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250 Fahrräder weg: Gesamtschaden ist immer noch nicht klar

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Bei ihrem Raubzug haben Diebe zwischen Samstagabend und Sonntagabend bei Zweirad Schmidt im Kilianstädter Gewerbegebiet etwa 250 Fahrräder, Ersatzteile und Zubehör gestohlen. Fotos: Thomas Seifert
Bei ihrem Raubzug haben Diebe zwischen Samstagabend und Sonntagabend bei Zweirad Schmidt im Kilianstädter Gewerbegebiet etwa 250 Fahrräder, Ersatzteile und Zubehör gestohlen. Fotos: Thomas Seifert

Schöneck. Dreiste Diebe haben in der Nacht von Samstag auf Sonntag das Lager von Zweirad Schmidt im Kilianstädter Gewerbegebiet geplündert. Auch Tage nach dem Raubzug steht der Gesamtschaden noch nicht fest, Inhaber Burkhard Schmidt ist weiterhin mit der Aufstellung des Diebesguts beschäftigt.

Von Thomas SeifertEtwa 250 Fahrräder, darunter gut 100 E-Bikes samt Akkus, sowie Ersatzteile und Zubehör haben die Diebe in der Zeit zwischen Samstagabend und Sonntagabend aus dem Lager mitgehen lassen. Den Schaden bezifferte die Polizei in einer ersten Meldung auf rund eine halbe Million Euro. Mittlerweile geben die Ermittler den Betrag mit 200 000 bis 500 000 Euro an. Es bleibt jedoch ein einmaliger Vorgang.

Eingestiegen sind die Täter über ein Toilettenfenster. Von dort gelangten sie in die Werkstatt und in das benachbarte Lager. Sie brachen an der Außentür ein Schloss und eine zusätzliche Sperre auf und transportierten die gestohlenen Fahrräder mit einem großen Lkw oder zwei Kleinlastern ab, heißt es im Polizeibericht. Dazu benutzten die Täter eine Zufahrt auf dem Nachbargrundstück und legten einen Maschendrahtzaun nieder, um die Beute vom Lager zu den Transportern schaffen zu können.

Nicht der erste Einbruch bei Schmidt

Burkhard Schmidt geht davon aus, dass der Coup sorgfältig geplant worden ist und seine Gewohnheiten den Dieben bekannt waren. Zudem müssten die Gauner die Räumlichkeiten im Vorfeld ausspioniert haben, denn die Art und Weise, wie sie sich Zugang verschafft hätten, deute auf Profis hin. „Die Täter müssen auch irgendwie herausbekommen haben, dass ich in der fraglichen Zeit nicht zu Hause war, denn ich wohne direkt über dem Laden. Ich hätte also auf jeden Fall etwas mitbekommen, wenn die Gauner versucht hätten, während meiner Anwesenheit in das Lager einzubrechen“, ist sich Schmidt sicher.

Es war nicht das erste Mal, dass bei Fahrrad Schmidt in Kilianstädten eingebrochen wurde. „Vor vier Jahren sind die Diebe über die Eingangstür in den Laden gekommen. Sie hatten einen Transporter dabei. Meinen Transporter, der vor der Tür stand und dessen Schlüssel sie im Geschäft gefunden hatten, haben sie samt Kasse, Rädern und Zubehör auch noch mitgenommen“, berichtet Schmidt.

Kripo suchte Tatort mehrmals auf

Der Fahrradhändler weiß von Branchenkollegen, dass auch dort in den letzten Jahren vermehrt eingebrochen worden ist. Ein Betrieb in Kassel sei schon dreimal von Dieben heimgesucht worden. Bei einem anderen Einbruch hätten die Täter die Alarmanlage umgangen, indem sie durch die Decke eingestiegen seien und durch das geschlagene Loch auch die Fahrräder abtransportiert hätten, berichtet Schmidt.

In den vergangenen Tagen sei die Spurensicherung der Kripo dreimal im Betrieb gewesen, es stünden jetzt Gespräche mit Versicherungsvertretern sowie Beratern der Polizei und von Sicherheitsfirmen an. Außerdem hat der Händler mit seinen Lieferanten Kontakt aufgenommen, denn die gestohlenen Fahrräder müssen bis spätestens März ersetzt werden. „Dann beginnt die Saison und für uns die wichtigste Verkaufszeit des Jahres. Da muss das Lager gut gefüllt sein, um Kundenwünsche sofort befriedigen zu können“, stellt Schmidt fest.

„Lieber im Zweifelsfall die Polizei benachrichtigen“

Was die Erfolgsaussicht angeht, die gestohlenen E-Bikes zumindest zu einem Teil wieder zurückzubekommen, ist Schmidt eher skeptisch. Allerdings hofft er insgeheim darauf, dass die Täter möglicherweise einen Fehler machen und so die Kripo auf ihre Spur bringen. Der Fahrradhändler warnt zudem potenzielle Käufer davor, günstig angebotene, fabrikneue Fahrräder oder E-Bikes zu kaufen, wenn diese nicht von seriösen Händlern stammen. Denn diese könnten Teil des Diebesguts sein. Er hat von allen gestohlenen Rädern die Rahmennummern und die genauen Beschreibungen, solche „Schnäppchen“ ließen sich dann zuordnen. „Lieber im Zweifelsfall die Polizei benachrichtigen“, betont Schmidt.

„Einen Trend in Sachen Diebstahl von E-Bikes können wir bislang nicht feststellen“, erklärt Rudi Neu von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Südosthessen gegenüber unserer Zeitung. Allerdings sei ihm auch kein Fall bekannt, bei dem eine solch große Anzahl von hochwertigen E-Bikes bei einem Raubzug gestohlen worden ist. „Das ist nach meinem Kenntnisstand bislang ein einmaliger Diebstahl in der Region“, so der Polizeibeamte. Er bittet im Namen der Kriminalpolizei in Offenbach alle Anwohner oder Passanten, die im fraglichen Zeitraum verdächtige Personen oder Fahrzeuge im Bereich der Firma Fahrrad Schmidt an der Otto-Hahn-Straße in Kilianstädten beobachtet haben, sich unter der Rufnummer 069/80 98 12 34 zu melden.

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