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Feuerwehr Schöneck blickt zurück auf „längsten Einsatz der Geschichte“

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Im Februar 2021 kämpfte Gemeindebrandinspektor Thomas Walter mit seinen Kameraden neun Tage lang gegen das Hochwasser in Büdesheim. Archiv
Im Februar 2021 kämpfte Gemeindebrandinspektor Thomas Walter mit seinen Kameraden neun Tage lang gegen das Hochwasser in Büdesheim. © Archivfoto: Mike Bender

Anlässlich der Jahreshauptversammlung hat die Freiwillige Feuerwehr Schöneck auf den längsten Einsatz in ihrer Geschichte beim Nidder-Hochwasser im Februar 2021 zurückgeblickt.

Schöneck – „Ich bin stolz auf die Leistung der Feuerwehr Schöneck. Was die Frauen und Männer der Einsatzabteilungen in den neun Tagen geleistet haben, war mehr als beachtlich. Mensch und Material wurden in nie gekanntem Ausmaß gefordert“, zieht Gemeindebrandinspektor Thomas Walter Bilanz.

Gemeinsam mit seinem Stellverter Gregor Knapp leitete Walter den Einsatz. Am 29. Januar wurde Büdingen nach dem Bruch einer Mauer teilweise überflutet. In Schöneck jedoch habe sich der Pegel der Nidder zunächst auf einem hohen, aber ungefährlichen Niveau gehalten, so Walter. Trotzdem wurden Vorkehrungen für den Fall der Fälle getroffen. Die Technische Einsatzleitung (TEL) wurde vorstrukturiert, Katastrophenschutzbestände und Fahrzeuge überprüft.

Sprunghafter Pegel-Anstieg am 1. Februar

„Am Nachmittag des 1. Februar kam es dann zu einem sprunghaften Anstieg der Nidder“, berichtet Walter. „Gegen Abend wurden alle verfügbaren Kräfte der Feuerwehr Schöneck alarmiert, da Überflutungen in der Ortslage Büdesheim drohten. Zu diesem Zeitpunkt war noch niemandem klar, dass der Einsatz sich in unterschiedlicher Intensität über neun Tage ziehen sollte.“

Mehr als tausend Sandsäcke, Baufolie sowie ein mobiles Hochwasserschutzsystem aus der Katastrophenschutzvorhaltung der Gemeinde wurden eingesetzt. Aus den Reserven des Main-Kinzig- sowie des Wetteraukreises wurden nochmals mehr als 1000 Sandsäcke zur Einsatzstelle gebracht und verbaut. Bereits während des Aufbaus der Sandsackwälle mussten Pumpen zum Einsatz gebracht werden, um durchdringendes Wasser abzupumpen und teilweise auch die Kanalisation zu entlasten.

Fast 3000 Einsatzstunden geleistet

Mit der jeweiligen Lage angepassten Einsatzstärken wurden die getroffenen Maßnahmen und die eingesetzten Geräte in den folgenden Tagen überwacht. Wo nötig, wurden Maßnahmen ergänzt oder eingesetztes Gerät zurückgenommen, gewartet und geprüft. Nach neun Tagen war die Nidder soweit zurückgegangen, dass eine Aufrechterhaltung der Maßnahmen nicht mehr notwendig war. Die aufgebauten Dämme blieben aber noch bis Mitte März vor Ort. „2935 Stunden haben die Frauen und Männer der Feuerwehr Schöneck in diesem Einsatz Dienst an den Bürgerinnen und Bürgern der Gemeinde Schöneck geleistet“, betont Walter. „Dies alles ohne Bezahlung, freiwillig und zu jeder Tages- und Nachtzeit.“

Neben der Feuerwehr waren sowohl Bürgermeisterin Conny Rück als auch der Leiter des Fachbereichs 2, Mathias Laufer, sowie Bauhofmitarbeiter im Einsatz.

Hilfe von Wehren aus der ganzen Region

Durch die Feuerwehren des Main-Kinzig-Kreises und das Gefahrenabwehrzentrum wurde vielfältig Unterstützung geleistet. Die Feuerwehren Bruchköbel, Hammersbach und Maintal stellten Personal und Gerät für den Transport von Sandsäcken. Die Feuerwehr Hammersbach übernahm darüber hinaus noch in der ersten Einsatznacht die Maßnahmen vor Ort, um den Einsatzkräften der Feuerwehr Schöneck eine Ruhepause zu ermöglichen. Die Feuerwehren Hanau, Büdingen und Rodgau sowie der Main-Kinzig-Kreis unterstützten logistisch und mit Gerät. Schönecker Bürger sowie Einzelhändler versorgten die Einsatzkräfte.

„Im Rückblick kann festgestellt werden, dass sich viele Anschaffungen der letzten Jahre, die Einstellung eines hauptamtlichen Gerätewartes und organisatorische Vorbereitungen der Feuerwehr Schöneck ausgezahlt haben“, resümiert Walter.

Als Folge des Einsatzes wurden zwei Schnelleinsatzzelte als Wetterschutz für die Feuerwehrangehörigen und ein Zusatzmodul „Hochwasser“ für das Einsatzleitsystem bestellt, mit dessen Hilfe Überschwemmungsflächen vorhergesagt werden können. „Aktuell laufen Gespräche mit dem Wasserverband Nidder-Seemenbach, die eine automatisierte Überwachung des Nidderpegels in Büdesheim zum Ziel haben“, berichtet Gemeindebrandinspektor Walter. (jow)

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