Anne Schwarz vor ihrer Skulptur „Abgelutscht“, die sie aus geklebten Zeitungspapierschichten anfertigte.
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Anne Schwarz vor ihrer Skulptur „Abgelutscht“, die sie aus geklebten Zeitungspapierschichten anfertigte.

Ausstellungseröffnung

Die Künstlerinnen Anne Schwarz und Gugu Bausch zeigen ihre Werke in der Kilianstädter Kulturscheune

Kunst, die enthüllt und verbirgt, dabei oft den Finger in gesellschaftliche Wunden legt, zeigen Malerin Gugu Bausch und Künstlerin Anne Schwarz in ihrer ersten Gemeinschaftsausstellung „aufgebauscht und angeschwärzt – unter die netz haut gefahren“ in der Kilianstädter Kulturscheune.

Schöneck – Am kommenden Wochenende kommen Schnäppchenjäger und Kunstfreunde in Kilianstädten auf ihre Kosten. Die Kunstwerkstatt öffnet in Zusammenarbeit mit der Gemeinde Schöneck die Kulturscheune im Rahmen der Reihe „Kultur in Schöneck 2021“ für die erste gemeinsame Ausstellung von Anne Schwarz und Gugu Bausch. Unter dem spektakulären Namen „aufgebauscht und angeschwärzt – unter die netz haut gefahren“ zeigen die beiden Künstlerinnen ihre Werke. Der Ausstellungstitel ist ein Spiel mit den Namen der Künstlerinnen, die von Kindheit an beide künstlerisch aktiv sind, und transportiert zugleich ein Stück Gesellschaftskritik. Die wird oft erst beim zweiten oder dritten Blick auf die Kunstwerke sichtbar.

Große Bandbreite

Die Bandbreite der gezeigten Arbeiten ist groß. Sie reicht von Malerei über Skulpturen bis zu Objekten. Zwar handelt es sich bei der Gemeinschaftsausstellung um eine Premiere, doch die beiden Künstlerinnen kennen sich schon lange. „Wir singen seit 20 Jahren zusammen im Frankfurter Frauenchor ‘Die Dissonanten Tanten’, erzählt Anne Schwarz. Die Frankfurterin aus Bornheim ist bereits mehrere Jahre Mitglied im Verein Kunstwerkstatt Schöneck/Nidderau. Und hat schon mehrfach ihre Werke in Nidderau und Schöneck ausgestellt.

Gugu Bausch aus Bad Vilbel ist vor einem Jahr in die Kunstwerkstatt eingetreten. Sie hat ihre Bilder bisher unter anderem im Alten Gallus Theater in der Mainmetropole gezeigt. In der Kulturscheune können Besucher zwölf ihrer großformatigen und mehrere kleinere Acrylmalereien sehen.

Die sind teils bunt, farbenfroh und optimistisch wie der „Mai“, teils dunkler und geheimnisvoll wie „Angeschwärzt“. Meist halten sie „in leichten Strichen und Schwüngen den gefühlten Rhythmus von blühender und vergehender Natur mal in lauten, mal zarten Farben auf Leinwand“ fest.

Viel Liebe zum Detail

Anne Schwarz zeigt zehn Objekte aus Netzen, Steinen wie Alabaster und Pyrolith, Papier und Pappmaché sowie sieben handgeschöpfte Bilder. Ihre Skulptur „Abgelutscht“ hat sie mit viel Liebe zum Detail aus geklebten Zeitungspapierschichten anfertigt. Augenzwinkernd präsentiert Schwarz die „Fahne der Weltmeister“, die sie aus Haushaltsnetzen anfertigte. In der Mitte prangt ein Kreuz, in dessen Mittelpunkt sich eine kleine Fledermaus verborgen hinter Bändern aus Hochsitzen versteckt hat.

Eins ihrer auf handgeschöpftes Papier gezeichneten Bilder trägt den Namen „Tanz der Wasserfrau I“. Zwischen den schwungvollen Linien prangt eine Qualle, die Schwarz auf Baltrum gefunden hat. Eine Hommage an ihr Lieblingsland Island ist eine „versammelte Isländer Mannschaft“ aus Pappmaché. Die kleinen Skulpturen tragen den Namen „Schweinehunde“.

Gugu Bausch mit einem ihrer Bilder, die sie ab dem heutigen Freitag in der Schönecker Kulturscheune zeigt.

In ihren handwerklichen und gemalten Arbeiten erzählen beide Künstlerinnen Geschichten. Mal humorvoll, mal kritisch greifen sie Alltägliches auf, zeigen verschiedene Wahrheiten und betrachten alles durch die entlarvende Brille der Kunst. Eröffnet wird die Ausstellung am Freitag, 10. September, um 19 Uhr von Bürgermeisterin Conny Rück. In die Werke der Künstlerinnen führt Bettina Pfeifer, die Vorsitzende der Kunstwerkstatt, ein. Musikalisch umrahmt wird die Ausstellungseröffnung vom Bad Vilbeler Jazz-Duo Doerte Goetzke (Gesang) und Friedemann Kuhl (Gitarre) mit Jazz-Standards aus dem Real-Book. Auf Wunsch der ausstellenden Künstlerinnen ist auf jeden Fall der Titel „How high the moon“ zu hören.

Die Vernissage findet am Freitag, 10. September, um 19 Uhr in der Kulturscheune Kilianstädten, Herrnhofstraße 7, statt. Die Ausstellung ist weiter am 11., 12., 18., und 19. September jeweils von 16 bis 19 Uhr geöffnet. (Christine Fauerbach)

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