In die Jahre gekommen: Die Kläranlage von Schöneck und Niederdorfelden muss erweitert werden. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. 
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In die Jahre gekommen: Die Kläranlage von Schöneck und Niederdorfelden muss erweitert werden. Die Arbeiten sollen noch in diesem Jahr beginnen. Archiv

Stadtentwicklung

Erweiterung der Kläranlage Schöneck/Niederdorfelden: Die Kostenaufteilung ist geklärt

In Sachen Vergrößerung der gemeinsamen Kläranlage mit der Nachbargemeinde Niederdorfelden scheinen nun auch in Schöneck die letzten Hindernisse aus dem Weg geräumt zu sein.

Schöneck – Die Kläranlage, die die Gemeinden Schöneck und Niederdorfelden 1987 gemeinsam erbaut haben, ist nicht nur allmählich in die Jahre gekommen und deshalb sanierungsbedürftig, sondern sie ist mittlerweile auch zu klein. Bei ihrem Bau vor mehr als 30 Jahren war sie nämlich nur für 20 000 Einwohner ausgelegt. Mittlerweile wachsen beide Gemeinden aber kontinuierlich und haben die Marke bald erreicht und überschritten.

Denn in Niederdorfelden laufen die Arbeiten für das neue Wohngebiet im Bachgange mit etwa 700 Neubürgern bereits auf Hochtouren. Und auch in Schöneck wird aktuell über neue Baugebiete diskutiert.

In beiden Kommunen wird deshalb mit einem Zuwachs von insgesamt über 5000 Einwohner gerechnet. Und damit die Kapazität des Klärwerks nicht irgendwann wieder die Erweiterungswünsche der Gemeinden behindern kann, wurde die Planung dann gleich auf eine Kapazität von 30 000 Einwohnern angelegt.

So weit waren sich schnell die Vertreter beider Gemeinden einig. Umkämpft war hingegen die Kostenaufteilung. Immerhin ging es um Investitionen von fast 12,5 Millionen Euro. Zunächst lautete der Vorschlag 75 Prozent Schöneck und 25 Prozent Niederdorfelden, entsprechend der Größe und der Wasserablieferung.

Doch da Niederdorfelden schneller wächst, war man in Schöneck der Ansicht, dass der Anteil der kleineren Gemeinde an den Kosten jetzt angehoben werden müsse und zwar auf 30 Prozent – immerhin von 3,1 auf 3,75 Millionen Euro. Damit war man aber in Niederdorfelden nicht einverstanden. Also wurde ein Sachverständiger beauftragt, einen Vorschlag zur Kostenteilung anzufertigen. Dessen Empfehlung lautet, die Verteilung der Investitionen nach dem Verhältnis des Jahresfrischwasserverbrauches und der Einwohnerzahlen beider Gemeinden aufzuschlüsseln.

Und damit entfallen auf Schöneck 74,27 Prozent der Investitionen und auf Niederdorfelden 25,73 Prozent auf die Gemeinde Niederdorfelden. Vereinfacht nach den Regeln bei öffentlich-rechtlichen Verträgen auf 75 zu 25 Prozent.

Bei der Aufschlüsselung der Betriebskosten schlägt das Ingenieurbüro eine ähnliche Aufteilung vor. Auch hier sollen der Jahresfrischwasserverbrauch und die Einwohnerzahl entscheidend sein für die Aufteilung der Betriebs- und Unterhaltskosten sein.

Zurzeit sind die 74,76 Prozent für Schöneck und 25,24 Prozent für Niederdorfelden. Allerdings werden in diesem Falle die vor genannten Prozentsätze für jede Jahresabrechnung neu berechnet. Niederdorfelden hat den Vorschlag, der bereits in den gemeinsamen Vertrag übernommen wurde, einstimmig angenommen. Und auch in der jüngsten Sitzung des Schönecker Haupt- und Finanzausschusses gab es nur noch wenige Fragen. Vom Tisch war auf jeden Fall die zuvor gewünschte Aufschlüsselung 70 zu 30. Am Ende wurde der Vertragsentwurf ebenfalls gebilligt und der Gemeindevertretung zur Annahme empfohlen.

Einen wenig erfreulichen Einblick in die aktuellen Finanzen der Gemeinde gab die Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) zum Abschluss der Sitzung: „Gegenwärtig beträgt das Minus in der Gemeindekasse 541 000 Euro. Ende Juni waren es sogar 2,35 Millionen Euro Minus. Dabei sollte der Haushalt am Jahresende mit 148 000 Euro plus abschließen.“

Doch da sich die Zahlen dauernd ändern würden und sie auch noch mit Zuschüssen von Land und Bund rechnen würde, hofft sie noch auf einen positiven Abschluss in diesem Jahr – trotz der massiven Ausfälle durch die Coronakrise.

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