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Vierte Laternenkönigin: Madeline Reis führt eine Tradition fort

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Eine Familie mit "blauem Blut": Ilse Schömer, Madeline Reis, Beate Schömer-Reis und Iris Eichhorn haben den Ortsteil Büdesheim als Laternenkönigin repräsentiert. Foto: Zeh
Eine Familie mit "blauem Blut": Ilse Schömer, Madeline Reis, Beate Schömer-Reis und Iris Eichhorn haben den Ortsteil Büdesheim als Laternenkönigin repräsentiert. Foto: Zeh

Schöneck. Mit der Inthronisierung von Madeline Reis als amtierende Laternenkönigin wird eine Dynastie fortgesetzt: Die 19-Jährige ist nach ihrer Großmutter, ihrer Mutter und ihrer Tante die vierte „Geadelte“ in der Familie. Ein Jahr lang wird sie nun den Ortsteil Büdesheim auf diversen Veranstaltungen repräsentieren.

Von Sebastian Zeh    

In ihrem prächtigen Kleid nimmt Madeline im Wohnzimmer ihrer Großmutter Ilse Schömer Platz. Hinter ihr hängt ein großes Foto von Ilse I., das 1966 aufgenommen wurde, als sie zur achten Laternenkönigin gekrönt wurde. „Ich freue mich sehr, dass Madeline diese Tradition weiterführt. Vier Laternenköniginnen aus einer Familie – das gab es noch nie“, sagt Ilse Schömer stolz.

Das Fest, das vor 66 Jahren in kleinerem Rahmen begonnen hatte, sei schon immer der große Höhepunkt des Jahres gewesen – und Königin zu sein, das sei eine ganz besondere Ehre. „Zu meiner Zeit wurde man nicht gewählt, sondern gefragt, ob man das Amt ausführen möchte“, schwärmt Ilse Schömer. Die Regeln seien klar gewesen: Der größte Verein stellte die Königin und Bürgermeister Wolfgang Kloss musste unter den Damen auswählen.

Ernennung der LaternenköniginIn den 80er Jahren wurde ihren Töchter Beate Schömer-Reis und Iris Eichhorn dann die Ehre zuteil, ein Jahr lang Büdesheim als Königin repräsentieren zu dürfen. Beate hatte das Amt 1985 inne, Iris 1986. Da die alte Königin traditionell das Zepter in einer öffentlichen Zeremonie an ihre Nachfolgerin weitergibt, erinnern sich die Schwestern gerne an den Moment zurück. „Der eigenen Schwester die Krone aufzusetzen – das war schon etwas Besonderes“, sagt Beate Schömer-Reis lächelnd.

Die Regeln für die Ernennung der Laternenkönigin funktionieren inzwischen etwas anders als 1966. „Inzwischen muss man sich darum bewerben. Dieses Jahr gab es mehrere Konkurrentinnen, also mussten wir uns nacheinander vorstellen und erklären, warum wir Laternenkönigin werden wollen“, erklärt Madeline Reis. Für die Vorbereitung erhielt sie tatkräftige Unterstützung. Neben Großmutter Ilse standen Madeline auch ihre Mutter Beate und ihre Tante Iris zur Verfügung. „Als ich meine Rede geschrieben habe, habe ich immer mal wieder gefragt, welche Formulierung denn nun besser klingt“, so die aktuelle Throninhaberin.

Traum geht in ErfüllungFür die drei Ehemaligen war es eine Selbstverständlichkeit, zu helfen, wo sie können. Doch auch Großvater Bruno Schömer sei ein wichtiger Rückhalt gewesen. „Wenn es mal ein bisschen Aufregung gab, war er immer unser Ruhepol und hat gesagt 'Das klappt schon.'“ Bei ihrer Bewerbung hat sie natürlich die jahrzehntelange Familientradition erwähnt, die sie unbedingt weiterführen wollte. „Ich bin mit dem Laternenfest groß geworden, und mir war schon als Kind klar, dass ich irgendwann einmal auf dem Thronwagen mitfahren will“, so Madeline.

Der Wagen ist noch immer derselbe, auf dem vor 51 Jahren bereits ihre Großmutter als Königin mitgefahren ist. Dass mit dem Amt auch Reden vor großem Publikum verbunden sind, stört sie nicht. „Aufgeregt bin ich eigentlich gar nicht. Ich freue mich vor allem, für mich geht damit ein Traum in Erfüllung.“ Ob sich die Familientradition auch in Zukunft fortsetzen wird? „Ich habe vier Enkelkinder, drei davon sind Mädchen. Die Chancen stehen also gut“, sagt Ilse Schömer schmunzelnd.

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