Hat viel Arbeit auf dem Schreibtisch: die neue Schulleiterin der Friedrich-Ebert-Schule in Kilianstädten, Silvia Fernandes. Foto: Mirjam Fritzsche

Schöneck

Silvia Fernandes leitet seit Kurzem die Friedrich-Ebert-Schule

Schöneck. Die ersten Schwimmzüge oder die ersten Buchstaben – Silvia Fernandes hat große Freude daran, jungen Menschen etwas beizubringen. Die neue Schulleiterin der Friedrich-Ebert-Schule in Kilianstädten hat bereits als junge Frau Schwimmkurse bei der DLRG gegeben.

Von Mirjam Fritzsche

Nach den Sommerferien hat die 43-Jährige die Nachfolge von Bernhard Engel in Kilianstädten angetreten. „Nach sechs Jahren an der Paul-Maar-Schule in Eichen fand ich es spannend, noch mal eine neue Herausforderung anzunehmen“, sagt Fernandes im Gespräch mit dem HA. Kommissarisch leitet sie die kleine Grundschule mit nur 74 Schülern in der Nachbarstadt Nidderau bis zu den Herbstferien weiter. Die Friedrich-Ebert-Schule ist mit 193 Schülern und 15 Lehrkräften mehr als doppelt so groß.

Sie sei erleichtert, die doppelte Leitungsfunktion danach abgeben zu können, denn der Zeitaufwand sei immens. „Und natürlich möchte ich mich ganz auf meine neuen Aufgaben konzentrieren können“, sagt Fernandes. Der Wechsel sei ihr leichter gefallen als gedacht. „Wir gehören zum gleichen Schulverbund. Und auch die Sekretärin kenne ich schon, sie ist auch für die Paul-Maar-Schule zuständig. Das hat es natürlich einfacher gemacht.“

Schule und Betreuungsverein sollen weiter zusammenwachsen

Ein guter Anfang ist wichtig. Denn an der neuen Schule gibt es viel zu tun. „Wir haben wachsende Schülerzahlen. Wie dieses Schuljahr wird es im kommenden Schuljahr sehr wahrscheinlich wieder drei Klassen geben“, erklärt Fernandes. Aktuell gebe es auch eine Vorklasse, die nicht nur Kinder aus Schöneck besuchen. Ein stimmiges Raumkonzept sei dringend erforderlich.

In den Herbstferien werde bereits ein Container aufgestellt, um etwas Erleichterung in die beengten Verhältnisse der Betreuung zu bringen. Mehr als 90 Kinder werden vom Verein Rabeneltern betreut. Der Bedarf wachse. „Mir ist wichtig, dass Schule und Betreuungsverein noch weiter zusammenwachsen, dass wir ein Kollegium bilden“, sagt sie.

„Ich sehe dich mehr als Lehrerin.“

Dass sie mit Kindern arbeiten wollte, sei ihr schon früh klar gewesen, erzählt Fernandes. Als Zweitälteste in einer Familie mit vier Töchtern habe sie schnell Verantwortung übernommen. „Meine Mutter hat als Tagesmutter gearbeitet, also waren immer noch mehr Kinder als meine Geschwister im Haus.“ Nach der Schule habe sie ein Jahr als Au-Pair in Paris gelebt und dort drei Kinder gehütet. „Mir hat es schon immer Spaß gemacht, etwas aus Kindern herauszukitzeln“, sagt sie. Zunächst habe sie eine Ausbildung zur Erzieherin absolviert. Doch einer ihrer Lehrer sagte damals: „Ich sehe dich mehr als Lehrerin.“

Das nahm sie sich zu Herzen und studierte auf Lehramt. Ihr Referendariat folgte an der Heinrich-Heine-Schule in Hanau. Nur wenig später wechselte sie bereits als Konrektorin an die Weinbergschule nach Langenselbold. Als ein Wechsel in der Schulleitung anstand, bewarb sie sich um die Leitung der Paul-Maar-Schule. „Nachdem ich in Langenselbold bereits für einige Monate kommissarisch die Verantwortung übernommen hatte, wollte ich mein eigener Herr bleiben“, sagt Fernandes.

Kochen und Sport als Ausgleich

Etwas längerfristig bewirken und die Rahmenbedingungen vorzugeben – das sind Sachen, die sie an ihrem Beruf sehr schätzt. Fernandes, die mit ihrem 13-jährigen Sohn in Hanau-Mittelbuchen lebt, ist in ihrer Freizeit eine passionierte Köchin. „Kürzlich habe ich sogar an der Sendung 'Die Küchenschlacht' teilgenommen“, erzählt sie. Als Familie mit portugiesischen Wurzeln verbringe sie regelmäßig Urlaub in dem Heimatland ihrer Eltern, gehört auch einer portugiesischen Folkloregruppe an. Joggen und lesen sorgen für Ausgleich vom Alltag.

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