Interessierte am Projekt Bürgerbus Schöneck trafen sich kürzlich zum zweiten Mal und bildeten aus ihrer Mitte heraus eine Arbeitsgruppe, die nun ein Betriebskonzept entwickelt, um in den Genuss der Landesfördermittel zu kommen. Foto: Thomas Seifert

Schöneck

Ein Bürgerbus für Schöneck - Ärzte- und Geschäftsfahrten geplant

Schöneck. Fährt in Schöneck bald ein Bürgerbus? Kürzlich fand in der Erich-Simdorn-Halle in Kilianstädten zum zweiten Mal eine öffentliche Zusammenkunft mit interessierten Bürgern statt. Die Erfolgsaussichten scheinen gut. Eine Projektgruppe will jetzt ein Betriebskonzept erarbeiteten.

Von Thomas SeifertProjektreferent Florian Müller von der Landesstiftung „Miteinander in Hessen“ informierte an diesem Abend über Details: „Das Förderprogramm Bürgerbus der Landesregierung wird unfassbar gut angenommen. Im vergangenen Jahr wurden bereits 20 voll ausgestattete Opel Vivaro in Dienst gestellt, mit denen ehrenamtliche Fahrer in ihren Gemeinden ganz unterschiedliche Fahrdienste erledigen.“

Erfolgsgeschichte des Projekts

Auch in Schöneck scheint das Projekt, das von der Gemeindeverwaltung angestoßen worden ist, eine Erfolgsgeschichte zu werden, denn als Ergebnis der Zusammenkunft konnte der Leiter des Fachbereichs Bürgerservice, Mathias Laufer, die Bildung einer Projektgruppe vermelden, die nun die notwendige Vorarbeit erledigt, damit bis spätestens 31. Juli der Förderantrag gestellt werden kann. Dann entscheidet sich auch, ob der Bürgerbus noch in diesem Jahr seine ersten Runden durch die Gemeinde dreht.

„Die Idee des Bürgerbusses ist nicht neu, in Baden-Württemberg und in Nordrhein-Westfalen gibt es solche Angebote schon seit Jahren. Auch in Hessen haben bürgerschaftliche Initiativen solche Projekte bereits umgesetzt. Neu ist, dass das Land nun die Anschubfinanzierung macht“, erläuterte Müller im Gespräch mit dem HA. „In Grebenhain-Freiensteinau fährt seit dem vergangenen Jahr solch ein Bürgerbus, insgesamt sind es bereits 20 Fahrzeuge, die von den verschiedensten Trägern eingesetzt werden.“

Ehrenamtliche Fahrer im Vordergrund

Wer letztlich die Federführung des Projekts übernehme – ob es die Kommune sei, ein Verein oder eine Stiftung –, sei zweitrangig, so der Projektreferent. Im Vordergrund stehe, dass der von ehrenamtlichen Fahrern betriebene kostenlose Dienst Lücken im Nahverkehrsnetz schließt, keinesfalls aber in Konkurrenz zu bestehenden Angeboten auftreten darf. Die Initiative, sich um die Fördermittel zu bewerben, war von der Gemeinde ausgegangen, die eine sogenannte Interessenbekundung abgegeben hat.

Das Land stellt zwar nach genehmigtem Förderantrag das Fahrzeug und Werbematerial, für die Fahrer, die Pflege und Wartung des Busses, die Disposition und die Refinanzierung ist dann der Betreiber zuständig.

Doch zuvor muss der Geldgeber von der Nachhaltigkeit des geplanten Angebots überzeugt werden. „Deshalb muss zwingend ein Betriebskonzept erarbeitet werden, das all diese Komponenten beinhaltet. Denn das Land will nicht, dass nach fünf oder sechs Jahren, wenn sich das Konzept bewährt hat, kein Geld zur Verfügung steht, um eine mögliche Ersatzbeschaffung für den Bus zu realisieren und der Fahrdienst dann wieder von der Bildfläche verschwindet. Eine wichtige Komponente des Betriebskonzepts ist deshalb auch die Finanzierung durch Sponsoring, Spenden oder Zuschüsse“, betonte Müller.

Bildung einer Projektgruppe

Beim Treffen hat sich aus der Runde heraus, bei der Vertreter von Vereinen, den Kirchen, Mitglieder des Seniorenbeirats, der Arbeiterwohlfahrt, der Flüchtlingsbetreuung und der Wahlalternative Schöneck erschienen waren, eine solche Projektgruppe gebildet. Auch wurden die ersten Aufgaben wie Sponsoring und Disposition verteilt, potenzielle Fahrer waren an diesem Abend auch präsent.

„Da Personen in den neunsitzigen Bussen befördert werden, müssen die künftigen Fahrer eine Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung erwerben, was heißt, eine medizinische Tauglichkeitsprüfung ablegen. Das ist sinnvoll im Interesse der Fahrgäste, aber auch der Chauffeure selbst. Sollten die Interessenten noch nie ein solches Fahrzeug gesteuert haben und sich möglicherweise unsicher fühlen, gibt es die Möglichkeit, über das Förderprogramm ein Fahrsicherheitstraining zu finanzieren“, stellte der Referent fest.

Eine Menge Einsatzmöglichkeiten

Einsatzmöglichkeiten für einen Bürgerbus gibt es in Schöneck offensichtlich eine ganze Menge. So haben sich die Seniorenbeiratsmitglieder bereits Gedanken über Linienführungen gemacht, Fahrten zu Einkaufsmöglichkeiten, zu Ärzten oder Veranstaltungen sind möglich. Das Fahrzeug, fügte Müller hinzu, muss auch mindestens an zwei halben Tagen im Einsatz sein, kann aber auch am Wochenende zum Beispiel von Vereinen genutzt werden.

„Dann steuert ein Vereinsmitglied den Bus und der muss dann nicht die Fahrerlaubnis zur Fahrgastbeförderung vorweisen können, da genügt ein normaler, für das Fahrzeug ausreichender Führerschein“, betonte er. Die Runde, zu der sich etwas später Bürgermeisterin Cornelia Rück gesellte, war sich einig, auf einem guten Weg zu sein und ein schlüssiges Betriebskonzept bis spätestens zum Stichtag erarbeiten und vorlegen zu können.

Federführend sind Mathias Laufer (0 61 87/9 56 22 00), die Seniorenbetreuerin Veronika Kielmann-Heine (0 61 87/9 56 24 01) sowie Silke Kuhn vom Bürgerservice bei der Verwaltung Ansprechpartner für das Projekt Bürgerbus. Interessierte Bürger, die sich beteiligen möchten, können sich bei ‧ihnen melden.

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