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Schöneck: Am Sportplatz in Büdesheim gibt es nun einen Calisthenics-Park

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Keine Ausreden mehr: In der Gemeinschaft macht das Fitness-Training doppelten Spaß.
Keine Ausreden mehr: In der Gemeinschaft macht das Fitness-Training doppelten Spaß. © Jürgen W. Niehoff

Kein Trimm-dich-Pfad in der Nähe? Keine Lust auf enge und stickige Fitnessstudios? Diese Ausreden gehören für Schönecker Bürger der Vergangenheit an. Denn am Sonntag eröffnete Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) den neuen Calisthenics-Park in Büdesheim, direkt neben dem Sportplatz.

Schöneck – Aber was bedeutet Calisthenics? Es ist ein Überbegriff für verschiedene Eigengewichtsübungen. Alternative Bezeichnungen sind „Street Workout“, „Ghetto Fitness“ oder „Body Weight Exercises“. In der Regel findet das Training in der Gruppe und an der frischen Luft statt. Die Idee eines öffentlichen Calisthenics-Parks liegt somit nahe.

In einer solchen Fitness-Anlage gibt es einfache Stahlgerüste, von denen viele den Turngeräten Barren und Reck nachempfunden sind. Viele Calisthenics-Übungen können in der freien Natur ganz ohne Geräte ausgeführt werden. Aber Hilfsmittel wie die Klimmzugstange oder die Dip-Station intensivieren das Training.

Training durch das eigene Körpergewicht

„Das ist kein neumodischer Trend, der bald wieder verschwunden sein wird. Wir haben mit den ersten Geräten bereits 2017 hier auf dem Büdesheimer Sportplatzgelände angefangen“, berichtet Dieter Schulz. Er hat die Idee mit dem Fitness-Park für Schöneck voran getrieben, genauso wie die Umsetzung des Wanderweges rund um Schöneck. Nach den ersten Geräten, die sich hauptsächlich an Menschen im fortgeschrittenen Alter richten, kam der Wunsch vor allem aus der Jugend auf, auch für ihre Altersgruppe etwas aufzustellen.

Bei Calisthenics werden die Übungen lediglich mit dem bloßen Körpergewicht absolviert. Externe Gewichte und Zubehör kommen eher selten zum Einsatz. Im Gegensatz zum klassischen Krafttraining müssen bei Calisthenics verschiedene Muskelgruppen miteinander kooperieren, um das Gleichgewicht zu halten. Dadurch kräftigen und stabilisieren die Übungen den gesamten Körper.

Initiator: Gemeindevertreter und Sportvereinkoordinator Dieter Schulz brachte den Calisthenics-Park in die Gremien.
Initiator: Gemeindevertreter und Sportvereinkoordinator Dieter Schulz brachte den Calisthenics-Park in die Gremien. © Jürgen W. Niehoff

Auch wenn der Calisthenics-Park von vielen immer noch als Outdoor-Fitness-Trend wahrgenommen wird, handelt es sich dabei um eine jahrtausendealte Tradition der körperlichen Ertüchtigung. Der Ursprung von Calisthenics liegt nämlich im antiken Griechenland. Dort stählten sich die Spartaner auf diese Weise. Ebenfalls nutzten die Athleten der Olympischen Spiele dieses Eigengewichtstraining. Später etablierten sich Elemente des Calisthenics-Trainings auch im alten Rom.

Trainingsmethode bereits in der Antike bekannt

Mit dem Ende der Antike verschwand dieser Sport über lange Zeit. In New York wurde er dann zu Beginn des 21. Jahrhunderts wiederentdeckt. Die öffentlichen Sportparks des „Big Apple“ mit Klimmzugstangen, Barren und Hangelstrecken motivierten Jugendliche zum Training außerhalb von teuren Fitnessstudios.

Genau das ist auch der Ansatz des Schönecker Physiotherapeuten Markus Neumann: „Es macht einfach mehr Spaß, an der frischen Luft und in der Gemeinschaft zu trainieren, als zu Hause in der stickigen Wohnung.“ Er will zukünftig vermehrt seine Kurse im Freien abhalten.

Auch Bürgermeisterin Rück ist begeistert von der Anlage. „Mit 65.000 Euro Kosten insgesamt war der kleine Fitness-Park zwar nicht gerade preiswert und wäre ohne den Zuschuss des Landes in Höhe von 14 000 Euro und der Spende der Physio-Praxis Neumann möglicherweise auch nicht umgesetzt worden, jetzt aber steht der Calisthenics-Park und wird sicherlich auch bald einen Nachfolger in Oberdorfelden finden“, ist sich die Bürgermeisterin sicher. Die Anlage in Büdesheim ist öffentlich und ab sofort für jedermann zu jeder Zeit zugänglich. (Von Jürgen W. Niehoff)

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