Foto/Grafik: Bender/HA

Schöneck

Kommentar: Ein Unding

Unsere Redakteurin Mirjam Fritzsche hat zu den Plänen um das Alte Schloss Büdesheim in ihrem Kommentar Stellung bezogen.

Außenstehende haben den Verlauf der Diskussion um das Alte Schloss am Donnerstagabend mit zunehmendem Befremden verfolgt. Es ging darum, wann Investor Dietz seinem Kaufinteresse endlich Taten folgen lässt. So viel war jedem klar. Die FDP will Dietz endlich festnageln. Innerhalb einer Frist von sechs Wochen soll er zu Protokoll geben, ob er die im Bietverfahren ausgeschriebene Fläche und das Schloss kauft oder eben nicht. So der Antrag. Das schmeckt der CDU allerdings nicht. Die erklärten Befürworter eines Verkaufs wissen, dass Dietz dem Kauf unter diesen Bedingungen aller Voraussicht nach eine Absage erteilen wird.

Seine Pläne kann er nach den Vorgaben der Denkmalbehörde nicht wie geplant umsetzen. So rechnet es sich für ihn nicht. Doch statt mit offenem Visier zu kämpfen und beispielsweise zu beantragen, dem Investor ein weiteres Grundstück zur Verfügung zu stellen, bringt die CDU-Fraktion einen verklausulierten Änderungsantrag ins Spiel. Dietz soll erklären, „ob nach Vorlage der vom Denkmalamt favorisierten Fläche ... der Erwerb erfolgen wird“. Da der Inhalt der Bebauungsanalyse bisher streng vertraulich ist, wissen weder Bürger noch Teile der Gemeindevertreter, um was es dabei konkret geht. Und wenn, dann nur durch Hörensagen und nicht anhand belastbarer Daten. Und das kann nicht sein. Es drängt sich der Eindruck auf, dass die CDU auf jeden Fall ein neues Bietverfahren umgehen will. Ob sie damit rechtlich durchkommt, steht auf einem anderen Blatt. Auch die SPD macht an diesem Abend keine gute Figur. Ein einfaches: „Wir wollen das Schloss aber verkaufen“, ist zu wenig.

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