV-Verteidiger seinen Fans unter anderem Folgendes mit: „So etwas darf mir dennoch niemals passieren. Ich bin Familienvater, der als Vorbild dienen möchte. Ich entschuldige mich in aller Form für mein Verhalten und kann nur versprechen, dass mir - egal was mir an Beleidigungen an den Kopf geworfen wird - so etwas nie wieder passieren wird“. Worte, die bei ähnlichen Vergehen direkt auf die Goldwaage gelegt werden. Wie Gold muss sich für den HSV auch der Geldregen durch die Stadt Hamburg angefühlt haben*, berichtet 24hamburg.de/hsv. * 24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

Rubriklistenbild: © Robert Michael/dpa

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