Freuen sich auf heute Abend: Lutz und Marina Zimmermann. Foto: Axel Häsler

Schöneck

Wendehammer verwandelt sich in den "Halloween-Hammer"

Schöneck. Wenn es heute Abend dunkel wird, wird es ganz schön voll in der beschaulichen Kinzigstraße in Oberdorfelden: Hunderte große und kleine Gruselfans zieht es dann in den „Halloween-Hammer“ – ein Wendehammer, den die Anwohner einmal im Jahr in eine Horrormeile verwandeln.

Von Carolin-Christin Czichowski

„Im letzten Jahr waren 300 Besucher hier“, sagt Lutz Zimmermann. Er und seine Frau Marina haben vor fünf Jahren den Stein für den „Halloween-Hammer“ ins Rollen gebracht.

Die Vorbereitungen in der Kinzigstraße laufen schon seit Tagen auf Hochtouren, die Bewohner schmücken ihre Vorgärten und Hauseinfahrten und verlegen meterlange Leitungen für Lichteffekte und sogar eine Nebelmaschine. „Schon allein das Vorbereiten macht viel Spaß“, sagt Marina Zimmermann, während sie künstliche Spinnweben in ihrem Gartenzaun befestigt. „Aber das tollste ist dann der Halloweenabend an sich. Wenn die Kinder und sogar die Erwachsenen sich gruseln und Spaß haben.“

„Von fünf Häusern beteiligen sich mittlerweile vier“

Vor fünf Jahren haben die Zimmermanns begonnen, Kinder an Halloween zu erschrecken. „Wenn sie bei uns geklingelt haben für Süßigkeiten, gab es bei uns ein bisschen Grusel dazu“, sagt Marina Zimmermann. Jedes Jahr kamen immer mehr Kinder für „Süßes oder Saures“ zu dem Haus an der Kinzigstraße 24. „Und wir wollten unseren Besuchern auch immer mehr, immer etwas Neues bieten“, sagt die Schöneckerin.

Irgendwann sei aus dem einfachen Erschrecken an der Tür schließlich ein ganzes Halloween-Haus geworden, mit großen Kürbissen inklusive Horror-Fratzen, mit Grabsteinen im Vorgarten, Skeletten und Geistern. Schnell habe sich auch die Nachbarschaft eingebracht und begonnen, den gesamten Wendehammer für den Halloween-Abend zu schmücken. „Von fünf Häusern beteiligen sich mittlerweile vier“, sagt Lutz Zimmermann.

Skelette und Geister

Schon im Sommer setzen sich die Nachbarn zusammen und planen die Aktionen für Oktober. Kurz danach beginnt Lutz Zimmermann dann auch mit den Vorbereitungen. In diesem Jahr hat der pensionierte Beamte zum Beispiel einen Gymnastikball mit Bauschaum verkleidet und orangefarben angemalt. Der Ball thront jetzt als überdimensionaler Kürbis im Vorgarten der Zimmermanns. „Wir wollen jedes Mal etwas Neues machen“, sagt der 58-Jährige.

Die richtig hartgesottenen Gruselfans laden die Zimmermanns auf eine Geisterbahn quer über ihr Grundstück ein. Mit Planen und Stellwänden hat das Paar ein Labyrinth geschaffen, das gruseliger kaum sein könnte: überall Skelette und als Geister und Zombie-Krankenschwestern verkleidete Schaufensterpuppen, eine Schlachtbank mit viel roter Farbe und einem abgetrennten Oberkörper und sogar echten Fleischerhaken.

„Wir denken uns jedes Jahr neue Kostüme aus“

Die ganzen Grusel-Accessoires finden die Oberdorfelder zumeist über Verkaufsplattformen im Internet. „Da haben wir zum Beispiel die Fleischerhaken und die Schaufensterpuppen gekauft“, sagt Lutz Zimmermann.

Das ganze Jahr über sind sie auf der Jagd nach den besten und furchterregendsten Dekoartikeln und Ideen, wie sie welche selbst bauen können. „Meine Frau hat die Ideen und ich die Hände, um das umzusetzen“, sagt Lutz Zimmermann. „Das perfekte Team also!“ Nicht nur ihre Häuser und Grundstücke, auch sich selbst verkleiden die Anwohner des Oberdorfelder „Halloween-Hammers“. „Wir denken uns jedes Jahr neue Kostüme aus“, sagt Marina Zimmermann. Die oberste Devise lautet dabei stets: „Dass uns niemand erkennt“, so die Schöneckerin.

Der Eintritt ist frei

Obwohl der „Halloween-Hammer“ immer viel Aufwand, viele Stunden Vorbereitung und auch viel bedeutet, freuen sich die Zimmermanns und ihre Mitstreiter jedes Jahr aufs Neue auf den großen Tag Ende Oktober. „Wir sind einfach ein bisschen verrückt und freuen uns, dass unsere Nachbarn genauso sind“, sagt Marina Zimmermann.

Weitere InfosLos geht der „Halloween-Hammer“ rund um die Kinzigstraße 24 heute Abend um 17 Uhr. Bis 22 Uhr sind große und kleine Gruselfans eingeladen. Der Eintritt ist frei.

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