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"Gärtnerei Rück": Wie geht es mit der Immobilie weiter?

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Der Blick von oben auf die Gärtnerei Rück mit ihren zahlreichen Gewächshäusern. Repro: Erbacher
Der Blick von oben auf die Gärtnerei Rück mit ihren zahlreichen Gewächshäusern. Repro: Erbacher

Schöneck. Als im Oktober bekannt wurde, dass das Traditionsunternehmen „Gärtnerei Rück“ Ende des Jahres schließen wird, drückten viele Büdesheimer ihr Bedauern aus. Diesen Monat gibt es die letzte Gelegenheit, Abschied von den Inhabern zu nehmen. Danach stellt sich die Frage: Wie geht es mit der Immobilie weiter?

Vor Ursula Erbacher

Das Urgestein des Unternehmens war die 85-jährige Erika Rück. Bis zum Ende des abgelaufenen Jahres hat sie ihre Töchter, die Geschäftsführerinnen Ellen Schäfer und Marianne Feyh, unterstützt. Sie schaute alltäglich nach dem Rechten. Die Kunden waren froh, wenn sich die freundliche alte Dame nach der Familie der Kunden erkundigte.Für jeden Kunden fand sie einen erbaulichen Gedanken, humorvoll oder unterstützend, je nachdem, aus welchem Anlass Blumen gekauft wurden. Immer konnte man ein kleines Schwätzchen mit ihr halten und ihr Lachen war immer unverkennbar echt. Schließlich ging man in Büdesheim zu „Frau Rück“ um Blumen zu kaufen. Doch das ist nun vorbei.Suche bisher erfolglos Der dörfliche Einzelhandel in Büdesheim schrumpft damit weiter, nachdem der kleine Lebensmitteldiscounter und eine Frankfurter Bank ihre Tore geschlossen haben. Die Kunden wollen wissen: Wie geht es nun weiter? Kommt ein neuer Unternehmer in den Laden oder werden die Räumlichkeiten anderweitig genutzt?Auf der Suche nach Pächtern oder einem Käufer blieben bisher alle Bemühungen erfolglos und weitere Investitionen scheuen die Geschäftsführerinnen, schließlich sind beide in einem Alter, wo andere bereits Rente erhalten. Außerdem ist ihre Sehnsucht nach Ruhe verständlich, immerhin waren alltägliche Arbeitsstunden von morgens um 4 Uhr bis abends 18 Uhr zu leisten.Bedauern ist großSelbst nach Rücksprache mit Gemeindemitgliedern ist derzeit keine Aussicht auf eine neue Verwendung des recht großen Grundstücks und der Verkaufsräume in Sicht. Bürgermeisterin Conny Rück erklärt gegenüber unserer Zeitung die Bereitschaft, Hilfestellung zu leisten und Kontakte zu vermitteln, soweit das möglich ist.Das Bedauern ist groß und die Dankbarkeit auch, sowohl der Kunden, als auch der Unternehmerinnen: „Schließlich, sind uns auch unsere Kunden ans Herz gewachsen“ erklärt Schäfer. „Es hat sich in den vielen Jahren ein Vertrauensverhältnis entwickelt, man kennt die Familien, deren Trauerfälle, die Geburten, Hochzeiten und auch Scheidungen“, sagt Feyh.Liebe zu BlütenInzwischen sind zahlreiche anerkennende Geschenke und Dankes-Schreiben eingegangen. Die Kunden haben sich viel einfallen lassen. Da wurden Bilder gemalt, selbstkreierte Schokolade mit den Namen der Eigentümerinnen beschriftet und Handtücher bestickt.Die Liebe zu den Blüten, Pflanzen, Düften, Farben und Formen wird sicher bei allen in der Familie Rück bleiben. Und – Papagei „Bubi“ war immer ein gern gesehener „Dauermitarbeiter“ im Blumengeschäft. Sein wahres Alter sei nicht mehr genau nachprüfbar, aber mindestens 50 Jahre habe er hinter sich.Der äußerst gesprächige Doppel-Gelbkopfpapagei, der die Kunden aufs Höflichste kommentierte, wird fehlen. Hat er doch immer beim Abschied aus seiner Voliere ein „Gude“ nachgerufen, ganz so, wie es in Hessen üblich ist.

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