Till-Joscha Jönke (rechts) will alles dafür geben, dass die Fans der White Wings endlich den ersten Heimsieg ihres Teams in dieser Saison erleben dürfen. Archivfoto: TAP

Hanau

Erstmals favorisiert: White Wings mit zwei Partien in fünf Tagen

Basketball. Innerhalb von fünf Tagen könnten die Hebeisen White Wings überraschend zu einem Playoff-Kandidaten avancieren – vorausgesetzt die Hanauer Basketballer beenden ihre leistungsmäßige Achterbahnfahrt in der ProA-Saison 2017/2018.

Von Dominik Sharaf

Nach starken Auswärtsauftritten und dem Abklingen aller Verletzungsprobleme winkt am Freitag (20 Uhr, Main-Kinzig-Halle) der erste Heimerfolg gegen das sieglose Schlusslicht Baunach Young Pikes. Am Dienstag geht es mit einer machbaren Aufgabe bei den Gladiators Trier (20 Uhr) weiter.

Zunächst gilt die Konzentration der Partie gegen Baunach, in die die White Wings erstmals in der laufenden Saison als Favorit gehen. „Es wird Zeit, dass wir unseren Fans endlich den ersten Heimsieg schenken“, befindet Till-Joscha Jönke nach zwei in der Offensive schwachen Auftritten in Hanau. Der zuletzt stärkste Mann der Simon-Cote-Truppe verspricht den Anhängern: „Dafür werden wir alles geben.“

Tagesform oft entscheidendDass es bisher nicht klappte, lag allerdings nicht an mangelndem Einsatz. Sportdirektor Helmut Wolf will auch nicht von einer Heimschwäche reden: „Wir hatten in unseren Spielen mit Hamburg und Heidelberg starke Gegner.“ Die Liga sei sehr ausgeglichen, deshalb entscheide häufig die Tagesform. Wolf warnt deshalb davor, den kommenden Gegner zu unterschätzen: „Die Baunacher sind besser als die Tabelle aussagt.“

Vier der fünf Niederlagen hagelte es für die Young Pikes gegen Teams, die sich unter den Top Acht der Tabelle befinden. Gegen den Ligaprimus Vechta trennten sie nur drei Punkte von einem Überraschungserfolg. Bundesliga-Kandidat Köln hatte der Nachwuchsableger des BBL-Vereins Brose Bamberg am vergangenen Wochenende am Rande einer Niederlage, brach aber in der Schlussphase ein. Ein Beleg, dass der Kader zu dünn ist, wenn Baunach nicht auf Doppellizenzspieler zurückgreifen kann – so könnte es am morgigen Freitag kommen.

Young Pikes jüngste Team der ProADie Flügelläufer Louis Olinde und Eddy Edigin könnten in Hanau fehlen, wenn sie in Bamberg für die Euroleague respektive die Bundesliga gebraucht werden. Zudem war die Saison der Franken von Verletzungsproblemen bestimmt, sodass ihnen in den Schlussphasen oft die Luft ausging. Gepaart mit fehlender Routine eine brisante Mischung, denn die Young Pikes sind mit einem Altersschnitt von 19,8 Jahren das jüngste Team der ProA. Viele Akteure hatten vor Saisonbeginn keine Zweitligaerfahrung.

Baunachs Trainer Fabian Villmeter – den White Wings aus seiner Zeit beim TV Langen bestens bekannt – hatte deshalb schon im September gemahnt: „Es geht für uns erstmal darum, uns möglichst schnell an die Gangart und an das Niveau gewöhnen.“ Am besten gelungen ist das US-Profi Christopher Fowler, der mit einem Punkteschnitt von 17,8 der drittbeste Werfer der Liga ist.

Kratzen, kämpfen, beißenAuf dem Papier auch nach dem Rückzug des Mäzens und Retters Wilfried Finke besser aufgestellt sind die Uni Baskets Paderborn. Nachdem der Möbelunternehmer den Klub bis vor zwei Jahren auf Vordermann gebracht hatte, entwickelte sich die Truppe zu einem soliden ProA-Teilnehmer und ist mit zwei Siegen aus fünf Partien in die Saison gestartet.

Pleiten setzte es gegen die BBL-Anwärter Crailsheim, Chemnitz und Hamburg, dazu mussten drei neue US-Profis integriert werden – auch der Tabellenzwölfte könnte stärker sein als es die Platzierung vermuten lässt. Sportdirektor Wolff fordert deshalb nicht nur mit Blick auf die Baunach-Partie von den White Wings, „zu kratzen, zu kämpfen und zu beißen“.

 

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