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Wahlalternative macht Nutzungsvorschläge für Altes Schloss

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Wie geht es weiter mit dem Alten Schloss? Das Gutachten zu den Sanierungskosten liegt noch nicht vor. Die Wahlalternative Schöneck hat sich derweil mit der künftigen Nutzung des Gebäudes beschäftigt. Archivfoto: Fred Bongartz
Wie geht es weiter mit dem Alten Schloss? Das Gutachten zu den Sanierungskosten liegt noch nicht vor. Die Wahlalternative Schöneck hat sich derweil mit der künftigen Nutzung des Gebäudes beschäftigt. Archivfoto: Fred Bongartz

Schöneck. In den vergangenen Monaten ist es ruhig geworden um das Alte Schloss in Büdesheim. Das Gutachten über die Sanierungskosten lässt weiter auf sich warten. Auch wenn verschiedentlich berichtet wurde, dass die Immobilie dauerhaft in Gemeindehand bleibt und saniert wird – beschlossene Sache ist das noch nicht.

Von Mirjam Fritzsche

Die Wahlalternative Schöneck (WAS) hat sich in den vergangenen Wochen intensiv mit einer möglichen Nutzung des historischen Gebäudes auseinandergesetzt und stellt ihre Ideen vor.

Zur Erinnerung: Nachdem der Verkauf der sanierungsbedürftigen Immobilie an Investor Werner Dietz gescheitert war, hatten sich die Gemeindevertreter im vergangenen Jahr darauf geeinigt, ein Gutachten über die Instandsetzungskosten für das Gebäude erstellen zu lassen. Aktuell überprüft ein Akteneinsichtsausschuss, ob bei den Verkaufsbemühungen alles rechtens gewesen ist.

Gutachten liegt nicht vor

Die Ergebnisse des Gutachtens liegen noch nicht vor, wie Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) dem HA bestätigte. Doch eines ist schon jetzt sicher: Die Sanierung wird viel Geld kosten. Um das Gebäude dauerhaft erhalten zu können, müssen Einnahmen erzielt werden.

„Wir möchten die Gemeinde dabei unterstützen, ein tragfähiges Konzept für die Nutzung zu finden. Das ist erst einmal unabhängig vom Gutachten“, sagt WAS-Fraktionschef Gernot Zehner gegenüber unserer Zeitung. Jetzt sei es möglich, sich in Ruhe zusammenzusetzen und zu überlegen.

„Basis unserer Nutzungsvorschläge bleibt für uns das im Januar 2016 von der Bürgerinitiative Pro Altes Schloss vorgelegte Konzept“, erläutert Zehner. Dieses beinhalte drei wesentliche Ziele. Zum einen müssten die jährlichen Betriebskosten des Alten Schlosses möglichst durch Vermietungen erwirtschaftet werden. Inhaltlich solle der Gebäudekomplex einschließlich der umgebenden Freiflächen zu einem sozialen und kulturellen Zentrum für den Ortsteil Büdesheim und die Gemeinde Schöneck entwickelt werden.

Auffangen der Sanierungskosten

Die bei einem historischen Gebäude stets periodisch anfallenden Sanierungskosten müssten zukünftig durch eine systematische Rücklagenbildung, beispielsweise durch Event-Veranstaltungen oder einen Förderverein, und ein konsequentes Zuschuss-Management aufgefangen werden, heißt es weiter.

„Auch kurzfristig ließe sich etwas ausrichten“, so Zehner. Die WAS möchte den Jugendclub möglichst in seiner derzeitigen Form erhalten. Die Mietwohnungen würden als bezahlbarer Wohnraum an Berechtigte vermietet. Zusätzlich könnten die Räumlichkeiten der ehemaligen Bücherei gewerblich als Büro vermietet werden. Der Westflügel könne im Erdgeschoss für Veranstaltungen, Treffen und Sitzungen verwendet werden. Das Gleiche gelte für den Brendelsaal und das Foyer im Erdgeschoss. Trauungen im Alten Schloss könnten dann dort wieder stattfinden. „Durch Letzteres hätte man einen barrierefreien Trausaal geschaffen.“

Eine weitere Idee der WAS: Einen Raum zwischen der ehemaligen Bücherei und dem Treppenhaus des Westflügels könnte man als Sammelraum für ein zeitgemäßes Heimatmuseum nutzen, einen anderen zum Beispiel für Kurzzeit-Büros von Start-ups vermieten. Auch für die Disposition des durch das Land Hessen geförderten Bürgerbusses, der hoffentlich noch in diesem Jahr seinen Betrieb aufnehmen kann, könnte ein Raum zur Verfügung gestellt werden.

Mehrere Einrichtungen möglich

„Einen Gastronomie-Betrieb hält die WAS grundsätzlich für sinnvoll, aber für ‧aktuell nicht realisierbar, da die für einen solchen Betrieb vorausgesetzten Sicherheits- und Sanitäreinrichtungen mit einem großen Kostenaufwand verbunden sind.“ Denkbar wäre jedoch zunächst die Einrichtung eines temporären Café-Betriebs, der ehrenamtlich geführt wird. Auch eine veranstaltungsabhängige Gastronomie in der Art von Krimidinner durch einen Cateringbetrieb wäre möglich.

Die Wahlalternative begrüßt es, dass im Jahr 2019 endlich wieder eine Veranstaltung der Büdesheimer Schlosskonzerte im Alten Schloss stattfindet. Auf ihren nächsten öffentlichen Sitzungen will die WAS weiter erörtern, durch welche konkrete Nutzungsstruktur die genannten konzeptionellen Ziele am sichersten zu erreichen sind.

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