Blickt optimistisch in die Zukunft: Das neue Team vom Buchwaldhof in Büdesheim rund um Günther Heuschkel (Zweiter von links, vordere Reihe). Foto: Mike Bender

Schöneck

Neuanfang für den Buchwaldhof: Reitschule soll bald eröffnen

Schöneck. „Kriegen wir da noch was Schönes draus hin?“. Diese Frage stand für Günther Heuschkel in den schwierigen Monaten durchaus im Raum. Der neue Besitzer des Buchwaldhofs geriet selbst in den Fokus der Ermittlungen um den Tod von Bianca H.

Von Mirjam Fritzsche

Die 51-Jährige ist vor einem Jahr in ihrem Wohnhaus auf dem Pferdehof stranguliert worden. Während sich der Täter dieser Tage vor Gericht verantworten musste, arbeiten Heuschkel und seine Mitstreiter an einem Neuanfang für den Hof. In wenigen Wochen soll dort eine Reitschule eröffnen. „Egal, was passiert, es kommt immer darauf an, was man draus macht“, so Heuschkel beim Besuch des HA.

Die Sonne scheint an diesem Spätsommertag angenehm warm über die Felder, auf dem Hof herrscht bei unserer Ankunft rege Betriebsamkeit. „Wir arbeiten hier im Moment an sieben Tagen in der Woche“, berichtet Heuschkel, Chef eines Handwerksbetriebs in Bad Homburg. Es hat sich schon einiges getan in den vergangenen Monaten. Das Wohnhaus wurde kernsaniert und ist wieder bewohnt. Die auffällige gelbe Hausfarbe mit den roten Fenstern weicht nach und nach einem modernen Farbkonzept in Weiß und Grau.

Die gesamte "Mannschaft"

Im ehemaligen Reiterstübchen kommt die „Mannschaft“ zusammen. Günther Heuschkel und seine Tochter Nina Commendatore, die Miteigentümer Achim Rosenberger und Marco Germey, Betriebsleiterin Susan Habich, die „Stallfeen“ Gitta Hens und Bettina Gasteier sowie der „Mann für alles“ Mischa Rosenberger. „Dieser Raum soll später eine Art Seminarraum werden, hier können wir Kindergeburtstage stattfinden lassen“, erklärt Susan Habich. Obwohl noch keine Werbung für die Reitschule gemacht wurde, stehe das Telefon selten still. „Es gibt viele Interessierte, die vorbeikommen und wissen wollen, wie es hier weitergeht“, sagt sie.

Im Gespräch erläutert sie das Konzept. „Es soll keine klassische Reitschule werden. Wir sind kein Turnierstall. Die Kinder sollen bei uns lernen, das Tier als Partner zu sehen. Füttern und Putzen sind ebenso wichtig wie das Reiten“, erläutert die 33-Jährige. Auch Kaninchen, Ziegen und Schafe sollen auf dem Hof ein Zuhause finden.

Damit der Betrieb Mitte Oktober starten kann, gibt es noch viel zu tun. „Der ehemalige Innenstall wird zu einem Reiterstübchen umgebaut. Dort sollen später auch eine beheizte Sattelkammer und eine Futterkammer entstehen. Auch ein Putzplatz und eine Pferdesolarium sind geplant. Insgesamt 20 Einsteller können auf dem Hof vermutlich ab Ende des Jahres ihr Pferd unterbringen. Entweder im neuen Offenstall, der sich noch im Umbau befindet oder in einer der Boxen. Platz gibt es zudem für bis zu 15 Schulpferde.

"Wir wollten verpachten"

„Ursprünglich haben wir gar nicht geplant, den Hof selbst zu betreiben. Wir wollten verpachten“, erklärt Heuschkel. Er selbst könne nicht reiten, habe aber „ein Händchen“ für die Tiere, wie Tochter Nina betont. „2008 war ich Bauleiter auf diesem Hof und habe mich in die besondere Lage mit dem Blick über die Felder verliebt“, sagt der 56-Jährige. Als die Anlage samt Grundstück dann 2017 zum Verkauf stand, habe er die Chance ergriffen. Aufgrund finanzieller Schwierigkeiten wurde der Hof zwangsversteigert. Nun plant Heuschkel, dauerhaft auf dem Hof zu leben.

Die ersten Tiere sind auch schon eingezogen. „Pony Dirk ist mittlerweile sowas wie unser Maskottchen“, sagt Nina Commendatore. Sie übernimmt viele Planungsaufgaben und hat sich mit Susan Habich auf die Suche nach geeigneten Pferden und Ponys gemacht. „Bei uns gibt es die Mentalität der offenen Tür. Wer möchte, kann einfach vorbeischauen“, so die Betriebsleiterin.

Die Schatten der Vergangenheit möchten alle hinter sich lassen. „Bei uns wird viel gelacht. Das hier ist ein richtiger Familienbetrieb, denn alle Mitarbeiterinnen haben Kinder, die hier sehr gerne gesehen sind“, sagt sie. Gemeinsames Grillen steht für alle Helfer regelmäßig auf dem Plan.

Kurzzeitig selbst unter Verdacht

Günther Heuschkel betont, wie viel Rückhalt er durch Familie und Freundeskreis erhalten habe, als er kurzzeitig selbst unter Verdacht geriet. Er war vor Jahren einige Monate mit Bianca. H. liiert gewesen, zudem gab es Probleme bei der Übernahme des Hofes.

„Die Kripo hat zum Glück einen guten Job gemacht und den Täter ermittelt.“ Seine größte Angst sei gewesen, dass der Verdacht für immer an ihm hängen bliebe, wenn der Fall nicht eindeutig aufgeklärt worden wäre.

Kontakt und Informationen zum Buchwaldhof mobil unter der Telefonnummer 01 76/42 73 14 78 und im Internet.›› r eitstall-buchwaldhof.de

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