Kein Nordderby

Relegation futsch, Aufstieg ade: HSV blamiert sich gegen SV Sandhausen

  • Christian Domke Seidel
    vonChristian Domke Seidel
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Dem Hamburger SV versagen im Aufstiegsfinale der 2. Fußball-Bundesliga die Nerven. Arminia Bielefeld gibt Schützenhilfe. Doch der SV Sandhausen zerlegt den HSV 1:5 nach allen Regeln der Fußball-Kunst.

  • Hamburger SV* vergeigt zum zweiten Mal in Folge den Aufstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga.
  • Arminia Bielefeld gibt Schützenhilfe, doch in Hamburg* blamiert sich der HSV gegen den SV Sandhausen.
  • Das Drama im Live-Ticker* nochmal erleben.

Hamburg - Der Hamburger SV verliert zu Hause gegen den SV Sandhausen mit 1:5. Damit verpasst der HSV den Einzug in die Relegation gegen Werder Bremen. Kein Nordderby um den Aufstieg. Stattdessen steht die nächste Saison in der 2. Fußball-Bundesliga an. Arminia Bielefeld gibt den Rothosen Schützenhilfe gegen den 1. FC Heidenheim, doch der Mannschaft von Trainer Dieter Hecking* versagen zu Hause gegen den SV Sandhausen die Nerven. Im Netz gab es dafür entsprechende Dresche*.

FußballvereinHamburger SV
TrainerDieter Hecking
VorsitzenderMarcell Jansen
Gründung29. September 1887, Hamburg
VorstandJonas Boldt (Sport); Frank Wettstein (Finanzen, Recht & Personal)
FarbenBlau-Weiß-Schwarz

HSV verspielt Aufstieg aus 2. Fußball-Bundesliga: Hamburger SV verliert gegen SV Sandhausen - Relegation futsch

Dennis Diekmeier hatte es ankündigt*, vielleicht kam seine Warnung bei Kapitän Aaron Hunt* und seinen Kollegen nicht an. Der SV Sandhausen wollte auch am letzten Spieltag alles geben. Der HSV nicht. Denn dem Team versagten anfangs schlichtweg die Nerven.

Aufstieg vergeigt: der Hamburger SV muss weiter in der 2. Fußball-Bundesliga bleiben.

Das Drama nahm früh seinen Lauf. Schon in der 13. Spielminute führt der SV Sandhausen. Durch ein Eigentor. Unglücksrabe war, mal wieder, Rick van Drongelen*. Der hatte schon bei der Last-Minute-Niederlage gegen den 1. FC Heidenheim* schwer gepatzt. Julius Biada vom SV Sandhausen schlug eine Flanke in den HSV-Strafraum. Rick van Drongelen und Kevin Behrens grätschen beiden gen Ball, es ist der Hamburg-Holländer, der das Leder unhaltbar abfälscht. Für van Drongelen kam es sogar noch schlimmer: in der 36. Spielminute muss er verletzt raus. Bakery Jatta* übernimmt.

Hamburger SV bleibt in der 2. Fußball-Bundesliga: HSV verliert gegen SV Sandhausen - Nordderby geplatzt

Keine zehn Minuten später, die Uhr von Schiedsrichter Frank Willenborg zeigt gerade die 22. Spielminute an, schlägt es schon wieder hinter HSV-Keeper Julian Pollersbeck ein. Wieder ist es Julius Biada, der beim SV Sandhausen Dampf macht. Er schickt Kevin Behrens steil, der im eins-gegen-eins gegen Pollersbeck die Nerven behält. 0:2 für den SV Sandhausen.

Ein Ergebnis, das zu diesem Zeitpunkt gleich doppelt ärgerlich ist. Denn parallel war der 1. FC Heidenheim auf der Bielefelder Alm chancenlos. Die Arminia hatte die bestmögliche Elf auf dem Feld und war in allen Belangen überlegen. Schon zur Halbzeit lag der Tabellenführer verdient mit 2:0 in Front.

Kevin Behrens (2.v.r.) beim Jubel über das 0:2 für den SV Sandhausen.

HSV blamiert sich gegen SV Sandhausen: Hamburger SV verliert 1:5 - keine Relegation gegen Werder Bremen

Doch Coach Dieter Hecking schien in der Kabine die richtigen Worte gefunden zu haben. Vielleicht hatte er seiner Elf auch das Zwischenergebnis aus Bielefeld gezeigt. Sein HSV kam mit frischen Kräften aus der Kabine. Ein Unentschieden würde den Rothosen reichen, um auf den Relegationsrang zu stolpern. Neue Kräfte sollten das garantieren. Stephan Ambrosius kam für Ewerton, Torgarant Sonny Kittel* löste Martin Harnik ab.

Und tatsächlich, der Hamburger SV war engagiert. Ging jetzt früher auf den Ball und wurde belohnt. Aaron Hunt will auf das Tor schießen, wird aber von Sandhausen-Verteidiger Tim Kisters ungestüm angegangen. Elfmeter. Der HSV-Kapitän tritt selbst an und verwandelt knallhart. Parallel hatte auch Arminia Bielefeld noch einmal getroffen und auf 3:0 erhöht. Ein Comeback des 1. FC Heidenheim? Ausgeschlossen.

HSV verspielt Aufstieg aus der 2. Fußball-Bundesliga: Kein Nordderby gegen Werder Bremen - 1. FC Heidenheim in Relegation

Doch das Hoch war nur von kurzer Dauer. Sandhausen-Trainer Uwe Koschinat wechselte gleich dreimal und brachte den HSV damit etwas aus dem Konzept. Die Rothosen liefen kopflos an und konnten nichts Zählbares rausholen. Und es kam noch schlimmer. In der 84. Minute fällt Josha Vagnoman im eigenen Strafraum den eingewechselten Philip Türpitz. Elfemter! Kevin Behrens trifft an, 1:3 für den SV Sandhausen.

Damit war das Spiel entschieden, der HSV hatte aufgegeben und der SV Sandhausen noch Spaß am Spiel. Fünf Minuten später darf der SVS wieder jubeln. Mario Engels versenkt eine Flanke von Denis Linsmayer trocken zum 1:3. Eine der höchsten Heimniederlagen der HSV-Geschichte wird ausgerechnet von Dennis Diekmeier perfekt gemacht, der mit seinem zweiten Profitor das 1:5 erzielt.

Wer ist Schuld am HSV-Debakel? Kein Aufstieg, keine Relegation, kein Nordderby

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Werder Bremen hat sich spektakulär noch auf den Relegationsrang gerettet. Mit einem 6:1 gegen den 1. FC Köln schoss sich die Elf von der Weser den Frust von der Seele und schaffte das Fußballwunder. Der HSV konnte aus der Relegation kein Nordderby machen. Wer die Spiele um den Aufstieg des 1. FC Heidenheim aus der 2. Fußball-Bundesliga verfolgen möchte, der findet hier alle Informationen rund um die Relegation.

Werder Bremen wird am Donnerstag, 2. Juli 2020, um 20:30 Uhr Heimrecht gegen den 1. FC Heidenheim haben. Das Rückspiel findet am Montag, 6. Juli 2020, ebenfalls um 20:30 Uhr statt. Live gibt es die Spiele auf DAZN und Amazon Prime Video. Im Free TV sind die Matches nicht zu sehen. *24hamburg.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerkes.

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