1. Startseite
  2. Region
  3. Schöneck

Von Konfihelfern entwickelt: Neuer Escape Room in Schöneck

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Jan Lucas Frenger

Knobelspaß für (fast) alle Altersklassen: Stolz präsentieren Jugendarbeiterin Elisabeth Stüve (rechts) und Konfihelferin Anastasia Chinitidis den neuen Escape Room der Kirchengemeinde.
Knobelspaß für (fast) alle Altersklassen: Stolz präsentieren Jugendarbeiterin Elisabeth Stüve (rechts) und Konfihelferin Anastasia Chinitidis den neuen Escape Room der Kirchengemeinde. © Jan Lucas Frenger

Escape Rooms erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Dank engagierten Konfihelfern der Evangelischen Kirchengemeinde Kilianstädten-Oberdorfelden kann nun auch in Schöneck geknobelt werden.

Schöneck – Es ist das Jahr 0. Die drei Weisen aus dem Morgenland sind unterwegs nach Bethlehem, um das neugeborene Jesuskind zu sehen. Im Gepäck haben sie Weihrauch, Myrrhe und Gold – Geschenke für den Sohn Gottes. Auf ihrem Weg machen sie auch Halt in Jerusalem, wo sie König Herodes von ihrem Vorhaben berichten. Raffgierig wie er ist, beansprucht dieser die wertvollen Geschenke jedoch für sich selbst und nimmt sie den Reisenden kurzerhand ab.

Kasper, Melchior und Balthasar lassen das allerdings nicht einfach auf sich sitzen. Im Schutze der Nacht schleichen sie sich in den Palast, um ihre Gaben zurückzuholen. Dabei sind sie jedoch nicht auf sich allein gestellt. Auf ihrer geheimen Mission erhalten sie die tatkräftige Unterstützung zahlreicher Spieler. Spieler? Richtig, denn bei dieser leicht abgewandelten Version der bekannten Bibelgeschichte handelt es sich um die Einleitung zum neuen Escape Room „Auf der Suche nach den verlorenen Schätzen“ der Evangelischen Kirchengemeinde Kilianstädten-Oberdorfelden. Seit Anfang Januar hat dieser seine Pforten für Besucher geöffnet und auch der Autor dieser Zeilen durfte sich nun höchstpersönlich die Zähne daran ausbeißen.

Escape Room in Schöneck: 60 Minuten Zeit, um Rätsel zu lösen

Nach einer kurzen geschichtlichen Einführung durch Jugendarbeiterin und Gemeindepädagogin Elisabeth Stüve, die den Raum zusammen mit ihren Konfihelfern gestaltet und entwickelt hat, geht es auch schon los. Die Tür öffnet sich: Dahinter offenbart sich Herodes’ Tempel, in dem es innerhalb der nächsten 60 Minuten gilt, alle drei Geschenke zu finden und noch vor Ablauf der Zeit zurück zum Eingang zu bringen. „Schauen Sie sich den Raum erst mal in aller Ruhe ganz genau an“, sagt Stüve, die als gelegentliche Hinweisgeberin bei jeder Runde dabei ist.

Unterstützt wird sie an diesem Abend von Anastasia Chinitidis. Die 16-Jährige ist Teil des dreiköpfigen Konfihelferteams, das maßgeblich an der Entstehung des Escape Rooms beteiligt war.

Der Blick schweift durch den Raum und bleibt unweigerlich an einer Statue in der Ecke haften, sie ist in einen blauen Mantel gehüllt. Schon mal sehr verdächtig. Auf der anderen Seite zieht ein hölzernes Kreuz die Aufmerksamkeit auf sich. Doch das ist noch lange nicht alles, was es in Herodes’ Palast zu entdecken gibt. Oftmals lohnt es sich, genau hinzusehen, um auch ja keinen der gut versteckten Hinweise zu verpassen.

Evangelische Kirchengemeinde in Schöneck: Bühnenkeller zum Escape Room umgebaut

Da wäre zum Beispiel ein Regal an der Wand, das Fragen aufwirft. Mehrere Bibeln stehen darin, jede von ihnen versehen mit einem Buchstaben. Ein Exemplar tanzt dabei jedoch aus der Reihe. Was das wohl zu bedeuten hat? „Das ist ein Code, den gilt es zu knacken“, sagt Stüve. Als Belohnung winke eine Zahlenfolge, mit der sich eines der zahlreichen Schlösser, die im Escape Room verteilt sind, öffnen ließe.

Der Raum, der von der Gemeinde normalerweise als Bühnenkeller genutzt wird, strotz geradezu vor solch rätselhaften Zeichen und Symbolen, die nur darauf warten, entschlüsselt zu werden. Wem das gelingt, der erlebt am Ende womöglich eine Überraschung. Denn der Raum ist nicht unbedingt das, was er vorgibt zu sein. „Es ist spannend zu beobachten, wie sich die Leute nach und nach den Escape Room erschließen und jeder sein eigenes Talent einbringt“, sagt Stüve. Doch Achtung: Nicht hinter jedem verdächtigen Gegenstand oder Code verbirgt sich auch ein Hinweis. Manches dient lediglich der Verwirrung der Spieler. „Nicht alles hat eine Bedeutung. Wir haben auch ein paar Irrwege eingebaut“, erklärt Chinitidis.

