Der neue Memoriam-Garten auf dem Friedhof Kilianstädten wurde von Mitarbeitern der beteiligten Betriebe, Michelle Hübinger von der Treuhandstelle (rechts) sowie von Bürgermeisterin Cornelia Rück (Zweite von rechts) und Bauamtsleiter Günter Rauch (links daneben) vorgestellt. Foto: Thomas Seifert

Schöneck

Gärtnerbetreutes Grabfeld auf Friedhof in Kilianstädten eröffnet

Schöneck. Auf dem Friedhof in Kilianstädten gibt es ein neues Bestattungsangebot. Um den Bürgern einen würdigen und zugleich pflegeleichten Ort für ihre Trauer und Erinnerung zu bieten, entstand in den letzten Monaten ein Memoriam-Garten, der jetzt eröffnet wurde.

Von Thomas Seifert

„Ich bin zutiefst beeindruckt von der geschmackvollen Umsetzung“, sagte Bürgermeisterin Conny Rück im Beisein von Chefs und Mitarbeitern von am Bau und der künftigen Pflege beteiligten Betrieben.

Der Memoriam-Garten erinnert in seiner Gestaltung an einen Hausgarten. In Kilianstädten ist der zentrale Platz als Halbrondell um eine mittig platzierte Stele mit einem umlaufenden Weg angelegt. Verschiedenste Mustergrabsteine können in dem Rondell besichtigt werden, die Bandbreite reicht von groben Natursteinen bis zu künstlerisch gestalteten Grabsteinen.

Im Memoriam-Garten finden, so heißt es in einem Faltblatt der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen GmbH, der Betreiberin dieses Teils des Friedhofs, „Verstorbene ihre letzte Ruhe und Hinterbliebene ein angenehmes Umfeld für die wichtigen Momente der Trauer…, um sich an den Verstorbenen in einer würdevollen Umgebung erinnern zu können“.

Rück betonte, der Kilianstädter Friedhof sei ein „Ort der Begegnung und der Ruhe“, auch sie nutze die parkähnliche Anlage, um einmal durchzuatmen. „Man glaubt es kaum, aber auf dem Friedhof sind schon Freundschaften entstanden“, berichtete die Rathauschefin, „Menschen in Trauer haben sich dort gefunden“. Diese neue Bestattungsform ergänze die herkömmlichen Möglichkeiten bestens, die Bürger hätten nun die Wahl. Zumal die Gemeinde gegenüberliegend zum Memoriam-Garten auch eine Fläche neu und ansprechend gestaltet habe.

Bauamtsleiter Günter Rauch fügte an, dass sich der Gemeindevorstand vor der Entscheidung, die im Sommer vergangenen Jahres gefallen sei, Memoriam-Gärten in Bad Vilbel und Hanau angesehen habe. „Auch Friedhofskultur hat sich weiterentwickelt“, so Rauch, die Kooperation zwischen der Treuhandstelle und der Gemeinde trage dem Rechnung. Besonders erfreulich sei, dass mit der Friedhofsgärtnerei Bleckwehl, dem Steinmetzbetrieb Müller undamp; Sohn aus Schöneck und dem Steinmetzmeister Georg Müller aus Bad Vilbel einheimische Handwerksbetriebe für das Projekt gewonnen werden konnten.

Für die Treuhandstelle stellte Michelle Hübinger fest, im Memoriam-Garten stünden 24 Urnengemeinschaftsgräber, 20 Urnenpartnergräber, zehn Urnenwahlgräber und fünf Erdgräber zur Verfügung. In Hessen und Thüringen würden über 50 Areale auf Friedhöfen von der Treuhandstelle betreut, der Memoriam-Garten in Kilianstädten sei der 26. seiner Art, den die Treuhandstelle initiiert habe. Am Tag des Friedhofs am 15. September könne man sich vor Ort von Mitarbeitern der pflegenden Betriebe das Konzept erklären lassen.

Das Angebot der Treuhandstelle für Dauergrabpflege Hessen-Thüringen GmbH beinhaltet eine gärtnerbetreute Grabanlage über die gesamte Laufzeit des abgeschlossenen Vertrags. Die Treuhandstelle fungiert hierbei als Planer, Umsetzer und Vertragsverwalter. Betriebe vor Ort übernehmen die Anlage und die Pflege der Grabstellen.

Tag des Friedhofs: Am Sonntag, 15. September, 11 bis 16 Uhr, findet erstmals der Tag „Unser Friedhof – Kein Ort wie jeder Andere“ auf dem Friedhof im Ortsteil Kilianstädten statt. Weitere Informationen gibt es auf der Homepage der Gemeinde Schöneck.

›› treuhandstelle-hessen-thüringen.de

›› schoeneck.de

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