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Gemeinde Schöneck als familienfreundlicher Arbeitgeber ausgezeichnet

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Von: Mirjam Fritzsche

Stolz auf die Auszeichnung „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ (von links): Hauptamtsleiter Alexander Jung, Bürgermeisterin Conny Rück, die stellvertretende Personalratsvorsitzende Elke Hofmann, stellvertretende Hauptamtsleiterin Yvonne Gräser und Gleichstellungsbeauftragte Simone Messerschmidt.
Stolz auf die Auszeichnung „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ (von links): Hauptamtsleiter Alexander Jung, Bürgermeisterin Conny Rück, die stellvertretende Personalratsvorsitzende Elke Hofmann, stellvertretende Hauptamtsleiterin Yvonne Gräser und Gleichstellungsbeauftragte Simone Messerschmidt. © Mirjam Fritzsche

Stolz hält Hauptamtsleiter Alexander Jung das neue Schild in den Händen. 2022 hat sich die Gemeinde als „Familienfreundlicher Arbeitgeber“ zertifizieren lassen. Seit zehn Jahren vergibt die Bertelsmann Stiftung das Siegel bundesweit. „Eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben ist ein Garant von Motivation, Zufriedenheit und damit auch Leistungsfähigkeit geworden“, erläutert die Stiftung auf ihrer Homepage.

Schöneck – Unternehmens- und Führungskultur, Kommunikation, Unterstützungsangebote, Arbeitsorganisation sowie Strategie und Nachhaltigkeit haben die Experten unter die Lupe genommen. „Wir haben eine hohe Punktzahl erreicht“, freut sich Jung berichten zu können. Gemeinsam mit seiner Stellvertreterin Yvonne Gräser und in Kooperation mit Personalrat und Gleichstellungsbeauftragter hat er die Zertifizierung begleitet.

Fachkräftemangel in der Verwaltung

Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) freut sich, dass ihre Gemeinde nun mit dem Qualitätssiegel werben darf. „Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist mit das Wichtigste überhaupt“, betont sie. Als öffentliche Verwaltung müsse man sich entsprechend aufstellen und von festgefahrenen Strukturen abweichen.

„Seit ein paar Jahren arbeiten wir daran, als Arbeitgeber attraktiver zu werden“, erläutert Hauptamtsleiter Jung. Einen Fachkräftemangel gibt es nicht nur beim Kita-Personal, sondern auch Verwaltungsfachangestellte werden händeringend gesucht. Deshalb bildet die Gemeinde viele junge Leute selbst aus.

Personalbedarf wächst

„Eigentlich müssten wir jedes Jahr vier Auszubildende einstellen, um unseren Bedarf zu decken. Doch wir haben leider nicht die Kapazität, um uns um so viele Azubis gleichzeitig zu kümmern“, berichtet Jung. Schließlich sei auch die Qualität der Ausbildung wichtig. „Bei uns dürfen die Auszubildenden eigene Projekte umsetzen, zum Beispiel betreuen sie in diesem Jahr unseren Stand auf der Wächtersbacher Messe.“ Die Gemeinde braucht neue Mitarbeiter, da in den kommenden Jahren viele Beschäftigte im Rathaus das Rentenalter erreichen. Zudem gibt es neue Aufgabenfelder, die abgedeckt werden müssen. „Allein für die Aufgaben, die mit der Digitalisierung einhergehen, könnten wir einen eigenen Mitarbeiter einstellen“, sagt Alexander Jung. 213 Mitarbeiter sind aktuell bei der Gemeinde Schöneck beschäftigt, davon 70 in der Verwaltung, 112 in den Kitas, 17 auf dem Bauhof und vier in der Gruppenkläranlage. Zudem gibt es vier Auszubildende in der Verwaltung und zwölf in den Kitas.

Der wachsende Personalbedarf der Kommune ist ein wichtiges Thema, es geht bei der Zertifizierung aber auch um die Zufriedenheit der bestehenden Mitarbeiter. Und da habe man bereits einige Maßnahmen ergriffen. So sei eine neue Dienstvereinbarung zu den Arbeitszeiten getroffen worden. Es gebe eine Rahmenzeit von 6 bis 20 Uhr sowie ein Gleitzeitkonto, auf dem bis zu 40 Stunden gesammelt werden dürfen, um sich zusätzliche freie Tage zu „erarbeiten“. Auch das mobile Arbeiten ist möglich, bis zu 50 Prozent dürfen außerhalb des Rathauses abgeleistet werden.

Bertelsmann Stiftung gibt Ratschläge für Verbesserungen

„Wir prüfen gerade die Einführung des Jobtickets“, berichtet Yvonne Gräser. Auch ein Gesundheitsmanagement sei im Gespräch, um ein Beispiel für neue Ideen zu nennen. „Grundsätzlich ist es uns wichtig, mehr Präsenz in den Kitas, beim Bauhof und den Mitarbeitern der Kläranlage zu zeigen. Man nimmt viel mehr wahr, wenn man mit den Leuten vor Ort spricht“, sagt die stellvertretende Hauptamtsleiterin. Ziel sei es, als Arbeitgeber immer besser zu werden.

Die Bertelsmann Sitftung bescheinigt der Gemeinde, dass sie sich schon ziemlich gut schlägt. Dennoch hat sie ein paar Verbesserungsvorschläge gemacht. So empfiehlt sie das Prämienprogramm „Mitarbeiter werben Mitarbeiter“ einzuführen. Damit haben die Verantwortlichen in Schöneck jedoch Bauchschmerzen. „Zwischen den Nachbarkommunen besteht die stille Vereinbarung, dass wir untereinander keine Mitarbeiter abwerben“, sagt Bürgermeisterin Conny Rück. Den Ratschlag der Stiftung, den internen Informationsfluss zu standardisieren, wolle man sich aber zu Herzen nehmen.

Wer sich für die Arbeit in der Verwaltung interessiert: Die Gemeinde Schöneck bietet Schülerpraktika in verschiedenen Bereichen an.

Von Mirjam Fritzsche

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