Escape Room „Auf der Suche nach den verlorenen Schätzen“: Konfihelfer erarbeiten Konzept

Seit zwei Jahren ist die 16-Jährige als Konfihelferin in der Gemeinde an Bord und hat Stüve gemeinsam mit ihren Mitstreitern tatkräftig bei der Ausarbeitung des Escape Rooms unterstützt. „Wir haben uns vergangenes Jahr in den Weihnachtsferien getroffen und alles geplant. Das Konzept haben wir uns dabei komplett selbst ausgedacht“, berichtet die Jugendliche. Fast ein halbes Jahr tüftelt die Gruppe mithilfe entsprechender Fachlektüre am logischen Aufbau des Raumes. „Die Rätsel dürfen nicht zu schwer, aber auch nicht zu einfach sein. Wir mussten daher ständig versuchen, eine Balance zu finden“, erläutert Stüve. Zahlreiche Testläufe und Anpassungen später stand dann schließlich das finale Konzept für die Jagd nach den verlorenen Schätzen fest.

Und das scheint anzukommen: Seit der Eröffnung Anfang Januar sei der Raum jeden Tag mindestens von zwei Gruppen genutzt worden, so Stüve. Für die Konfihelfer, die einen Großteil ihrer Freizeit in das Projekt investiert haben, ist das ein Grund zur Freude: „Es ist schön zu sehen, dass der Raum so gut angenommen und auch regelmäßig von verschiedenen Gruppen genutzt wird“, sagt Chinitidis.

Jugendarbeiterin: Idee für Escape Room in Schöneck kommt in Pandemie-Zeit

Doch wie kam das Quartett überhaupt auf die ungewöhnliche Idee, einen Escape Room im Gemeindehaus zu eröffnen? „Wir haben schon letztes Jahr überlegt, was wir während Corona in der Kinder- und Jugendarbeit anbieten können“, erklärt Stüve, die bei der Evangelischen Kirchengemeinde hauptamtlich als Jugendarbeiterin angestellt ist. „Im Kirchenkreis haben sich daraufhin einige Personen zusammengetan und sind zu dem Schluss gekommen, dass der Escape Room eine Möglichkeit ist.“

Ihr sei es bei dem Projekt in erster Linie darum gegangen, einen Weg zu finden auch während der Pandemie gute Jugendarbeit leisten zu können. Aus diesem Grund sei der Eintritt für den Escape Room auch kostenlos, erläutert Stüve.

Doch nicht nur Jugendliche ziehe es in den Raum im Keller des Gemeindehauses in der Gartenstraße 3 in Oberdorfelden. Auch Familien und Kirchenfreunde verschlage es regelmäßig in Herodes’ Tempel. „Wir bedienen mit dem Raum nicht nur unsere eigenen Gruppen, sondern auch externe Kreise“, erläutert Stüve.

Schöneck: Escape Room ist für mehrere Spieler ausgelegt

Eine Stunde kann schnell vergehen, vor allem wenn der Kopf mit allerhand Rätselhaftem beschäftigt ist. Diese schmerzliche Erfahrung musste auch der Autor dieser Zeilen machen, dem es leider nicht gelungen ist, sämtliche Schätze vor Ablauf der Zeit zu finden. Kein Vergleich zu einer Mutter, die den Escape Room vor einiger Zeit zusammen mit ihren Kindern in Rekordzeit gelöst hatte. Noch ganze 16 Minuten habe die Gruppe laut Stüve auf der Uhr gehabt. „Der Raum und die Rätsel sind auf mehrere Spieler ausgelegt. Dafür, dass Sie alleine waren, lagen Sie gut in der Zeit“, tröstet die Jugendarbeiterin.

Herodes’ Tempel soll nicht das letzte Projekt von Stüve und ihrem Konfihelferteam bleiben. Ein weiterer Raum mit dem Thema Luther befinde sich bereits für November dieses Jahres in Planung. „Das wird noch mal eine neue Herausforderung, da wir uns ein neues Konzept mit anderen Rätseln überlegen wollen“, erläutert die Gemeindepädagogin. Und wer weiß, vielleicht schafft es der Autor dieser Zeilen dann ja wenigstens, diesen Escape Room erfolgreich zu bezwingen. (Jan Lucas Frenger)

Infos zum Escape Room

Der Escape Room „Auf der Suche nach den verlorenen Schätzen“ befindet sich im Gemeindehaus der Evangelischen Kirchengemeinde Kilianstädten-Oberdorfelden (Gartenstraße 3, Oberdorfelden) und ist Montag bis Sonntag geöffnet.
Der Raum ist für Kinder ab zehn Jahren geeignet, eine vorherige Anmeldung und Terminabsprache unter der E-Mail eli.stueve@t-online.de ist erforderlich.
Der Eintritt in den Escape Room in Oberdorfelden ist kostenlos, Spenden sind jedoch erwünscht.

Auch interessant