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Dirk Glock möchte das Büdesheimer Laternenfest zu einem Fest der Region machen

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Von: Mirjam Fritzsche

Dirk Glock vor dem Büdesheimer Rathaus. Der neue Vorsitzende der ARGE Büdesheimer Laternenfest hat große Pläne.
Dirk Glock vor dem Büdesheimer Rathaus. Der neue Vorsitzende der ARGE Büdesheimer Laternenfest hat große Pläne. © Mirjam Fritzsche

Als „Chef“ will sich der neue Vorsitzende der ARGE Büdesheimer Laternenfest nicht verstanden wissen. „Ich bin einfach derjenige, bei dem die Fäden zusammenlaufen“, erklärt Dirk Glock. Der 55-Jährige hat in den kommenden Monaten an vielen „Strippen“ zu ziehen, denn nach zweijähriger Corona-Zwangspause gibt es eine Menge zu tun in der Vorbereitung des Traditionsfests, das am ersten Augustwochenende endlich wieder stattfinden soll. Und die Latte hat sich der neue Vorsitzende hochgelegt. „Ein Umzug mit weniger als zwölf Motivwagen wäre für mich eine persönliche Niederlage“, sagt er im Gespräch mit unserer Zeitung.

Schöneck –Den „Job“ als Vorsitzender hat der gebürtige Büdesheimer von Ex-Bürgermeister Ludger Stüve übernommen, der den Verein 20 Jahre geleitet hatte. Stellvertreterin bleibt die amtierende Rathauschefin Conny Rück (wir berichteten). Um die Aufgabe hat sich der Rechtsanwalt mit eigener Kanzlei zwar nicht gerissen, aber eine grundsätzliche Bereitschaft erkennen lassen. „Ich hatte eher gedacht, dass ich das in fünf bis sieben Jahren übernehmen könnte“, sagt er schmunzelnd. Doch er findet auch: „Wenn alle nur reden und keiner was macht, passiert nichts.“ Er sei nur 100 Meter vom Festplatz entfernt aufgewachsen, berichtet Glock weiter. Die Sorge, dass das Laternenfest sterben könnte, habe ihn letztendlich motiviert, die Aufgabe zu übernehmen.

Viele Ämter und Ehrenämter

Zum Glück hätte ihm die Familie den Rücken gestärkt. „Meine Kinder haben das Fest-Gen geerbt“, erzählt der Vater eines elfjährigen Sohnes und einer 14-jährigen Tochter. Und auch Freunde und Bekannte aus dem Ort hätten ihm Unterstützung zugesagt. Die kann Dirk Glock auch gebrauchen. Denn beruflich ist der Rechtsanwalt, der vor allem kleine und mittlere Unternehmen im Vertrags-, Arbeits-, Medien- und Gesellschaftsrecht berät, viel unterwegs. Glock fungiert unter anderem als Geschäftsführer des Verbandes Hessischer Zeitungsverleger sowie als Geschäftsführer des Verbands Druck und Medien Hessen.

Auch eine lange Liste an Ehrenämtern vervollständigt seinen Lebenslauf: Ehrenamtlicher Richter am Bundesarbeitsgericht, Verwaltungsratsmitglied im Diakonischen Werk, Vorsitzender des Vereins zur Förderung des Handballsports des TV Petterweil und seit 40 Jahren Organist an der Evangelischen Andreasgemeinde Büdesheim, um nur einige zu nennen.

Hoffnung auf Sommer ohne besondere Hygienemaßnahmen

„Meine Mitarbeiter sind es gewohnt, dass ich nur ein- bis zweimal in der Woche vor Ort bin. Man muss Vertrauen haben in die Fähigkeiten seiner Leute. Bei mir gilt auch noch das gesprochene Wort“, sagt Glock. Sein Arbeitstag sei zwar lang, biete ihm durch die Selbstständigkeit aber auch Spielräume.

Und nun hat sich der 55-Jährige – den Karnevalisten im Ort seit Jahrzehnten auch als „Beusemer Bub“ bekannt – den Fokus auf das 71. Laternenfest gelegt. Die Herausforderungen sind groß. „Obwohl das Fest seit Jahrzehnten existiert, ist es nicht so, dass wir einfach nur fertige Pläne aus der Schublade ziehen können“, sagt der neue ARGE-Vorsitzende.

Das Laternenfest werde nach der langen Corona-Zeit eine der ersten großen Veranstaltungen sein, die endlich wieder stattfinden können. „Wir rechnen mit einem großen Zuspruch und planen so, als würde das Laternenfest in vollem Umfang stattfinden.“ Etwas Halbes habe er sich nicht vorstellen können. Die Hoffnung bleibt, dass im Sommer keine besonderen Hygienemaßnahmen notwendig sein werden.

Neuer Festwirt legt sich ins Zeug

Die Krönung der neuen Laternenkönigin soll wieder am Freitagabend im Festzelt stattfinden. Eine Nachfolgerin für die amtierende Hoheit Karina I., die künftig den Krönungsausschuss leitet, ist bereits gefunden. Die Personalie wird aber natürlich noch geheim gehalten.

Am Samstag und Sonntag soll im Festzelt Disko stattfinden. Als Band konnte die bekannte Gruppe Helium 6 gewonnen werden. „Der Festplatz soll voll bestückt werden. Das Problem ist nur, dass viele Fahrgeschäfte noch nicht vom TÜV abgenommen sind“, erklärt Glock. Ein Autoscooter sei gesetzt, zudem soll es ein Fahrgeschäft ähnlich dem „Breakdancer“ geben. Ein drittes zu finden sei das Ziel.

Zum Glück habe man mit der Festhalle Hausmann GmbH einen engagierten Festwirt verpflichten können, der sich nur für diese Veranstaltung selbst ein großes Festzelt leihen muss. Das eigene Zelt vom TÜV abnehmen zu lassen, sei zu zeit- und kostenintensiv. Hier macht sich ebenfalls die lange Corona-Pause bemerkbar.

Festumzug bleibt Höhepunkt und ist größte Herausforderung

Die größte Herausforderung für die ARGE sei allerdings die Organisation des Festzugs – der Höhepunkt des Traditionsfests. Der beleuchtete Ort und der Umzug hätten eine große Strahlkraft über Schöneck hinaus. Allerdings gebe es immer weniger Landwirte, die Wagen zur Verfügung stellen könnten. Es fehle auch an Unterstellmöglichkeiten für die großen Aufbauten. Mindestens zwölf Motivwagen und sechs Spielmannszüge möchte Glock durch die Straßen ziehen lassen. „Deshalb ist es wichtig, den Kreis der Teilnehmer größer zu spannen. Das Laternenfest soll ein Fest der Region werden“, betont Glock.

Dass sich Motivwagen etwa aus Kilianstädten beteiligen, sei schon lange Usus. Doch er könne sich auch gut vorstellen, dass die Nachbarn aus Nidderau verstärkt beim Umzug mitmachen. „Da muss ein Umdenken erfolgen“, so Glock. An seine Büdesheimer richtet der „Strippenzieher“ noch eine Bitte: „Es wäre schön, wenn wieder mehr Häuser im Ort geschmückt und beleuchtet würden.“ (Mirjam Fritzsche)

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