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"Hilfe-Insel": Geschäfte sind für Kinder der Retter in Not

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Das Blumenhaus Müller in Kilianstädten ist eine von insgesamt 18 Leon-Hilfe-Inseln in Schöneck.Foto: Fritzsche
Das Blumenhaus Müller in Kilianstädten ist eine von insgesamt 18 Leon-Hilfe-Inseln in Schöneck.Foto: Fritzsche

Schöneck. Sie helfen, wenn Kinder in Not sind oder sich unwohl fühlen: Ab sofort helfen Mitarbeiter in 18 öffentliche Gebäude und Geschäfte in Schöneck, wenn Gefahr im Verzug ist. Das „Hilfe-Insel“-Projekt hat sich in vielen Gemeinden bereits bewährt.

Von Mirjam Fritzsche

Löwen sind mutig und stark. Und unheimlich beliebt. Die Kinder der Sterntaler- und der Friedrich-Ebert-Schule wollten Kinderkommissar Leon am liebsten mit in den Unterricht nehmen. Das Maskottchen des Projekts „Hilfe-Insel“ eröffnete gemeinsam mit den Grundschülern die erste Anlaufstelle in Schöneck – das Blumenhaus Müller in Kilianstädten.

18 öffentliche Gebäude und Geschäfte in Schöneck stehen Kindern in Not nun offiziell als „Hilfe-Insel“ zur Verfügung. Ein großer gelber Aufkleber mit Polizei-Löwe Leon macht auf die Anlaufstellen aufmerksam. Dieses Zeichen soll den Mädchen und Jungen signalisieren: Hier bin ich sicher, hier wird mir geholfen.Kinder zeigen stolz ihre AusweiseBürgermeisterin Cornelia Rück, der Dienststellenleiter der Polizeistation Maintal, Matthias Kessler, sowie weitere Vertreter aus der Gemeinde und vom Polizeipräsidium Südosthessen waren vor Ort, als Kommissar Leon die Grundschüler im Bürgertreff Kilianstädten zur Auftaktveranstaltung willkommen hieß.Nach einer kurzen Begrüßung wurden die Erstklässler von Leon zu Kinderkommissaren ernannt. Stolz präsentierten sie ihre Ausweise. Sie wissen nun garantiert, wer der Polizei-Löwe ist und was das Plakat an den Geschäften bedeutet.Hanau und Maintal schon lange dabeiSeit der Einführung in Hessen vor elf Jahren beteiligen sich immer mehr Kommunen an dem von der hessischen Landespolizei initiierten Projekt. Schon lange dabei sind beispielsweise Hanau und Maintal. „Von der Kriminalstatistik her, bräuchte Schöneck zwar keine 'Hilfe-Inseln'. Doch ich halte sie trotzdem für sinnvoll, um das Wir-Gefühl in der Gemeinde zu stärken“, betonte Maintals Polizeichef Kessler.

Denn es gehe nicht nur darum, Schutz vor Straftaten zu finden, sondern es solle vor allem das Sicherheitsgefühl gestärkt werden. Kinder, die sich in einer unangenehmen Situation befinden – das Knie ist aufgeschlagen, sie fühlen sich bedroht, haben sich verlaufen – finden hier hilfsbereite Menschen. Wie zum Beispiel im Blumenladen von Julia und Torsten Müller, in dem offiziell das erste Leon-Plakat angebracht wurde.Positiver Effekt Wichtig ist es nun, die Anlaufstellen bei den Kindern bekannt zu machen. Bürgermeisterin Rück ruft dazu auf, mit den Kindern Rundgänge zu machen und vor allem Erstklässler auf die mit den Leon-Plakaten versehenen Geschäfte und Gebäude hinzuweisen.„Die 'Hilfe-Inseln' sind nicht nur im Gefahrenfall, sondern auch im Alltag ein wichtiger Bestandteil für die Sicherheit unserer Kinder“, sagte sie. Das Projekt hätte einen zusätzlichen positiven Effekt der Sensibilisierung für die Bedürfnisse von Kindern.Nicht nur für junge MenschenObwohl sich das Konzept vorrangig an junge Menschen richte, können sich auch ältere Mitbürger an die Anlauf-stellen wenden, wenn sie Hilfe benötigen, betont die Gemeinde.Wer selbst Leon-Hilfeinsel werden will, erhält nähere Informationen bei Lara Werder unter der Telefonnummer 0 61 87/95 62-4 04 oder per E-Mail an jugend@gemeinde-schoeneck.de

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