Schöneck

Lange Tafel der Landfrauen Oberdorfelden wieder sehr beliebt

Schöneck. „Deine Erdbeersahnetorte ist einfach der Knüller!“ Tochter Bianka Vogel grinst verschmitzt, sie hatte die süße Kalorienbombe gebacken. Das Lob kommt (nicht nur) von Mutter Heike, bei der Langen Tafel der Landfrauen Oberdorfelden in der Alten Dorfstraße.

Von Rainer HabermannAm Sonntag ging dort verkehrstechnisch gar nichts mehr. Der Grund: Für die Tafel war die Straße gesperrt, Bürgerinnen und Bürger versammelten sich dort am Nachmittag an langen Tischen, um Kaffee, Fruchtsäfte oder auch das eine oder andere Bierchen zu trinken, lecker Kuchen zu essen und es sich bei sommerlichen Temperaturen um die 30 Grad einfach gut gehen zu lassen.

Nicht nur die Sonne lachte ohne Unterlass, auch überall entlang der Langen Tafel herrschte beste Laune. „Endlich kam der Wetterumschwung, rechtzeitig zum Sonntag“, lächelt auch Elke Nonnenmacher. „Jetzt ist sogar schon die Zeit, wo man dann lieber ein paar Stunden im Schatten unter den Sonnenschirmen verbringt als in der prallen Sonne.“ – „Und leider schmecken hier alle Kuchen so lecker, dass man gar nicht mehr aufhören möchte, zu essen“, strahlt auch Heike am Tisch der Vogels, deren KFZ-Betrieb das Glück hat, direkt am Beginn der „Meile“ zu liegen. „Aber ich weiß jetzt schon, dass ich morgen wieder Sport treiben muss, um all die Kalorien wieder runter zu kriegen“, sagt die Freundin der Familie. Sie kommt, wie alle anderen an der Tafel, aus dem Ort.

Ein kleines Dorffest

Es ist ein richtiges, kleines Dorffest für Oberdorfelden, was die Landfrauen mit ihrer Vorsitzenden Helga Beck hier zum zweiten Mal „angezettelt“ haben. „Wir haben nicht ganz so viel Zuspruch wie im vergangenen Jahr gehabt, als die Lange Tafel noch brandneu war. Und sicher hat auch die 1250-Jahr-Feier, aus deren Anlass heraus wir die Idee hatten, auch einmal – wie die Hanauer evangelische Kirche – eine lange Reihe Tische aneinander zu rücken und die Leute selbst ihre Speisen und Getränke mitbringen zu lassen, viel zum großen Ansturm 2018 beigetragen“, resümiert Beck.

Trotzdem: Auch wenn die 100 Meter Tafellänge vom vorigen Jahr nicht erreicht wurde und einige Lücken zwischen den Tischen offen blieben, so war doch der Spaßfaktor riesengroß. „Vor allem sieht man mal wieder etliche Nachbarn, von denen man fast schon nicht mehr wusste, dass es sie überhaupt gibt“, lacht Dieter Lind, der mit seiner Familie gemütlich unterm Sonnenschirm sitzt und das Dorfgespräch genießt. „Worüber wir uns unterhalten? Ach, über alles mögliche. Was der eine oder andere jetzt beruflich treibt, wo die Leute im Urlaub waren oder wo sie im Sommer hin wollen, wie es manchen gesundheitlich geht – der übliche Dorfklatsch halt“, meint Oma Rita. Auf ihrem Schoß im Liegestuhl schlummert selig die Enkelin.

Der Geist der Erdbeere

Auch die Politik macht einen Abstecher zur Tafel. Von der CDU war Max Schad da, zusammen mit seinem Kollegen Markus Wolf. Aber auch hier bildete „Dorf“ das Gesprächsthema, und nicht der Rückzug von Andrea Nahles, der SPD-Chefin, aus der Politik, verkündet am Sonntagmorgen. Ein ebenfalls ganz unpolitisches Schmankerl gab's zu guter Letzt: den Geist der Erdbeere, ausgepresst zu einer überaus gehaltvollen Erdbeerbowle, und kredenzt von den Landfrauen. Eine nette Ergänzung zu den Dutzenden Marmor-, Käsesahne-, Apfel- und Erdbeerkuchen.

Was bei solchen Veranstaltung meist übrig bleibt, ist ein Riesenberg Plastik- und sonstiger Müll. Nicht so bei den Landfrauen. „Wir hatten alle darum gebeten, keine Plastikbecher, Plastikbesteck oder Pappteller mitzubringen“, sagt Beck. „Und alle haben sich dran gehalten, ihr Keramikgeschirr anschließend auch wieder mit nach Hause genommen. Wir sind ja schließlich Landfrauen und der Umwelt verpflichtet“, berichtet die Vorsitzende erfreut.

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