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Einbahnstraßenregelung für Kranzbergring in Kilianstädten ist vom Tisch

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Der Kranzbergring in Kilianstädten soll noch in diesem Jahr saniert werden.
Der Kranzbergring in Kilianstädten soll noch in diesem Jahr saniert werden. © Dagmar Gärtner

Grundhafte Erneuerung des Kranzbergringes und die Priorisierung von Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept – nur diese beiden Punkte standen auf der Tagesordnung des Bauausschusses. Doch der Diskussionsbedarf bei beiden war enorm.

Schöneck –Unstrittig bei der Maßnahme eins, der grundhaften Erneuerung des Kranzbergringes auf der kompletten Länge zwischen Frauengartenring und Niederbergring, ist der Zeitpunkt, nämlich möglichst noch in diesem Jahr. Die Verwaltung hatte dazu zwei unterschiedliche Varianten vorgelegt.

Die erste Variante beinhaltet einen durchgehenden einseitigen Gehweg mit einer Breite von 1,20 Meter, einem nur angedeuteten Gehweg auf der gegenüberliegenden Seite mit einer Breite von 50 Zentimetern und einer Fahrbahnbreite von 4,20 Meter. Diese Variante lehnte die Verwaltung aus Sicherheitsgründen jedoch sofort ab, weil entweder kein ausreichender Raum mehr für Parkplätze bliebe oder aber mit eingezeichneten Parkplätzen die Fahrbahn zu eng würde.

Weil aber aufgrund der örtlichen Platzverhältnisse und aus Gründen der Verkehrssicherheit die Beibehaltung der bestehenden Verkehrssituation als nicht sinnvoll erscheint, da die Gehwege nicht durchgehend vorhanden sind und die Straßenfläche für die Anordnung von beidseitigen Gehwegen mit regelgerechter Breite zu schmal ist, schlägt die Verwaltung die Variante 2 vor.

Ausbau ohne Bürgersteig wird favorisiert

Damit ist auch die zunächst angedachte Einbahnstraßenregelung wegen der zu erwartenden Mehrbelastung der ohnehin schon stark befahrenen Wingertstraße aus dem Rennen. Die Variante 2 sieht einen niveaugleichen Ausbau einschließlich eines beidseitigen 50 Zentimeter breiten Schrammbords (angedeuteter Bürgersteig) vor. Die geplante Fahrbahnbreite beträgt dann durchgehend 4,90 Meter.

Parkflächen werden keine ausgewiesen, die Anschlüsse an die einmündenden Straßen werden angepasst. Diese Variante schien auch der Ausschuss akzeptieren zu wollen. Allerdings sahen vor allem die Anwohner des Kranzbergrings erheblichen Diskussionsbedarf hinsichtlich der Bürgersteigführung. Einen allein für Fußgänger ausgewiesenen Bürgersteig sieht diese Variante nämlich nicht vor. „Deshalb wird die Straße auch zur verkehrsberuhigten Zone erklärt, bei der alle Verkehrsteilnehmer gleichberechtigt sind“, erklärt der Planer Stefan Ruess.

Und deshalb sind in diesen Verkehrszonen schon von Rechtswegen keine Bürgersteige vorgesehen, ergänzt Bauamtsleiter Günter Rauch. Auch der Belag der Straße, nämlich eine Asphaltierung, wird zunächst in Frage gestellt. Gewünscht ist eine Pflasterung. Doch diese wird aus Kostengründen schnell wieder abgehakt. So wird die Variante 2 ergänzt durch den Wunsch nach einem wenig mehr Grün in der Straße schließlich mit sechs Ja-Stimmen bei drei Enthaltungen angenommen.

Diskussion über Priorisierung der Radwege-Maßnahmen

Auf weniger Zustimmung stößt hingegen anschließend der Antrag der Grünen auf Priorisierung von Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept aus dem Jahr 2018 und deren zeitnahen Ausführungen. Die Grünen unterscheiden dabei zwischen Maßnahmen, die bei den übergeordneten Behörden auf keinen Widerspruch gestoßen sind und deshalb sofort umgesetzt werden könnten und jenen, die noch strittig sind und deshalb mit den zuständigen Stellen erst noch abgeglichen werden müssten.

Die Finanzierung derartiger Maßnahmen sei allerdings bereits gesichert, denn dafür könne auf Reste aus dem Haushalt 2020/21 in Höhe von 500 000 Euro zurückgegriffen werden, denn diese Maßnahmen fielen in die Kategorie Sicherheit und Wegeverbesserung, wie sie von der Gemeindevertretung in ihrer Februar-Sitzung erneut beschlossen wurden. Doch diesen Weg wollen CDU und SPD nicht mitgehen, „weil auch viele der Maßnahmen nicht in den Investitionshaushalt, sondern in den Ergebnishaushalt fallen und damit gar nicht mit den Haushaltsresten bezahlt werden dürfen“, so die CDU-Fraktionsvorsitzende Carina Wacker.

Verlängerte Hochstädter Straße in Oberdorfelden soll zuerst in Angriff genommen werden

Die beiden Mehrheitsfraktionen schlagen deshalb in einem konkurrierenden Antrag vor, zunächst erst die Erneuerung der verlängerten Hochstädter Straße in Oberdorfelden in Abstimmung mit der Nachbargemeinde Niederdorfelden in Angriff nehmen zu wollen. Dafür sollen 300 000 Euro vorgesehen werden. Von den restlichen 200 000 Euro soll die Hälfte für Planungskosten zu weiteren Maßnahmen verwendet werden.

Dieser Antrag wird mit fünf Ja-, einer Nein-Stimme bei drei Enthaltungen so angenommen. Über den Antrag der Grünen musste deshalb nicht mehr abgestimmt werden. Weiter wird an diesem Abend dann allerdings noch beschlossen, dass die einzelnen Fraktionen sich Gedanken über die Priorisierung der weiteren Maßnahmen aus dem Radverkehrskonzept machen sollen, um dann in einer der folgenden Sitzungen des Bauausschusses noch vor der Sommerpause darüber abschließend beraten zu können. (Jürgen W. Niehoff)

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