Thorsten Jung kommentiert die Unruhen bei Hanau 93.

Hanau

Kommentar von Thorsten Jung zu Hanau 93: Waffenruhe auf Zeit

Hanau. Als Gruppenliga-Spitzenreiter ist Hanau 93 in die Winterpause gegangen. Heile Welt an der Kastanienallee? Nein! Der Schein trügt. Kaum hatte das neue Jahr begonnen, platzte die Bombe.

Die komplette Mannschaft drohte, den Verein zu verlassen, kämpfte so um den Verbleib den entlassenen Sportlichen Leiters Giovanni Fallacara. Mit Erfolg. Die Vorsitzenden des Traditionsvereins ruderten zurück, hielten der Erpressung der Mannschaft nicht stand. Fallacara bleibt im Amt. Eine schallende Ohrfeige für den Vorsitzenden Jens Gram.Die Aussagen der Verantwortlichen deuten einen Waffenstillstand auf Zeit an. Bis März. Bis zur satzungsgemäßen Mitgliederversammlung mit Neuwahlen des Vorstands. Wer regiert dann an der Kastanienallee? Stellt sich Fallacara, der gestärkt aus den Grabenkämpfen hervorgeht, zur Wahl?Will Gram, der eine schwierige Entscheidung im Sinne des Vereins und wohl gegen seine eigene Überzeugung traf, weitermachen? Kommt ein Neuer? Antonio Abbruzzese vielleicht? Er wird in der Pressemitteilung des Clubs als Berater des Vorstandes tituliert.Der Ex-Trainer selbst will sich bis März nur zum Thema Sportplatzumbau einmischen. Und was wird aus Thorsten Gallus? Anfang Dezember zum Finanzvorstand und Geschäftsführer Sport berufen, soll er sich bis März nur um das Geld kümmern. Im sportlichen Bereich hat bis dahin alleine Fallacara das Sagen.Die Machtspiele bei Hanau 93 werden weiter gehen. Die Mannschaft hat sich mit ihrer Revolte klar positioniert. Doch was wollen die Mitglieder? Wem können sie vertrauen?Die Vereinsführung hofft nach dem Treffen vom Montagabend auf ruhigeres Fahrwasser, will aus den Negativ-Schlagzeilen herauskommen. Hanau 93 spielt auf Zeit. Das wird keinen Erfolg haben. Denn die Gräben innerhalb des Clubs sind tief. Zu tief! Verein und Mannschaft haben in den vergangenen Tagen verloren und damit die tolle Hinserie und die Wintermeisterschaft vergessen gemacht.Bis März ist noch lange hin. Diese Zeit müssen alle Beteiligten nutzen. Es geht um die Zukunft des ältesten Fußballvereins in Hessen.

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