In Kindergärten können Mädchen und Jungen ab drei jahren für sechs Stunden kostenlos betreut werden. Die Nachmittagsgebühren bleiben in Schöneck allerdings kostenpflichtig. Das beschloss das Gemeindeparlament am Dienstag im Bürgertreff. Symbolbild: Pixabay

Schöneck

Nachmittagsgebühren in Kitas bleiben

Schöneck. Komplett gebührenfreie Kindergärten – davon träumen wohl viele Eltern. Die Schönecker Grünen wollten diesen Wunsch wahr machen, scheiterten jedoch mit ihrem Anliegen. Die Mehrheit im Gemeindeparlament stimmte am Dienstagabend gegen eine Abschaffung der Nachmittagsgebühren.

Von Mirjam Fritzsche

Seit August 2018 gibt es zumindest eine teilweise Befreiung. Für sechs Stunden können Eltern ihre Kinder ab dem vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt für diese Zeit kostenlos betreuen lassen. Die Gemeinde Schöneck erhebt keine Gebühr, erhält dafür einen Ausgleich von 135,60 Euro pro Monat und Kind vom Land Hessen. Aus Sicht der schwarz-grünen Landesregierung ist die teilweise Kitagebührenbefreiung ein großer Wurf.

Auch Gemeindevertreter Wolfgang Seifried (Grüne) ist überzeugt. „Schöneck hat durch die Landespauschale für die Vormittagsbetreuung sogar 184 000 Euro mehr in der Tasche. Und das bei unveränderten Ausgaben“, betonte er. Würden die Anmeldezahlen gleich bleiben, wäre es möglich, die Gebühreneinnahmen für die Nachmittagsbetreuung in Höhe von 112 000 Euro zu decken, rechnete er vor.

Der Verzicht auf die Nachmittagsgebühren würde sogar Verwaltungsaufwand sparen: rund 16 000 Euro für wegfallende Tätigkeiten wie Mahnungen. Andere Kommunen wie Frankfurt oder Marburg böten bereits heute Ganztagsplätze gebührenfrei an. Bedenken, dass eine Freistellung die Nachfragen nach der Nachmittagsbetreuung steigern würde, teilt Seifried nicht. „Nachmittagsplätze werden ja ausschließlich an berufstätige Eltern vergeben“, begründete der Grünen-Vertreter. Ganz anders sieht dies FDP-Fraktionschefin Anke Pfeil.

„Natürlich wäre eine Gebührenfreiheit wünschenswert, aber dafür müssen noch wesentliche Punkte geklärt werden.“ In anderen Kommunen sei die Nachfrage durch solch eine Regelung auf 80 bis 90 Prozent gestiegen – trotz der Klausel „Berufstätigkeit“. Um dies zu finanzieren, müssten in Schöneck die Grundsteuern erhöht werden. Dazu sei ihre Fraktion nicht bereit. Zudem sei der FDP mehr Qualität wichtig, nicht nur die finanzielle Entlastung.

Seifried bedauerte, dass der Überschuss von 184 000 Euro, der sich durch die Neuregelung ergebe, nun einfach „im Haushalt verschwinde“. Dagegen verwehrte sich Bürgermeisterin Conny Rück (SPD). „Der Betrag trägt dazu bei, das Defizit im Bereich Kinderbetreuung zu reduzieren.“ Alle Fraktionen, außer den Grünen, stimmten schließlich gegen den Antrag auf eine vollständige Gebührenbefreiung.

Die Eltern müssen sich in Schöneck also weiterhin mit der sechsstündigen Befreiung begnügen.

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