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Niddersteg: Reparatur statt Neubau

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Seit 2014 ist der Niddersteg wegen Baufälligkeit für den Durchgang gesperrt. Das könnte sich bald ändern: Der Gemeindevorstand wird beauftragt, ein konkretes Angebot für die Reparatur der Brücke in ihrer bisherigen Form einzuholen. Das haben die Parlamentarier in ihrer letzten Sitzung beschlossen. ( Archivfoto: Kalle)
Seit 2014 ist der Niddersteg wegen Baufälligkeit für den Durchgang gesperrt. Das könnte sich bald ändern: Der Gemeindevorstand wird beauftragt, ein konkretes Angebot für die Reparatur der Brücke in ihrer bisherigen Form einzuholen. Das haben die Parlamentarier in ihrer letzten Sitzung beschlossen. ( Archivfoto: Kalle)

Schöneck. Es bewegt sich endlich wieder etwas beim Thema Fußgängerbrücke über die Nidder. Matthias Geisler von den Freien Wählern ist das Kunststück gelungen, einen Antrag zu formulieren, dem alle Fraktionen zustimmen konnten. Die seit Jahren laufende Diskussion sei ihnen „entglitten“, sagte er.

Von Mirjam Fritzsche

Darum geht’s: Die kleine Holzbrücke verbindet das Ende des Festplatzes in Büdesheim mit dem Sportplatz. Das 30 Jahre alte Bauwerk ist jedoch seit 2014 wegen Baufälligkeit für den Durchgang gesperrt. In Büdesheim wird das sehr bedauert. Nicht nur bei den Sportlern des FC 66 ist der Niddersteg beliebt, sondern auch bei Spaziergängern und Hundebesitzern (unsere Zeitung berichtete).

Instandsetzungs-Mittel waren eingeplant

Mittel für die Instandsetzung waren im Haushalt 2017 eingeplant. Mehr als 300 000 Euro, weil man überlegt hat, statt der Holzkonstruktion eine neue Aluminiumbrücke zu errichten. Im vergangenen November stimmten die Gemeindevertreter dann dafür, von einem Experten untersuchen zu lassen, ob die Unterkonstruktion tragfähig ist. Auch ein Neubau an anderer Stelle kam ins Gespräch. Passiert ist aber weiterhin nichts.

Die Schuld dafür sieht die Wahlalternative Schöneck (WAS) in einem Versäumnis des Gemeindevorstands, der das Prüfgutachten längst hätte in Auftrag geben müssen. Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) bestreitet die Vorwürfe vehement. „Es fehlte eine Entscheidung des Parlaments zu Brückenart und Standort“, sagt sie.

Austausch der defekten Teile

Geislers Vorschlag ist nun, die „entglittene“ Diskussion wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen. „Der Gemeindevorstand wird beauftragt, ein konkretes Angebot für die Reparatur der Brücke in ihrer bisherigen Form einzuholen. Die Kosten der Sanierung sind doch hauptsächlich deshalb gestiegen, weil eine neue Aluminiumbrücke eine neue Fundamentierung nach sich ziehen würde“, begründet der FWG-Fraktionschef.

Nach einer Reparatur würde die Brücke für einen erheblich geringeren Betrag wieder für mehrere Jahrzehnte ihren Dienst tun. Einfach die defekten Teile austauschen, die Geländerhöhe an das notwendige Maß anpassen und einen neuen witterungsbeständigen Belag verwenden – fertig ist die Laube, um es mal umgangssprachlich zu formulieren.

Zustimmung von SPD-Fraktion

Bei der SPD-Fraktion stieß Geisler damit auf große Zustimmung. „Ich denke, die Holzkonstruktion zu erhalten, ist die vernünftigste und auch schönste Lösung“, so die Fraktionsvorsitzende Christina Kreuter. Allein Gernot Zehner (WAS) konnte es kaum glauben. „Was die Brücke betrifft, sehe ich schwarz“, sagte er. Schließlich sei ja auch das Prüfgutachten nicht beauftragt worden. Den Antrag werde er aber natürlich unterstützen und hoffe, dass er diesmal auch umgesetzt werde. Die Grünen argwöhnten gar, er betreibe bereits Wahlkampf. Erst vor wenigen Tagen hatten WAS und FWG angekündigt, einen eigenen Kandidaten bei der Bürgermeisterwahl im Februar ins Rennen zu schicken.

Bürgermeisterin Conny Rück war sichtlich verärgert über den Seitenhieb, befürwortete aber den FWG-Vorschlag. „Ich halte den aktuellen Standort auch für den besten. Lassen Sie es uns neu angehen.“ Der Antrag wurde einstimmig angenommen.

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