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Büdesheimer Gemeinde diskutiert über Zukunft des Pfarrhauses

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Schöneck. Das Pfarrhaus in Büdesheim war jahrzehntelang das Zuhause für Pfarrer der Evangelischen Andreasgemeinde. Doch seit zwei Jahren steht es weitgehend leer. Das Gebäude ist in die Jahre gekommen, müsste dringend saniert werden. Doch wie soll die Gemeinde die Kosten dafür aufbringen? Und ist ein Pfarrhaus noch zeitgemäß?

Von Mirjam FritzscheIn der Gemeinde werden derzeit verschiedene Optionen diskutiert.

Dach, Fassade, Fenster, Bäder – an dem 70er-Jahre-Bau ist der Sanierungsbedarf immens.Kostenpunkt: Schätzungsweise 300 000 Euro300 000 Euro würde die Instandsetzung kosten, ergab eine Schätzung der Liegenschaftsverwaltung der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) in Darmstadt. Pfarrer Kaarlo Friedrich hebt die Hände. „Wie sollen wir das finanzieren?“.

Friedrich, der vor zweieinhalb Jahren seine Stelle in Büdesheim antrat, hat eine Wohnung in Okarben und ist damit nicht unglücklich. Dennoch, etwas soll mit dem Gebäude geschehen. Wie Friedrich und Kirchenvorstandsvorsitzende Regina Löhr im Gespräch mit unserer Zeitung berichten, gibt es bereits einige Ideen, die man aktuell mit den Mitgliedern der Kirchengemeinde diskutiert. Kürzlich fand eine öffentliche Gemeindeversammlung zu dem Thema statt. „Die Andreasgemeinde zählt 1562 Mitglieder“, sagt Löhr. Sie sollen natürlich einbezogen werden in die Überlegungen des Kirchenvorstands.Verkehrswertgutachten als erster SchrittFriedrich erklärt: „Die Liegenschaftsverwaltung hat vorgeschlagen, das alte Pfarrhaus zu verkaufen und den Pfarrgarten in drei Baugrundstücke zu teilen und diese per Erbbaurecht bebauen zu lassen.“ So könnte man einen Neubau finanzieren. Doch die Schwierigkeit liegt im Detail. Findet man überhaupt einen Käufer für das marode Gebäude und würde es genug Geld abwerfen für einen Ersatzbau? Zudem befindet sich die Heizanlage für Gemeindehaus und Kirche im jetzigen Pfarrhaus.

Als erster Schritt soll nun ein Verkehrswertgutachten für das Pfarrhaus erstellt werden. „Die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Pfarrer haben sich stark verändert. Viele betreuen mehrere Gemeinden oder haben eine Teilzeitstelle inne“, gibt Friedrich zu Bedenken. Auch er betreut derzeit die vakante Stelle in Rendel mit. Doch in der Andreasgemeinde würden viele Mitglieder die Meinung vertreten, dass man zumindest die Möglichkeit haben sollte, den Pfarrer vor Ort unterzubringen.Erster Leitbildabend am 10. JanuarFriedrich schwebt eine andere Idee vor. Statt die 1200 Quadratmeter große Fläche in mehrere Baugrundstücke umzuwandeln, träumt er von einem Mehrgenerationenhaus an der Stelle des jetzigen Pfarrhauses, in dem auch eine Wohnung für den Pfarrer Platz hätte. Diese könnte, wenn nicht benötigt, vermietet werden. „In dem Haus könnte auch ein soziales Projekt verwirklicht werden, möglicherweise eine Tagespflege für Senioren“, sagt Friedrich.

Die Kirchengemeinde will sich in den kommenden Monaten intensiv mit den verschiedenen Möglichkeiten und deren Finanzierbarkeit auseinandersetzen. Dazu wird es weitere Treffen mit allen Interessierten und dem Kirchenvorstand geben. Der erste sogenannte Leitbildabend wird am Mittwoch, 10. Januar, um 20 Uhr im Gemeindehaus stattfinden. Pfarrer Friedrich sieht in der Situation auch eine Chance. „Die Diskussion hat ihr Gutes. Sie geht an die Substanz. Wir müssen die Frage beantworten: Was ist uns wichtig?“

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