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Schönecks Seniorenbeirat setzt sich für alle Belange der älteren Mitbürger ein

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Von: Mirjam Fritzsche

Machen Werbung für die Wahl des Seniorenbeirats (von links): Ralf Ottenheim von der Gemeinde Schöneck mit Christian Schenk, Marija Majal, Alfred Erdelmeier und Helmut Wiedmaier.
Machen Werbung für die Wahl des Seniorenbeirats (von links): Ralf Ottenheim von der Gemeinde Schöneck mit Christian Schenk, Marija Majal, Alfred Erdelmeier und Helmut Wiedmaier. © Mirjam Fritzsche

Die 3600 Schönecker Seniorinnen und Senioren haben die Wahl. Sie können am 31. März zwischen 18 Kandidatinnen und Kandidaten für den Seniorenbeirat entscheiden. „So viele wie lange nicht mehr – und das trotz zwei Jahren Pandemie“, berichtet Alfred Erdelmeier (80) erfreut. Der amtierende Vorsitzende des Gremiums stellt sich nach 17 aktiven Jahren im Seniorenbeirat zwar nicht mehr zur Wahl, um jüngeren Bewerbern Platz zu machen, wirbt allerdings weiter für die Mitarbeit in dem Gremium.

Schöneck – Der neue Seniorenbeirat setzt sich aus neun Mitgliedern, im Idealfall bestehend aus je drei Personen aus jedem Ortsteil zusammen, und fungiert in erster Linie als Beratungsorgan für die Gemeindeverwaltung. „Wichtig ist: Wir sind überparteilich und orientieren uns an Sachthemen“, betont Erdelmeier. Alle Entscheidungen werden per Mehrheitsbeschluss gefasst.

Wie sind die Bedürfnisse nach zwei Jahren Pandemie?

Im Gespräch mit unserer Zeitung berichtet Alfred Erdelmeier (Oberdorfelden) zusammen mit den drei Kandidaten Christian Schenk (Büdesheim), Helmut Wiedmaier (Kilianstädten), Marija Majal (Kilianstädten) und Ralf Ottenheim von der Seniorenberatung der Gemeinde über die Vorstellungen und Wünsche der älteren Menschen in Schöneck. Alle stehen praktisch in den Startlöchern, um wieder loszulegen. „Nach zwei Jahren Corona brennen viele Senioren darauf, wieder rauszugehen und etwas zu unternehmen“, so Erdelmeier. Denn ihnen renne die Zeit davon. Für viele hätten sich die starken Einschränkungen „wie Hausarrest“ angefühlt. Seniorenweihnachtsfeier, Rosenfest, Urlaub ohne Koffer – alle gewohnten Veranstaltungen mussten ruhen. Erdelmeier plädiert dafür, zum frühestmöglichen Zeitpunkt ein Treffen im Bürgertreff Kilianstädten zu arrangieren, um zu erfahren, was die Erwartungen der Senioren sind. Wie sind die Bedürfnisse aktuell? Im Moment sei alles nur „Kaffeesatzleserei“.

Der Seniorenbeirat macht Vorschläge für Ausflüge und Treffen, arbeitet am Kulturpogramm der Gemeinde mit. Helmut Wiedmaier hat sich zum Beispiel bereit erklärt, den geplanten Ausflug im Mai zum Modemarkt Adler in Haibach zu begleiten. „Ich hoffe, dass er auch wirklich stattfindet“, sagt er. Die Veranstaltungen sind für viele Senioren ein wichtiger Beitrag, doch er birgt auch Nachteile. „Die Menschen sehen uns als Privatleute und nicht als Mitglieder eines Gremiums, Betroffene gehen mit ihren Anliegen lieber direkt zur Gemeinde“, sagt Erdelmeier. Dabei kümmert sich der Seniorenbeirat auch um andere Themen. So hat er sich beispielsweise aktiv für den Bürgerbus eingesetzt. Christian Schenk, der als Disponent für das Projekt aktiv ist, weiß aber auch: Viele Menschen trauen sich überhaupt nicht, Hilfe in Anspruch zu nehmen.

Vorschlag: Seniorenpass auf andere Gruppen ausweiten

Ein Erfolg sei die Einführung des Seniorenpasses, der für Senioren mit geringem Einkommen eine Vergünstigung von 50 Prozent auf alle Angebote der Seniorenberatung bietet. Ralf Ottenheim bestätigt, dass sich auch andere Kommunen für das Modell interessieren und sich bei ihm danach erkundigen. „Wir befürworten die Ausdehnung auf andere Gruppen mit geringem Einkommen“, sagen die Mitglieder des Seniorenbeirats.

Marija Majol, unter anderem auch Mitbegründerin des Ausländerbeirats, berichtet, dass Unterstützung wie über die Essensbank nur angenommen wird, wenn die Lieferung nach Hause und anonym erfolgt. „Das ist in einer kleinen Gemeinde anders als in der großen Stadt.“

Mobilität und Barrierefreiheit als Themen

Einig ist man sich: Der Seniorenbeirat ist wichtig, weil älteren Menschen Dinge auffallen, die Jüngere vielleicht nicht bemerken. „Wir verbringen viel Zeit am Wohnort und dadurch fällt uns mehr auf“, sagt Helmut Wiedmaier. Beispielsweise Stellen, an denen ein abgesenkter Bordstein gut wäre. „Und davon profitieren dann ja auch Eltern, die mit Kinderwagen unterwegs sind.“

Ein Wunsch von Senioren wird demnächst umgesetzt. Sie hatten sich einen Briefkasten für Post an die Gemeinde am Dorfgemeinschafthaus in Oberdorfelden gewünscht. Themen sind aber auch öffentliche Toiletten, Behindertenparkplätze oder Barrierefreiheit. „Wenn wir einen Vorschlag haben, hört die Gemeinde uns zu. Deshalb: Bitte nehmen Sie an der Wahl teil“, rufen alle gemeinsam auf.

Wahlunterlagen wurden verschickt

Wahlberechtigt sind alle Personen ab dem 60. Lebensjahr mit Wohnsitz in Schöneck. Die Wahlunterlagen sind ihnen per Brief zugeschickt worden. Die neuen ehrenamtlichen Mitglieder werden für vier Jahre durch Briefwahl gewählt. Es gibt aber auch die Möglichkeit, die Wahlscheine in die Wahlurnen in den Rathäusern in Kilianstädten und Büdesheim einzuwerfen. Ausgezählt wird am Donnerstag, 31. März. Weitere Infos über alle 18 Kandidaten für die Seniorenbeiratswahl gibt es auf der Homepage der Gemeinde.

» schoeneck.de

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