Gut angekommen in der Journalismus-Klasse der Waynesboro High School: Hier kann Jaqueline (Mitte) ihrer Kreativität freien Lauf lassen. Auf dem Bild diskutiert sie mit ihrer Lehrerin und einer Mitschülerin über einen Artikel. Sechs Monate ist sie zu Gast im US-Staat Virginia. Foto: Privat

Schöneck

Schöneckerin berichtet von High-School-Aufenthalt in den USA

Schöneck. Die 17-jährige Jaqueline Dietz aus Oberdorfelden wohnt seit Ende Dezember bei einer Gastfamilie in Waynesboro, Virginia. Vier Monate hat die Schülerin, die dort auf die High School geht, noch vor sich. Die junge Frau hat uns von ihrem Alltag erzählt.

Von Carolin Heschek

Schon seit sie ein kleines Mädchen war, reizte Dietz der Gedanke, einmal einen Auslandsaufenthalt zu machen. „Meine Mutter hat das in dem Alter auch gemacht und mir immer wieder davon erzählt.“ Ihren Eltern sei bei der Entscheidung, wann sie fliegt, das Abitur wichtig gewesen. „Sie sagten mir von Anfang an, dass ich erst mein Abitur in der Tasche haben soll. Da ich jedoch danach zu alt für einen High-School-Aufenthalt wäre, mache ich es jetzt“, so die Schöneckerin.

Bevor Dietz das Abenteuer auf sich nahm, machte sie 2017 ihren Realschulabschluss. Laut der Oberdorfelderin ist der eigentliche Plan gewesen, ein ganzes Jahr in die Vereinigten Staaten zu fliegen. Komplikationen mit der amerikanischen Botschaft machten ihr einen Strich durch die Rechnung. Ihr fehlte eine Bescheinigung von der Schule, um ihr Visum zu beantragen. Erst zwei Wochen vor ihrem geplanten Flug hatte Dietz die Unterlagen vollständig, zu spät, um den Flug anzutreten. Das Visum musste schließlich erst bearbeitet werden. Der Flug wurde verschoben, die 17-Jährige arbeitete zur Überbrückung in einem Frankfurter Kindergarten.

FreizeitangeboteAm 28. Dezember war es dann endlich so weit: Dietz trat ihre Reise an. Seitdem wohnt sie bei Freunden ihrer eigenen Familie in Waynesboro. Ihr erster Eindruck sei „überwältigend“, sagt uns die Schülerin. „Es ist ganz anders als in Deutschland. Von den Verpackungen im Supermarkt bis hin zur Schule ist alles viel größer. Die Leute hier sind super freundlich und gehen offen aufeinander zu.“ Die Freizeitangebote seien sehr groß, allein an ihrer High School gebe es zahlreiche Clubs und Schulsportmannschaften.

Ein typischer Tag beginnt für die 17-jährige um 8.30 Uhr mit Schule. Gegen 15.20 Uhr endet der Unterricht, anschließend macht sie Hausaufgaben und lernt. „Ansonsten treffe ich mich mit Freunden, unternehme etwas mit meiner Gastfamilie oder gehe joggen im Park“, ergänzt sie. Am Wochenende mache sie Ausflüge und skype mit ihrer Familie, Freunden und ihrem Freund, die sie alle sehr vermisse. Doch dagegen hat die Reisende bereits eine Formel gefunden: „Wenn ich merke, dass ich traurig werde, versuche ich mit meinen Freunden und mit meiner Gastfamilie darüber zu reden oder etwas zu unternehmen.“

Aufregende ZeitDietz erzählt, sie habe bereits „viele neue Freunde gefunden, Ski fahren gelernt und die Universität in Virginia besucht“. Außerdem sei sie bereits auf einem Jazzkonzert gewesen und habe ein Kleid für den Abschlussball an der High School gekauft. Zum Großteil, so die Schöneckerin, halte sie sich in Waynesboro auf, da sie dort auf die Schule geht. In den Ferien fahre sie für eine Woche gemeinsam mit ihrer Gastmutter nach Myrtle Beach in South Carolina. „Außerdem beginnen die Sommerferien hier ungefähr zwei Monate früher als in Deutschland, da werde ich dann zelten gehen.“

Die Abenteurerin genießt die Zeit in Amerika in vollen Zügen, auch wenn sie sich den Aufenthalt anders vorgestellt hatte: „Ich war schon ein paar Mal hier im Urlaub, das aber nie länger als 14 Tage. Bevor ich hier angekommen bin, habe ich mir nie ernsthaft Gedanken darüber gemacht, wie anstrengend die ersten Wochen sein werden. Man muss plötzlich rund um die Uhr eine andere Sprache sprechen. Ich glaube, ich habe in den letzten Jahren nicht mehr so gut geschlafen wie in meinen ersten drei Wochen hier, weil ich jeden Tag so müde war“, gibt die Schülerin zu.

To-do-ListeVier Monate hat sie noch vor sich. „In dieser Zeit steht noch eine ganze Menge an. Meine Freunde hier haben eine To-do-Liste geschrieben. Da ich in der Nähe der Berge wohne, werden wir im Sommer wandern, ansonsten geht es an den Strand.“ Zusätzlich stünden neben dem Schulball noch weitere Events an.

Nach ihrer Ankunft in Deutschland möchte die junge Frau erst mal ihre „extralangen Sommerferien“ genießen und anschließend auf der Oberstufe ihr Abitur machen. Sie freut sich trotz allem sehr auf zu Hause und sagt, es sei nicht immer leicht, mit ihrer Familie und ihrem Freund in Kontakt zu bleiben. „Aber es sind nur noch vier Monate, und die ersten zwei sind so schnell vergangen, da wird die Zeit hier bald vorbei sein.“

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