Aufstiegsk(r)ampf

HSV-Krise: Torwart Ulreich rastet aus

  • Jan Knötzsch
    vonJan Knötzsch
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Der Aufstieg rückt für den HSV weiter in die Ferne. Jetzt spricht Hamburgs Keeper Sven Ulreich Klartext. Doch aufgepasst: Schwächt er Trainer Daniel Thioune?

Hamburg – Die Stimmung beim Hamburger SV* ist im Keller. Oder um es noch drastischer zu formulieren: Sie ist im A****. Das 1:1-Unentschieden des HSV am Donnerstag, 29. April 2021, hat eindrucksvoll bewiesen: So wird das nichts mit dem HSV-Aufstieg aus der Zweiten Bundesliga in die Erste Bundesliga.

Die Konkurrenz punktet, der HSV patzt. Weil Trainer Daniel Thioune* das Team nicht mehr im Griff hat? Die Nerven liegen blank. Torwart Sven Ulreich* hat die Schnauze voll, rechnet nach dem Spiel mit seinen Kollegen ab. Und greift versteckt den Trainer an. Fordert er dessen Abschuss?

Fußballverein:Hamburger SV
Gegründet:29. September 1887
Stadion:Volksparkstadion (Kapazität: 57.000 Plätze)
Ligazugehörigkeit:Zweite Bundesliga
Trainer:Daniel Thioune

HSV-Krise: Sven Ulreich explodiert – Torhüter von Trainer Daniel Thioune attackiert Teamkollegen

Dabei legt der Keeper, der im Sommer des vergangenen Jahres vom FC Bayern München ins Volksparkstadion kam, zu Beginn seiner Kritik noch sachlich los. „Wir mussten gewinnen nach den letzten Wochen. Es war sehr enttäuschend, dass wir die drei Punkte nicht im Volkspark gehalten haben“, erklärt der 32-Jährige. Das ist Fakt. Doch dann haut der Torwart drauf: „Natürlich muss man sich Sorgen um den Aufstieg machen. Wir haben noch drei Spiele zu gehen und fünf Punkte Rückstand.“ Stimmt. Ebenfalls Fakt. Aber: Die HSV-Krise ist nicht wegzudiskutieren.

HSV-Torhüter Sven Ulreich (links) lässt seinem Frust freien Lauf und macht dabei auch vor HSV-Trainer Daniel Thioune keinen Halt. (24hamburg.de-Montage)

Es folgt: die verbale Ohrfeige für die Teamkollegen aus dem HSV-Kader*. „Wir müssen jetzt nicht über den Aufstieg reden. Wir müssen unsere Spiele gewinnen und dann können wir aufsteigen. Wenn man das nicht tut, braucht man auch nicht über den Aufstieg zu reden“, so der von den Erfolgen beim FC Bayern verwöhnte Schlussmann, der in seiner ersten Saison in der Hansestadt Hamburg noch einen drauf setzt: „Ich glaube, dass bei dem einen oder anderen die letzten beiden Jahre noch drin sind.“ Da verzockte der HSV den Aufstieg, wurde jeweils Vierter.

Krise beim Hamburger SV: Sven Ulreich wird zum Verbal-Vulkan – Torwart stellt Trainer Daniel Thioune in Frage

Worte, die sitzen. Der „Goalie“ zweifelt also daran, dass seine Mitspieler dem Druck standhalten. Oder das nötige Zeug zum Aufstieg haben. Ausgerechnet Ulreich, der in der laufenden Saison selbst durch so manche Panne auffiel. Doch der Verbal-Vulkan denkt gar nicht daran, runterzufahren. Die Emotionen müssen nach dem Katastrophen-Kick des HSV gegen Karlsruhe einfach raus. Ganz egal, wen es trifft. Notfalls auch den, der die Verantwortung für die Mannschaft trägt: HSV-Trainer Daniel Thioune. Der hat nach zwei Siegen aus den letzten zwölf Spielen allerdings auch wenig Argumente.

Du bist als junger Trainer in einem Umfeld, in dem die Erwartungshaltung hoch ist. Nach der Saison muss man analysieren, die Schlüsse daraus ziehen.

– HSV-Torwart Sven Ulreich nach dem 1:1-Unentschieden gegen Karlsruhe –

„Du bist als junger Trainer in einem Umfeld, in dem die Erwartungshaltung hoch ist. Es ist nicht einfach. Nach der Saison muss man analysieren, die Schlüsse daraus ziehen“, sagt Sven Ulreich über Daniel Thioune. Kein Frontalangriff auf den Coach, wegen dem die HSV-Fans zuletzt bereits ausrasteten. 24hamburg/hsv listete jüngst das Für* und Wider* einer Thioune-Entlassung auf. Fordert Sven Uleich nun genau diese Entlassung? Zwischen den Zeilen kann man herauslesen: Für den Torwart ist auch der Trainer nicht unantastbar. Kein gutes Zeichen für Daniel Thioune. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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