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Zukunft des Alten Schlosses wieder völlig offen

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Der Verkauf des Alten Schlosses in Büdesheim lässt weiter auf sich warten. Die Gemeindevertreter wollen neu beraten. Archivfoto: Kalle
Der Verkauf des Alten Schlosses in Büdesheim lässt weiter auf sich warten. Die Gemeindevertreter wollen neu beraten. Archivfoto: Kalle

Schöneck. Spannend bei der wichtigen Haushaltssitzung im Bürgertreff Kilianstädten war diesmal, welche Position nicht im Etat für 2018/2019 aufgenommen wird: die Einnahme aus dem Verkauf des Alten Schlosses in Büdesheim. Die Zukunft der sanierungsbedürftigen Immobilie scheint jedoch nun wieder völlig offen.

Von Mirjam Fritzsche

Erst seit Mittwoch ist sie da: die lang erwartete städtebauliche Analyse von Architekten in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege für das Areal am Alten Schloss. Wie Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) mitteilte, sei diese den politischen Gremien und Vertretern des Vereins Rettung Altes Schloss sowie der Bürgerinitiative vorgestellt worden. Auch Investor Werner Dietz war anwesend.

Er hatte mit seiner Unterschrift unter den Kaufvertrag für das historische Gebäude bis heute gezögert, obwohl die Bürgerinitiative vor Gericht gescheitert war. Sie wollte ein Bürgerbegehren durchsetzen (unsere Zeitung berichtete).Doch für Dietz rechnet sich die Investition nur, wenn er das Grundstück seinen Plänen gemäß mit 30 Wohneinheiten bebauen kann, betonte er vor wenigen Monaten im Gespräch mit unserer Zeitung. Dietz hatte als Einziger im Bietverfahren um das Alte Schloss ein Angebot abgegeben. 1,8 Millionen Euro wollte er für Gebäude und anliegendes Grundstück zahlen.

Varianten müssen in Ruhe besprochen werdenNun sind also drei Varianten vorgestellt worden, wie das Areal bebaut werden kann, informierte Rück weiter. „Es bestand Einigkeit darüber, sich mit der bevorzugten Variante weiter zu beschäftigen“, sagt sie. Es solle nun in aller Ruhe beraten werden.

Mehr Details wollte Rück nicht verraten. In Abstimmung mit allen Beteiligten werde es vorerst keine weiteren Informationen geben. Dass wieder alles offen scheint, bestätigt die Reaktion der bisherigen Befürworter eines schnellen Verkaufs. Die CDU-Fraktion lässt von ihrer Forderung ab, den Erlös in den neuen Haushalt einzuplanen, auch wenn Fraktions‧chef Markus Jung in seiner Haushaltsrede betont: „An unserer grundsätzlichen Haltung hat sich nichts geändert.“ Ähnlich äußerte sich Christina Kreuter (SPD): „Es sind neue Beratungen notwendig, doch der politische Wille zum Verkauf bleibt.“

FDP ist für ein GutachtenDie FDP brachte hingegen den Vorschlag auf die Tagesordnung, ein Gutachten erstellen zu lassen, das die Kosten für eine Instandsetzung des Alten Schlosses untersuchen soll. „Das Versäumnis, diese Frage in der Vergangenheit verbindlich klären zu lassen, sollte nunmehr vor jeder weiteren Entscheidung über die Zukunft des Alten Schlosses korrigiert werden“, begründete Anke Pfeil. Der Antrag wird nun im Haupt- und Finanzausschuss weiter diskutiert.

Etwas überraschend ist da schon die Reaktion von Investor Dietz selbst. „Die Präsentation war hochinteressant und entspricht weitgehend unseren Planungen und Ideen“, sagte er gestern auf telefonische Nachfrage des HA. Für ihn sei ein großer Schritt nach vorne gemacht worden. Ob das die Gemeindevertreter anders empfunden haben?

Fußgängerbrücke immer noch im EtatWährend das Alte Schloss nun nicht mehr im 25-Millionen-Etat für 2018/2019 auftaucht, darf ein anderes Bauwerk im Zahlenwerk verbleiben. Es hat dort schon mehrere Runden gedreht. Denn fast genauso emotional diskutiert wird seit Jahren, was mit der gesperrten Fußgängerbrücke am Sportplatz in Büdesheim passieren soll. Sanieren oder doch neu bauen – darüber scheiden sich die Geister. 320 000 Euro waren bereits im aktuellen Haushalt eingeplant, sind aber nicht ausgegeben worden. Diese Mittel können aber, weil sie haushaltsrechtlich Investitionsmittel sind, nicht für eine Sanierung verwendet werden. Die CDU beantragte nun, 30 000 Euro für eine Reparatur einzuplanen.Das ist den Freien Wählern nicht genug. Auf ihre Initiative hin ist ein Angebot für eine Instandsetzung der Fußgängerbrücke erstellt worden. Etwa 100 000 Euro würde das Ganze kosten, schätzen die Fachleute. Diesen Betrag möchte die FWG nun bereitgestellt wissen. „Die Umsetzung der Brückensanierung ist für uns von so großer Bedeutung, dass davon die Zustimmungsfähigkeit zum

Gesamthaushalt abhängt. Sonst ist der Umsetzungswille für mich schlicht eine Worthülse“, so Matthias Geisler. Trotz des Appells – der Antrag der Christdemokraten setzte sich schließlich durch.Eine Mehrheit gab es für die Umgestaltung des kleinen Platzes an der Ecke Frankfurter Straße/Ecke Raiffeisenstraße in Kilianstädten. 71 000 Euro stehen dafür zur Verfügung. Ob ein Marktplatz oder ein Parkplatz entstehen soll, wird später entschieden.

Am Ende des Abstimmungsmarathons – es galt um die 60 Haushaltsanträge abzuarbeiten – stimmten die Freien Wähler, ebenso wie die WAS, die FDP und die Grünen, gegen den Gesamthaushalt. Doch die Mehrheit der Stimmen von CDU und SPD reichte aus, um den Doppelhaushalt zu beschließen, der auch mit den beschlossenen Änderungen in beiden Jahren leichte Überschüsse aufweist.

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