1. Startseite
  2. Region
  3. Schöneck

Entspanntes Einkaufen: Schöneck will Einrichtung eines Feierabend-Markts prüfen

Erstellt:

Von: Mirjam Fritzsche

Ein Erfolgsmodell: der Wochenmarkt in Büdesheim. Jetzt soll geprüft werden, ob sich zusätzlich ein Feierabend-Markt in Schöneck lohnen könnte. Archiv
Ein Erfolgsmodell: der Wochenmarkt in Büdesheim. Jetzt soll geprüft werden, ob sich zusätzlich ein Feierabend-Markt in Schöneck lohnen könnte. Archiv © Reinhard Paul

Einkaufen unter freiem Himmel und ohne Zeitdruck? Das könnte in Schöneck bald Realität werden. Das Parlament plant einen Feierabend-Markt.

Schöneck – Wer die Sitzung des Schönecker Parlaments live verfolgen möchte, muss dazu weiterhin in den Bürgertreff kommen. Die Kommunalpolitiker haben sich endgültig gegen eine Übertragung im Internet entschieden. Hoffen dürfen die Bürger jedoch, dass es demnächst neben Büdesheim wieder einen weiteren Wochenmarkt in Schöneck geben könnte – zumindest in den Sommermonaten.

In Niederdorfelden und Rodenbach wird schon gesendet. Dort haben sich die Politiker für Parlaments-TV entschieden. Den Antrag für eine Live-Übertragung in Schöneck hatte die FDP-Fraktion bereits 2020 gestellt. Die Entscheidung wollte man jedoch dem neu gewählten Parlament überlassen. In mehreren Ausschusssitzungen informierten sich die Mitglieder über Umsetzung und Kosten.

Doch im Laufe der Beratungen stellte sich heraus: Zu viele Parlamentarier haben Bedenken, fürchten Häme und Spott in den sozialen Netzwerken. Deshalb legte FDP-Fraktionschefin Anke Pfeil einen Änderungsantrag vor. Der Inhalt: Die Vereinbarung solle zunächst für ein Jahr befristet sein, die aufgezeichneten Veranstaltungen nach Ablauf der Wahlperiode gelöscht werden.

Parlamentarier in Schöneck befürchten Spott: Endgültiges Aus für Parlaments-TV beschlossen

Wer mit der Übertragung nicht einverstanden ist, kann widersprechen. Pfeil beantragte die namentliche Abstimmung, schließlich habe die CDU vor der Kommunalwahl damit geworben, dass sie Parlaments-TV unterstützen wolle.

CDU-Fraktionsvorsitzende Carina Wacker bestätigte, dass ihre Partei sich dafür ausgesprochen habe. „Aber es war auch klar, dass das neue Parlament entscheiden soll. Und da haben eben viele Bedenken. Zudem sind wir Ehrenamtliche nicht darin geschult, im Fernsehen aufzutreten“, so Wacker.

Claudia Ditzel (SPD) unterstrich, dass die Kosten mit 15.000 bis 20.000 Euro pro Jahr aus ihrer Sicht zu hoch seien. „Wenn am Ende 20 Leute nicht zu sehen sind, weil sie der Aufnahme widersprechen, ist es doch unmöglich, einer Diskussion zu folgen“, sagte Ditzel. Arthur Unkrich von den Freien Wählern sprach sich ebenfalls gegen Parlaments-TV aus.

Parlamentarier in Schöneck wollen keine Live-Übertragung: „Ein Fernsehkanal ist nicht der richtige Weg“

„Ein Fernsehkanal ist nicht der richtige Weg. Die Bürger können sich doch auch über das Ratsinfosystem informieren“, betonte er. Zustimmung für den Vorschlag der Liberalen gab es von Gernot Zehner (WAS) und Laura Merz (Grüne). Beide halten das Konzept für zeitgemäß. Damit blieben sie aber in der Minderheit. Mit 19 zu zehn Stimmen bei zwei Enthaltungen wurde der Antrag abgelehnt. Trotz namentlicher Abstimmung.

Dafür hatte ein anderer Beschlussvorschlag der FDP Erfolg. Die Liberalen möchten, dass die Einrichtung eines Feierabend-Marktes geprüft wird. Dieser könnte laut Vorschlag von Mai bis September einmal wöchentlich in der Zeit von 16 bis 20 Uhr stattfinden. Als Ort schlägt die FDP den Parkplatz am Bürgertreff oder im Rathausinnenhof vor.

Erst vor wenigen Monaten war der Wochenmarkt in Kilianstädten eingestellt worden. Die Umsätze waren für die Beschicker nicht attraktiv und wirtschaftlich, hieß es aus dem Rathaus. „Viele Bürger bedauern das erneute Scheitern. Ein Wochenmarkt ist ja auch ein Kommunikationszentrum“, so Pfeil. Deshalb sei es den Versuch wert, ein neues Konzept zu testen.

Beschlussvorschlag der FDP Schöneck hat Erfolg: Beschicker sollen befragt werden

Die SPD-Fraktion findet die Idee gut und bringt als Standort auch den Bereich vor der Nidderhalle in Oberdorfelden ins Spiel. Schließlich gebe es in Schönecks kleinstem Ortsteil seit geraumer Zeit keinen Einkaufsmarkt mehr. So könne die Versorgungssituation in Oberdorfelden verbessert werden.

Der Vorschlag kommt von Bürgermeisterin Conny Rück (SPD). „An der Nidderhalle ist die nötige Infrastruktur vorhanden. Gerade dienstags ist dort viel Betrieb“, so Rück. Die Anträge wurden einstimmig angenommen. Jetzt werden Beschicker kontaktiert. (Mirjam Fritzsche)

Auch interessant