Demonstration am Rauchhaus: Mit Playmobil-Figuren werden Gefahrensituationen simuliert. Foto: Axel Häsler

Schöneck

Schönecker Brandschützer schulen mit Playmobil

Schöneck. Dicker Qualm steigt unter das Dach des Büdesheimer Feuerwehrgerätehauses. Sascha Brey führt den Erzieherinnen der Kita „Kleine Strolche“ vor, was passieren kann, wenn ein Legostein brennt. „Im Ernstfall reichen bei dichtem Rauch drei Atemzüge, dann fällt man in Ohnmacht“, erläutert der Brandschutzfachmann.

Von Mirjam Fritzsche

Schuld seien die Brandgase, die sich bei einem Feuer entwickeln – unter anderem durch Plastikspielzeug. Diese Gase sind extrem gefährlich.

Regelmäßig schult die Schönecker Feuerwehr Schulklassen, aber auch Vereine, Unternehmen und gemeindeeigene Einrichtungen. Um den Teilnehmern vor Augen zu führen, was bei einem Brand in einem Gebäude abläuft, steht seit drei Jahren ein „Rauchhaus“ zur Verfügung – Marke Eigenbau. „Matthias Steul von der Feuerwehr Kilianstädten hat es für uns gebaut“, erläutert Brey.

Das „Puppenhaus“ hat drei Stockwerke und seit Kurzem auch Bewohner: eine Familie aus Playmobilfiguren. „Da gehört natürlich auch ein Hund dazu. Kinder sind ihre Haustiere ganz wichtig.“ Mit den Spielfiguren ließe sich das richtige Verhalten bei Gefahr spielerisch vermitteln. Zwei Playmobil-Feuerwehrmänner stehen parat, um die Familie aus dem brennenden Haus zu „retten“.

Proben des Ernstfalls mit Diskorauch

Natürlich wird das Haus nicht angezündet. Über einen Schlauch und kleine Löcher an der Rückwand wird Rauch in das Haus gepumpt. „Keine Sorge, das ist nur Diskorauch“, erklärt Brey. Folgende Situation wird simuliert: Die Mutter hat den Kochtopf auf dem Herd vergessen. Es entwickelt sich starker Rauch im Dachgeschoss. Die Familie ist im Garten und merkt erstmal nichts.

„Und jetzt schauen Sie mal, wo der Rauch hinzieht“, gibt Brey einen Denkanstoß. Das lässt sich leicht erkennen. Er setzt sich am Boden ab. Die Playmobil-Mutter will nach dem Rechten schauen, betritt das Haus. Sascha Brey klappt die Tür zum Treppenhaus auf und in wenigen Sekunden füllt sich auch dieses mit Rauch. Die Erzieherinnen sind erstaunt. „Das hätte ich nicht gedacht“, heißt es. „Deshalb ist es wichtig, die Türen geschlossen zu halten“, sagt Brey.

Zu den häufigsten Fehlern, die gemacht werden, gehören unter anderem eine offene Wohnungstür und der Fluchtversuch durch das verrauchte Treppenhaus, sagt Hubert Lang, der die Schulung gemeinsam mit Sascha Brey hält. „Wir müssen ins Haus vielleicht noch größere Fenster einbauen“, sagt er schmunzelnd. Beim „Rettungsversuch“ des Playmobil-Kindes durch das Fenster bleibt er mit der Hand stecken.

Viele Brandgefahren im Winter

Lang weist darauf hin, dass es in der kalten Jahreszeit viele Brandgefahren gibt. „In der Weihnachtszeit brennen viele Kerzen, es gibt Adventskränze und Weihnachtsbäume. Deshalb ist es ratsam, immer einen Eimer mit Wasser bereit zu halten. Aber bitte nicht hinter den Baum stellen, wie es einige Leute machen“, rät er den Erzieherinnen. Wenn es brennt, sollte die erste Maßnahme sein, die Feuerwehr zu rufen. „Das wird manchmal vergessen“, sagt er.

Das Rauchhaus wird auch für eigene Zwecke genutzt, zum Beispiel um die Jugendfeuerwehr zu unterweisen. „Die Schulung mit dem Rauchhaus ist beliebt. Es gibt einige Anfragen“, sagt Hubert Lang.

Die nächste Vorführung findet am 13. November in Oberdorfelden statt. Dann dürfen die Erzieherinnen der Kita Regenbogen mit der Schönecker „Feuerwehrfamilie“ aus dem Rauchhaus retten.

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