Hartmut Kind (linkes Bild rechts) erläutert den Gemeindevertretern seine Überlegungen zur Gestaltung des Kirchgartens. Der Vorschlag der Freitreppe (rechts) vom Planungsbüro SP PLUS aus Bad Nauheim orientiert sich an einer Fotografie aus dem Jahr 1934.

Ronneburg

Das sagt der Ausschuss zur Gestaltung des Kirchenumfelds

Ronneburg. Die Umgestaltung des Kirchenumfelds in Hüttengesäß soll weiter vorangetrieben werden. Darüber bestand Einigkeit in der Sitzung des Ausschusses für Dorfentwicklung und Bürgerbeteiligung.

Von Ulrike Pongratz

Entsprechend einstimmig empfahlen die Mitglieder des Ausschusses am Dienstagabend, die vorgestellten Entwürfe zur Neugestaltung des Kirchgartens und des Eingangsbereichs weiterzuverfolgen.

Die Umgestaltung des Kirchenumfelds umfasst einen barrierefreien Zugang über den Kirchgarten, den Einbau einer behindertengerechten WC-Anlage, eine neue Treppenanlage im Eingangsbereich Kirchstraße und die Sanierung der Außentreppe Kirchstraße/Gemeindehaus entlang der Kirchmauer.

Hartmut Kind vom Planungs- und Architekturbüro SP PLUS Bad Nauheim erläuterte den Ausschussmitgliedern zunächst Zweck und Idee der Umgestaltung. Der Zugang zum Kirchengebäude über den Kirchgarten werde barrierefrei ausgeführt, so Kind, weshalb eine Umgestaltung der Grünflächen geplant sei. „Heute geht es darum, das Grundkonzept der Planung festzulegen“, erklärte Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD). „Die Haushaltsmittel sind eingestellt, die Pflege zwischen Kirchenvorstand und Gemeindevertretung vereinbart.“ Das Kirchengebäude sei als Kulturdenkmal klassifiziert, weshalb alle Planungen mit dem Denkmalschutz abzustimmen seien, erklärte Hartmut Kind.

Gesamtes Hanggelände soll modelliert werden

Direkt vor Ort erläuterte er dann die Grundidee der Planung. Das gesamte Hanggelände werde modelliert und angepasst, sodass ein „mäandrierender“ Weg mit maximal sechs Prozent Gefälle angelegt werden könne. Vorgesehen sei im Bereich vor den Denkmalen eine befestigte Fläche, die eine Stützmauer abschließe. Ein Weg schlängele sich quer über den Hang, ein Zugang führe über Stufen auf direktem Weg zum Kircheneingang. Kind empfahl, beide Wege auszuführen, da sich erfahrungsgemäß Trampelpfade bilden würden.

Als Bepflanzung empfahl Kind eine sparsame Akzentuierung mit niedrigen Strauchrosen und Ziersalbei, Frauenmantel und Katzenminze als Begleiter. Im Halbschatten könne man die Gehölzpflanzungen mit Bodendeckern und Stauden ergänzen. In Absprache mit dem Forstamt und der Unteren Naturschutzbehörde werde man die bestehende Gehölze auslichten und zurückschneiden. Revierförster Hans-Holger Rittershauß hat die Bäume bereits begutachtet und empfohlen, eine tote Eiche zu fällen. Weitere größere Eingriffe in den Baumbestand seien derzeit aber nicht geplant.

Treppenmodell überzeugt in Optik und Schlichtheit

Mit dem barrierefreien Zugang über den Kirchgarten wird das gesamte Außengelände bis hin zur Türschwelle neu modelliert. Auch der Zugang über die Kirchstraße wird deshalb neu hergestellt. Der Entwurf hierfür orientiert sich an einer Fotografie aus dem Jahr 1934 und schlägt als einziges Gestaltungsmittel eine großzügige Freitreppe vor. Ein wenig Überzeugungsarbeit musste Kind zunächst leisten, dann folgten die Mitglieder des Ausschusses der Argumentation und dem Vorschlag des Planungsexperten.

Das Treppenmodell wurde von den Ausschussmitgliedern als „schön und gediegen“, als „sehr gelungen und einladend“ und in ihrer Optik und in ihrer Schlichtheit als überzeugend empfunden. Entsprechend stimmten sie dafür, die Entwurfsidee weiter auszuführen und die Planungen den Behörden zur Genehmigung vorzulegen. Wenn alles nach Plan läuft, kann im Herbst ausgeschrieben und im Frühjahr mit den Bauarbeiten begonnen werden.

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