Kapitän macht Ansage

HSV: Leibold in Rage – haben Einstellung vermissen lassen

  • Jan Knötzsch
    vonJan Knötzsch
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Peinlich-Pleite des Hamburger SV in Würzburg hat Folgen. Der Haussegen bei der Mannschaft von Trainer Daniel Thioune hängt schief. Tim Leibold spricht Klartext.

  • HSV-Trainer Daniel Thioune* erklärt die Würzburg-Niederlage sachlich.
  • Tim Leibold* spricht die Fehler des Hamburger SV* dagegen knallhart offen an.
  • Kapitän des Tabellenführers freut sich aufs Stadtderby gegen St. Pauli

Hamburg – Wenn man glaubt, schlimmer geht‘s nicht mehr, kommt von irgendwo der HSV daher – so oder ähnlich könnte man das zusammenfassen, was der Hamburger SV sich da am 22. Spieltag in der Partie gegen die Würzburger Kickers geleistet hat. Die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune war in ihrer Rolle als Tabellenführer als klarer Favorit zum Schlusslicht der Zweiten Liga gereist – und versagte dann komplett. Mit Folgen: Nach der Peinlich-Pleite der Rothosen haut Tim Leibold verbal ordentlich auf den Tisch. Der Kapitän redet Klartext.

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion
Kapazität:57.000 Plätze
Ligazugehörigkeit:2. Bundesliga
Trainer:Daniel Thioune

HSV: Kapitän Tim Leibold ergreift nach Peinlich-Pleite in Würzburg das Wort

„Wir haben die Einstellung vermissen lassen – von der ersten Minute an“, feuerte der 27-Jährige der Mannschaft aus dem Volksparkstadion* seinen Kollegen um die Ohren. Mit das Schlimmste, was man hoch bezahlten Profis nach einem Spiel in der Zweiten Bundesliga vorwerfen kann. Aber es trifft den berühmten sprichwörtlichen Nagel auf den Kopf. Das, was der HSV in der Flyeralarm-Arena anbot, hatte nicht viel mit Alarm zu tun. Zumindest nicht im gegnerischen Strafraum. Oder wenn, dann nur mit dem Alarm, der jetzt beim HSV herrscht.

Er kann‘s einfach nicht fassen: HSV-Kapitän Tim Leibold schaut nach der Niederlage gegen Würzburg wütend aufs Resultat. (24hamburg.de-Montage)

Stichwort gegnerischer Strafraum: Die Schützlinge von Coach Daniel Thioune gaben in der ersten Halbzeit gerade einmal zwei Torschüsse ab – de facto viel zu wenig für einen Spitzenreiter, der den Atem der Konkurrenz mehr im Nacken spürt, als es ihm lieb ist. Aber die Thioune-Truppe ist offensichtlich immer für eine Überraschung gut. Wenn auch im negativen Sinne. Denn: Fünf Mal hatte der HSV bislang in seiner Zweitliga-Historie gegen einen Tabellenletzten gespielt. Eine Niederlage gab es dabei nie.

HSV-Trainer Daniel Thioune bleibt in Analyse human – sein Kapitän spricht Fehler an

Bis zum Würzburg-Spiel, das die Fans des HSV ausrasten lässt. „Wir haben über weite Strecken nicht zu unserem Spiel gefunden und völlig verdient verloren. Die Niederlage war überflüssig und tut weh“, erklärte Trainer Daniel Thioune nach der Begegnung sachlich und mühte sich, seine These zu verbreiten, die Mannschaft habe den Gegner keinesfalls „auf die leichte Schulter“ genommen. Seine Elf habe einfach „über weite Strecken die PS nicht so auf den Platz bekommen“, so der 46-Jährige.

Mit umso mehr PS hingegen war Tim Leibold in der Analyse nach dem Schlusspfiff des Spiels unterwegs. Während sein Coach konstatierte, dass „es weder eine Frage der Formation noch der Ordnung war“, sondern seine Equipe es „einfach nicht gut gemacht habe“, redete sich der Klartext-Kapitän den Frust gehörig von der Seele. „Wir waren viel zu löchrig und haben Würzburg zu Torchancen eingeladen. Im Endeffekt war es viel zu wenig von uns, einfach ein schlechter Auftritt“, sagte Leibold zur Defensivleistung des HSV.

HSV-Kapitän Leibold schaut optimistisch aufs Derby gegen den FC St. Pauli

Und die Offensive? „In den letzten 20 Minuten haben wir nochmal alles reingeworfen. Vielleicht hätten wir aber auch etwas früher die Brechstange auspacken, die spielerische Linie verlassen und mehr lange Bälle reinschicken sollen“, so Leibold. Nanu, klingt da etwa Kritik an den Vorgaben des Trainers an der Seitenlinie durch? Dass sich etwas ändern muss, ist für Tim Leibold jedenfalls klar.

„Das wird wieder ein ganz anderes Spiel – und wir freuen uns darauf“

HSV-Kapitän Tim Leibold mit Blick auf das Derby gegen den FC St. Pauli

„Wir müssen die Fehler, die wir gemacht haben, jetzt gut analysieren und zusehen, dass wir es in den nächsten Spielen wieder besser machen“, sagt der 27-Jährige. Apropos nächstes Spiel – das ist für den HSV ausgerechnet das Derby gegen den FC St. Pauli. Ein Spiel wie gemalt, um ein weiteres Mal zu stolpern? So weit will Tim Leibold nicht denken: „Das wird wieder ein ganz anderes Spiel. Und wir freuen uns darauf“, so der Kapitän.  *24hamburg.de ist Teil des Ippen-Digital-Netzwerks.

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