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Eintracht Frankfurt: SGE-Fan in Marseille schwer verletzt - Reschke: Ausmaß an Aggressivität „nicht für möglich gehalten“

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Von: Christoph Sahler, Florian Dörr

Fans von Eintracht Frankfurt und Olympique Marseille beschießen sich im Stadion mit Feuerwerkskörpern. Für die SGE könnten die Auseinandersetzungen Folgen haben.

Update vom Mittwoch, 14. September, 6.24 Uhr: Bei den Auseinandersetzungen im Stadion zwischen Fans von Eintracht Frankfurt und Olympique Marseille wurde ein SGE-Fan schwer verletzt. Er soll sich jedoch außer Lebensgefahr befinden, wie Eintracht-Vorstand Philipp Reschke berichtet: „Wir wissen nicht, warum er relativ ernsthaft verletzt ist. Aber er ist stabil und außer Lebensgefahr. Weitere Infos können wir erst nachliefern.“ Vor und während des Spiels waren aus beiden Fanblöcken immer wieder auf die gegnerischen Anhänger Leuchtraketen gefeuert und Böller geworfen worden.

Reschke erhob nach dem 1:0-Sieg im Champions-League-Spiel bei Olympique Marseille schwere Vorwürfe gegen die Fans der Franzosen, sparte aber auch nicht mit Kritik an den Eintracht-Anhängern. „Wir haben solch einen Tag in dieser Form noch nicht erlebt und in dieser Weise auch nicht für möglich gehalten. So richtige Freude mag nicht aufkommen, weil es schon sehr befremdlich ist, welches Ausmaß an Aggressivität und Hass uns da entgegenschlug und natürlich auch auf Reaktionen traf“, sagte Reschke am späten Dienstagabend.

Es habe auf beiden Seiten jede Menge Täter gegeben, wesentlich mehr aber aus den Reihen der Gastgeber. Er schätze da ein Verhältnis von 15:1. „Es war der befürchtete Ausnahmezustand“, sagte Reschke. Er rechnet nun mit Konsequenzen durch die Europäische Fußball-Union für beide Vereine. „Wenn ich eine Bestrafung fürchte, dann eher für ein Auswärtsspiel. Ich kann aber auch nicht ausschließen, dass die Bewährung für das Heimspiel durch die Geschichte betroffen ist“, sagte Reschke.

Eintracht: Krawalle in Marseille - SGE droht Geisterspiel in der Champions League

+++ 21.24 Uhr: Eintracht Frankfurt könnte in der Champions League demnächst in einem Stadion ohne Zuschauer spielen. Vor der Gruppenpartie bei Olympique Marseille lieferten sich Fans beider Vereine am Dienstagabend im Stade Velodrome heftige Pyro-Auseinandersetzungen. Aus beiden Fanblöcken wurden auf die gegnerischen Anhänger Leuchtraketen gefeuert und Böller geworfen. Für Wirbel sorgten außerdem Bilder im Internet, die einen Eintracht-Fan beim Hitlergruß zeigen sollen. Laut Bild bemüht sich die Eintracht, den Verdächtigen zu identifizieren.

Für den Bundesligisten könnten die Vorkommnisse drastische Folgen nach sich ziehen, da die SGE nach dem Platzsturm im Europa-League-Halbfinale gegen West Ham United von der Europäischen Fußball-Union zu einem Zuschauerausschluss im nächsten internationalen Spiel verurteilt worden war. Die Strafe war für zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt worden, könnte nach den Vorfällen in Marseille aber in Kraft treten.

Eintracht: Krawalle in Marseille - Polizei setzt im Stadion Tränengas ein

Update vom Dienstag, 13. September, 20.01 Uhr: Einige Fans von Eintracht Frankfurt, die mit Shuttle-Bussen ans Stadion kamen, wurden von Anhängern der Gastgeber mit Gegenständen beworfen, wie die Hessenschau berichtet. In der Arena flogen Raketen zwischen den Fanblöcken hin und her, die Polizei hatte alle Hände voll zu tun und setzte Tränengas ein.

Erstmeldung vom Dienstag, 13. September, 13.36 Uhr: Marseille/Frankfurt - Eintracht Frankfurt steht vor dem zweiten Champions-League-Gruppenspiel in der langen Vereinshistorie. Am Dienstag (13. September) um 21 Uhr tritt das Team von Oliver Glasner beim französischen Traditionsclub Olympique Marseille an. Beide Fanlager sind aufgrund einiger gewaltbereiter Fans berüchtigt – und so verwundert es kaum, dass es am Vorabend des Spiels zu Krawallen in der Innenstadt von Marseille kam.

Wie die Polizei der südfranzösischen Metropole auf Twitter mitteilte, wurden acht Personen in der Nacht festgenommen. Eine Meldung, wonach Schulen rund um das Stade Velodrome aus Sicherheitsgründen am Dienstag bereits früher schließen würden, dementierte die Stadtverwaltung am Dienstagmittag ebenfalls auf Twitter: „Die Stadt hat keinerlei Anweisungen zu Schulschließungen rund um das Stadion wegen des Spiels heute Abend gegeben.“

In Marseille kam es am Vorabend des Champions-League-Spiels gegen Eintracht Frankfurt zu Ausschreitungen.
In Marseille kam es am Vorabend des Champions-League-Spiels gegen Eintracht Frankfurt zu Ausschreitungen. © Sebastian Gollnow/dpa

Eintracht Frankfurt gegen Olympique Marseille: Französische Polizei erhöht Präsenz deutlich

Am Montagabend (12. September) war es laut eines Berichts des Wiesbadener Kuriers auf den Straßen in Marseille zu Schlägereien und Hetzjagden gekommen, die Lobby eines Hotels sei gestürmt worden, wobei Polizei und Sicherheitsdienst Schlimmeres haben verhindern konnten. Ob tatsächlich Eintracht-Fans an den Krawallen beteiligt waren und ob unter den festgenommenen Personen, Frankfurter Anhänger sind, teilte die Polizei in Marseille nicht mit.

Wie der Hessische Rundfunk berichtet, sei die Lage in Marseille am Dienstag ruhig, aber angespannt. Die französische Polizei habe ihre Präsenz von 600 auf 1000 aufgestockt. Die französischen Behörden hatten schon im Vorfeld der Duells strenge Regeln für Auswärtsfans aus Frankfurt erlassen. (csa)

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