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Thomas Walter ist seit 34 Jahren bei der Feuerwehr aktiv

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Mit Herz und Seele der Freiwilligen Feuerwehr in Schöneck verbunden: Gemeindebrandinspektor Thomas Walter aus Büdesheim, der vor Kurzem den Ehrenbrief des Landes Hessen verliehen bekommen hat. Foto: Seifert
Mit Herz und Seele der Freiwilligen Feuerwehr in Schöneck verbunden: Gemeindebrandinspektor Thomas Walter aus Büdesheim, der vor Kurzem den Ehrenbrief des Landes Hessen verliehen bekommen hat. Foto: Seifert

Schöneck. Dieser Mann lebt Feuerwehr, das merkt man im Gespräch mit dem Gemeindebrandinspektor Thomas Walter sofort. Seit dem 15. Lebensjahr ist er bei den Büdesheimer Floriansjüngern aktiv und hat in dieser Zeit eine beachtliche Zahl von Funktionen und Ämtern übernommen.

Von Thomas Seifert

Wegen dieses überdurchschnittlichen ehrenamtlichen Engagements wurde dem 49-Jährigen vor Kurzem der Landesehrenbrief verliehen (unsere Zeitung berichtete).

Hätte sein Vater ihm im Alter von zwölf Jahren nicht verboten, in die Jugendwehr einzutreten, dann wäre Thomas Walter nun schon 37 Jahre Mitglied der Büdesheimer Wehr, so kommt es aber dennoch auf stolze 34 Jahre Mitgliedschaft. „Die Eltern glaubten damals, in der Wehr würde zu viel getrunken. Das stimmte damals nicht und heute auch nicht. Wir feiern wie in anderen Vereinen“, räumt Walter gleich mit einem Vorurteil auf. Letztlich war es das Feuerwehrmitglied Karl-Heinz Mühlebach, damals Leiter der Sparkassenfiliale in Büdesheim, der Walters Eltern davon überzeugte, dass der Junge zur Wehr durfte.

Mensch der klaren Worte und Taten„Mich hat schon immer Technik interessiert. In den Anfangstagen haben wir defekte oder ausgemusterte Feuerautos gekauft und diese wieder repariert und fahrtüchtig gemacht. Auch die gesamte Ausrüstung der Wehren fand ich faszinierend, zumal es da keinen Stillstand gab, sondern sich Technik und Ausrüstung ständig veränderten und weiter entwickelten“, sagt Walter.

Da Thomas Walter ein Mensch der klaren Worte und Taten ist, war er bereits mit 18 Jahren im Vorstand der Wehr und Leitender Gerätewart. Auch in der Nachwuchsarbeit – „Ein ganz wichtiger Teil der Zukunftssicherung der Wehren“ – engagierte sich der gebürtige Frankfurter schon früh, von 1994 bis 1998 war er Jugendleiter und maßgeblich daran beteiligt, dass die Jugendwehren in Schöneck eng kooperieren.

Gemeinschaft „Neben der Faszination für Technik hat mich immer die Gemeinschaft in der Feuerwehr angezogen. Die Teambildung ist das höchste Gut der Wehren, denn bei Einsätzen muss man sich blind auf seine Nebenleute verlassen können“, weiß Walter aus seiner langjährigen Mitgliedschaft in der Einsatzabteilung. „Vor Ort gilt es dann, schnelle Entscheidungen verantwortlich zu treffen, damit im Idealfall ein Brand umgehend gelöscht ist und keiner der Mannschaft körperlichen Schaden nimmt“, stellt der Gemeindebrandinspektor eine weitere Herausforderung an die Feuerwehrverantwortlichen heraus.

„Ich bin jemand, der Geschehenes sehr gut ausblenden kann und habe immer versucht, meine Leute bei Einsätzen so schnell wie möglich aus heiklen Situationen heraus zu holen“, betont das Feuerwehr-Urgestein.

Bleibende ErinnerungenAn zwei Ereignisse kann sich Walter noch sehr gut erinnern. Als 18-Jähriger wurde er alarmiert und musste am Brandherd Café Winkler vorbei zum Gerätehaus laufen. Und am Tag, als in New York die Türme des World Trade Centers einstürzten, wurde die Büdesheimer Wehr zu einem sehr schweren Verkehrsunfall gerufen.

Wie sieht sich denn der Gemeindebrandinspektor selbst als Person? „Harmonie ist mir wichtig, aber ich bin auch ein Mensch, der Probleme direkt anspricht, um sie schnell aus der Welt schaffen zu können. Und ich bin ein Teamplayer, Alleingänge gibt es bei mir nicht“. Er habe es in seiner bisherigen Amtszeit als Gemeindebrandinspektor geschafft, die Politik für die Belange der Wehren in Schöneck mehr zu sensibilisieren, „auch Leute, die bislang ein Gerätehaus noch nie von innen gesehen hatten, wissen nun besser über die Nöte und Sorgen der Wehren Bescheid“, freut sich Walter.

Realistische EinschätzungMit den Wehrführern der drei Ortsteilwehren pflege er ein sehr enges und vertrauensvolles Verhältnis, „mir war schon immer wichtig, dass sich die Kameraden als Feuerwehr Schöneck verstehen, bei allen Unterschieden, die es zwischen den Ortsteilen gibt“.

Walter ist aber auch Realist genug um zu bemerken, dass sich das Verhältnis der jungen Generation zur Feuerwehr und zu Vereinen verändert hat. „Die Bereitschaft, neben dem Dienst sich in Ämtern zu engagieren, hat merklich nachgelassen. Und da sich die Einsatzabteilungen zum Großteil aus dem eigenen Nachwuchs rekrutieren, liegt das Augenmerk in allen Ortsteilen verstärkt auf der Jugendwehr, diese Arbeit ist enorm wichtig“, stellt Walter fest. Immerhin freut es ihn, dass das Ansehen der Feuerwehren in der Bevölkerung generell gewachsen ist.

Die Schönecker Wehren und speziell „seine“ Wehr im Ortsteil Büdesheim sieht Walter gut aufgestellt, immerhin sind im Verein knapp 550 Mitglieder organisiert, besteht die Einsatzabteilung aus 32 Leuten – darunter zwei Söhne des 49-Jährigen. Hinzu kommen 15 Nachwuchs-Floriansjünger in der Jugendwehr.

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