Wird ganz Kilianstädten zur 30er-Zone? (Symbolfoto)

Schöneck

Soll geprüft werden: Ganz Kilianstädten als 30er-Zone?

Schöneck. Selten konnte man in den vergangenen Monaten das Gemeindeparlament so einmütig erleben wie am Donnerstag. Selbst Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) war überrascht. „Da bin ich aus Wahlkampfzeiten aber anderes gewohnt“, sagt sie und schmunzelt.

Von Mirjam Fritzsche

Unter anderem geht es an diesem Abend um die Verkehrsprobleme in der Büdesheimer Straße und Am Brühl in Kilianstädten. Geprüft werden soll nun, ob der ganze Ort zur Tempo-30-Zone erklärt wird.

Mit einem Antrag haben die Freien Wähler die Situation wieder in den Fokus gerückt. „Seit Jahren wächst das Problem des Verkehrs in der Büdesheimer Straße und Am Brühl. Der Zustand ist für die Anwohner unerträglich“, so Fraktionschef Matthias Geisler. Früher sei die Straße einmal eine Sackgasse gewesen und deshalb gar nicht für den Verkehr ausgelegt, erläutert Geisler.

Geschwindigkeitsreduzierung Fahrradfahrer würden jetzt dazu übergehen, auf dem linken Bürgersteig zu fahren, da hier keine Poller stehen und sie so in einem Zug von der Frankfurter Straße zum Bahnhof kommen. Doch damit erhöhe sich die Gefahr eines Zusammenstoßes zwischen Fußgängern und Radfahrern.

Die Straße sei insgesamt kurvig und eng: Die Freien Wähler plädieren daher für eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Stundenkilometer. Die Forderung ist nicht neu. Da es sich bei der Büdesheimer Straße um eine Kreisstraße handelt, liegt die Zuständigkeit jedoch bei Hessen Mobil, der Verwaltungsbehörde für Bundesfern-, Landes- und Kreisstraßen. „2013 und dann noch mal im vergangenen November hat es einen Ortstermin gegeben. Doch beide Male wurde der Wunsch abgelehnt“, berichtet Bürgermeisterin Rück. Auf Kreisstraßen gilt eine Richtgeschwindigkeit von 50 Stundenkilometern.

Straßenausbaubeiträge In einem Änderungsantrag haben die Grünen nun vorgeschlagen, ganz Kilianstädten zur 30er-Zone zu erklären. Der Haken: Dazu müssten die Büdesheimer Straße, Am Brühl und die Uferstraße in Gemeindestraßen umgewandelt werden. Dann entfallen die künftigen Sanierungskosten auf die Gemeinde. „Nicht zu vergessen: Die Bürger müssten Straßenausbaubeiträge zahlen“, gibt Conny Rück zu bedenken.

Einen Vorteil sehen die Grünen darin, dass der Schilderwald in Kilianstädten gelichtet würde. „Drei Tempo-30-Schilder an den Ortseingängen würden dann reichen“, so Wolfgang Seifried.

Mit großer Mehrheit stimmen die Gemeindevertreter schließlich dafür, eine Tempo-30-Zone für Kilianstädten zu prüfen und anschließend im Ausschuss weiter zu diskutieren.

Resolution Einstimmig bringen sie zudem auf Vorschlag der SPD-Fraktion eine Resolution an die hessische Landesregierung auf den Weg. Diese wird aufgefordert, sich stärker an der Finanzierung der Musikschulen zu beteiligen. Weniger als sechs Prozent der Einnahmen entfielen auf Zuschüsse des Landes, während knapp 70 Prozent von den Eltern über die Unterrichtsgebühren getragen würden.

Der Hintergrund: Schöneck hat erst kürzlich seine Zuschüsse an die Musikschule Schöneck-Nidderau-Niederdorfelden erhöht, damit die Elternbeiträge nicht noch weiter steigen müssen (unsere Zeitung berichtete). Die Gemeinde fördert die Einrichtung mit 75 000 Euro jährlich, das entspreche einem Anteil von 15 Prozent der Gesamtkosten.

Höherlegung Einigkeit herrscht zudem über einen weiteren Antrag der Freien Wähler. Seit Ende November sei der Fuß- und Radweg zwischen Talacker und der Bushaltestelle „Brücke“ unpassierbar. Die wichtige Verbindung zwischen Büdesheim und Kilianstädten liege 30 Zentimeter unter Überflutungsniveau und stehe oft „unter Wasser“. „Die viel diskutierte Linie MKK 24 ist somit für einen großen Teil Büdesheims derzeit uninteressant“, so Geisler. Der Gemeindevorstand soll jetzt prüfen, wie hoch die Kosten für eine Höherlegung des Weges sind.

Die beiden Anträge der Grünen „Glyphosatfreies Schöneck“ und „Grüner Lebensraum in Schöneck“ (unsere Zeitung berichtete) werden im Fachausschuss weiter diskutiert.

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