Verfolgt am Wahlabend die Ergebnispräsentation im Rathaus: Bjorn-Magnus Becker. Nun ist er wieder zurück an seinem Arbeitsplatz in Mörfelden-Walldorf. Foto: Kalle

Schöneck

Kandidaten gönnen sich kurze Auszeit nach der Bürgermeisterwahl

Schöneck. Gegen 11 Uhr am Montag, immerhin etwas später als sonst, war die frisch wiedergewählte Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) schon wieder im Rathaus. Der unterlegene Björn-Magnus Becker (parteilos) hatte sich den Montag derweil freigenommen und geht seit Dienstag wieder seinem Job als Bauleiter nach.

Von Mirjam Fritzsche

Wir erreichen Becker auf seinem Mobiltelefon. Der 46-Jährige ist dienstlich unterwegs und bester Laune. „Ich werde sogar hier in Mörfelden auf der Straße angesprochen und für meinen Mut gelobt anzutreten. Das tut irre gut“, sagt er. Man habe ihm als „Fast-Bürgermeister“ am Morgen schon einen Kaffee spendiert, erzählt er lachend. Er sei wirklich froh, dass er die Aufgabe, die ihm FWG und WAS angetragen hätten, übernommen habe.

Vom Empfang, den ihm seine Helfer und Unterstützer am Sonntagabend im Alten Schloss in Büdesheim bereitet hätten, sei er immer noch ganz gerührt. „Der Brendelsaal war voll, es gab minutenlangen Applaus. Ich hatte Tränen in den Augen“, berichtet Becker. Am meisten gefreut hätte ihn der Satz von Simon, seinem zehnjährigen Sohn: „Papa, ist nicht schlimm.“ Nun habe er wieder Zeit für Unternehmungen mit seinen beiden Kindern, worauf er sich sehr freue.

Positive Rückmeldungen der Bürger haben Becker bestärkt„Mit 33,2 Prozent habe ich das Mindestmaß geschafft, das ich mir vorgenommen hatte. Natürlich wären ein paar mehr Prozentpunkte noch schöner gewesen.“ Enttäuscht sei er aber nicht. Im Gegenteil. Die vielen positiven Rückmeldungen von Bürgern hätten ihn darin bestärkt, sich weiter in der Gemeinde einzumischen. In welcher Form dies geschehen soll, ließ der Bauingenieur offen. Zunächst sei er damit beschäftigt, die Arbeit nachzuholen, die in den vergangenen Wochen auf seinem Schreibtisch liegen geblieben ist.

Wieder zurück an ihrem angestammten Arbeitsplatz im Rathaus ist auch Conny Rück. „Es geht ganz normal weiter, aber ich bin natürlich total motiviert bei der Sache“, sagt die 61-Jährige im Gespräch mit unserer Zeitung. Im Bürgertreff habe sie mit ihrem Unterstützerkreis am Wahlabend noch weiter gefeiert.

„Darüber habe ich mich gefreut“Zu den Gästen zählten unter anderem die SPD-Bürgermeister-Kollegen Gerhard Schultheiß aus Nidderau, Stefan Erb aus Erlensee und Michael Göllner aus Hammersbach. Auch der Schönecker CDU-Fraktionschef Markus Jung habe vorbeigeschaut. „Darüber habe ich mich gefreut“, sagt Rück. Die Sozial- und die Christdemokraten kooperieren offiziell im Gemeindeparlament. „An der guten Zusammenarbeit wird sich nichts ändern“, hatte Jung bereits am Sonntagabend betont. Die CDU hatte keinen eigenen Kandidaten ins Rennen geschickt.

Am Montag startete die Bürgermeisterin etwas später als sonst. „Wir haben noch die Blumen aus dem Bürgertreff abgeholt und gegen 11 Uhr war ich im Rathaus“, erzählt sie. Einen Strauß hat sie im Eingangsbereich des Gebäudes platziert. „Damit alle etwas davon haben“, sagt Rück. Danach habe sie Post abgearbeitet, einen Besuch zum 80. Geburtstag absolviert und früh Feierabend gemacht.

Gestärkt in die zweite AmtszeitMit ihren erreichten 66,8 Prozent sei sie „total zufrieden“. Vor sechs Jahren hatte sich Rück in der Stichwahl gegen Mitbewerber Daniel Kropp (CDU) mit 58,5 Prozent (2607 Stimmen) durchsetzen können. Diesmal stimmten 3173 Wahlberechtigte für die Amtsinhaberin. Nun sei es ein gutes Gefühl, gestärkt in die zweite Amtszeit zu gehen, so Rück.

Unseren Ticker vom Wahlabend gibt es hier zum Nachlesen.

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