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Sie gehört zu den Attraktionen im Main-Kinzig-Kreis: Die idyllisch gelegene Ronneburg zieht mit ihren mittelalterlichen Veranstaltungen normalerweise Tausende von Besuchern an, doch die Corona-Pandemie sorgt jetzt für eine Reihe von Absagen, die den Verein der Freunde der Ronneburg schwer treffen.

Sanierungsarbeiten der Ronneburg stehen in Frage

Absagen der Veranstaltungen haben gravierende Folgen für Verein und Burg

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Im Zuge der Corona-Krise wurden zahlreiche Veranstaltungen in ganz Deutschland abgesagt. Natürlich bleibt auch die Ronneburg von diesen Absagen nicht verschont. Mit gravierenden Konsequenzen. 

Wir erreichen Wolfgang Grün telefonisch, als er sich gerade mit dem Auto auf dem Weg zur Burg befindet. Im Gepäck hat er die seit Wochen ungeduldig erwarteten Lederstreifen, die jetzt endlich eingetroffen sind. Daraus sollten eigentlich in den kommenden Wochen Mädchen und Jungen auf der Ronneburg im Rahmen eines beliebten Kinderprogramms Lederbeutel basteln. 

„Das fällt nun genauso aus wie die anderen Kinderaktivitäten mit Bogen- und Armbrustschießen und Waffenpräsentation sowie die kindgerechte Erkundung der Burg. Das Leder kann ich jetzt erst mal im Burgkeller deponieren“, stellt Grün fest, der für den eingeschriebenen Verein der Freunde der Ronneburg seit vielen Jahren als Verwalter der Burg tätig ist. 

Ostermarkt und Schultermine wurden abgesagt

Gravierender für den Verein, der auf keine öffentlichen Fördermittel und Zuschüsse zurückgreifen kann, sind jedoch die aufgrund der Corona-Pandemie erfolgte Absage des Ostermarkts und die anstehende Streichung der Veranstaltungen der Walpurgisnacht und des Maimarkts. „Und ich fürchte, dass wir auch unser Ritterturnier zu Pfingsten nicht werden veranstalten können. Das ist auch für unsere ganzen Schausteller und Gruppen, die extra zu diesen Veranstaltungen zu uns auf die Ronneburg kommen, ein großer finanzieller Verlust“, weist Grün darauf hin, dass nicht nur der Verein, sondern ebenso die Aussteller, die zum Teil von weit herkommen, sehr unter den Absagen leiden. „Wir stellen ihnen Bescheinigungen aus, dass sie bei uns mit Ständen und Aktionen angemeldet waren – in der Hoffnung, dass sie ihre finanziellen Ausfälle erstattet bekommen“, macht der Burgwart deutlich, was alles an den Veranstaltungen hängt, die Jahr für Jahr Tausende von Mittelalterfreunde auf die Ronneburg locken. 

Geschlossen ist aufgrund der Corona-Krise aber auch bereits seit Tagen das Burgmuseum und wurden von den Schulen mittlerweile alle geplanten Besuche von Schülergruppen bis zu den Sommerferien abgesagt. Außerdem finden keine Kurse sowie Führungen statt und ist die Falknerei geschlossen. Und nach dem am Wochenende erfolgten Beschluss der Landesregierung zur Schließung der Gaststätten sind ebenso das Restaurant und das Café der Ronneburg zu. 

Geschichte der Ronneburg reicht bis ins 13. Jahrhundert zurück

„Die Folgen dieser Pandemie sind für uns noch überhaupt nicht absehbar. Wir beschäftigen als Freunde der Ronneburg vor allem zahlreiche 450-Euro-Kräfte, aber auch fünf Festangestellte. Wir werden jetzt wohl Kurzarbeit beantragen müssen. Das ist für alle Beteiligten eine sehr schlimme und noch völlig unklare Situation“, macht Grün keinen Hehl daraus, wie hart die Corona-Krise auch den Verein getroffen hat, der sich seit so vielen Jahren bereits um die Ronneburg kümmert. 

Die fehlenden Einnahmen aus den Veranstaltungen bereiten Burgwart Wolfgang Grün (rechts) auch bezüglich der Finanzierung der Sanierungsarbeiten Kopfzerbrechen.

Dabei geht es keineswegs nur um die Organisation und Durchführung von Veranstaltungen, Kursen und Führungen. Der Verein hat sich zuvorderst den Erhalt der Burg auf die Fahnen geschrieben. So fließt sehr viel Geld in die Sanierung des historischen Bauwerks, dessen Geschichte bis weit ins 13. Jahrhundert zurückreicht. „Aufgrund der Krise wissen wir jetzt auch nicht, wie es mit der Finanzierung der Sanierung weitergehen soll. Denn ein großer Teil unserer Einnahmen fließt in die Instandhaltung der Burg“, weist Wolfgang Grün mit Nachdruck auf einen gravierenden Aspekt der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Zukunft der Ronneburg hin. 

Kein Mangel an Arbeit für den Burgwart

Über Mangel an Arbeit kann sich der Burgwart dessen ungeachtet wahrlich nicht beklagen. Er schaut täglich auf der Burg nach dem Rechten, nimmt Telefonate entgegen, hört den Anrufbeantworter ab. „Erfreulich ist dabei, dass wir nicht nur Absagen erhalten, sondern ebenso Nachfragen nach Führungen und Terminen für Hochzeiten oder Kindergeburtstage in der zweiten Jahreshälfte oder auch schon für 2021 bekommen. Viele Leute planen trotz der gegenwärtigen Lage bereits weiter im Voraus. Das gibt uns wenigstens etwas Hoffnung“, blickt der Burgwart dann doch nicht in eine gänzlich düstere Zukunft.

Anmeldungen möglich Wer also einen Kindergeburtstag oder seine Hochzeit auf der Ronneburg in der zweiten Jahreshälfte oder 2021 plant, der kann sich unter Telefon 0 60 48/95 09 05, Fax 0 60 48/95 09 06 oder per E-Mail an museum@burg-ronneburg.de schon anmelden. Dies gilt ebenso, wenn man sich bereits für eine Burgführung vormerken lassen möchte. Mehr Infos erhalten Sie hier.

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