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Ronneburg macht beim Neujahrsempfang alles anders

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Der Begegnunschor, bestehend aus Flüchtlingen und einheimischen Sängern, sorgte für eine tolle Festival-Atmosphäre beim Neujahrsempfang der Gemeinde Ronneburg. Fast 50 Sänger, darunter auch viele Kinder, standen auf der Bühne. J Fotos: Habermann
Der Begegnunschor, bestehend aus Flüchtlingen und einheimischen Sängern, sorgte für eine tolle Festival-Atmosphäre beim Neujahrsempfang der Gemeinde Ronneburg. Fast 50 Sänger, darunter auch viele Kinder, standen auf der Bühne. J Fotos: Habermann

Ronneburg. Die Gemeinde Ronneburg hebt sich von der Masse ab: Bei ihrem Neujahrsempfang gab es keine großen Reden über Terrorismus und Weltpolitik, sondern Lieder des "Integrationschors" und Infostände, an denen sich die Vereine vorstellten.

gab es keine

Von Rainer Habermann

Für ganz eigene „Ronneburger Lösungen“ ist Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD) immer gut, so auch beim Neujahrsempfang in der Mehrzweckhalle. Und so hob sich die kleine 3400-Seelen-Gemeinde ab von den großen Worten und langen Reden bei den üblichen Empfängen, präsentierte ihren „Integrationschor“ auf der Bühne und ihre Vereine im Saal.

Er wolle ausdrücklich nicht „über Terrorismus, internationale und nationale Politik und über die Gesetzeslage“ sprechen, so Hofmann. Dafür aber darüber, „was wir getan haben, um als Ronneburger unsere Verantwortung für in Not geratene Menschen wahrzunehmen“.Vorbildliche BetreuungsarbeitHiermit meinte der Bürgermeister die rund 80 geflüchteten Menschen, welche die Gemeinde 2015 und 2016 aufgenommen hatte, und die vorbildliche Betreuungsarbeit, die der vielköpfige „Arbeitskreis Flüchtlinge“ der Gemeinde geleistet habe. Der Arbeitskreis wurde im Verlauf des Abends geehrt, seine Mitglieder mit Urkunden ausgezeichnet.Auf der großen Vorbühne hatte indes die Musik das Sagen, gewissermaßen. Der fast 50-köpfige „Begegnungschor“, bestehend aus Flüchtlingen und einheimischen Sängern, von Chordirektor Michael Schnadt auch als „Integrationschor“ vorgestellt und geleitet, entpuppte sich als Fun- und Pep-Festival, das seinesgleichen sucht."Backe backe Kuchen" ist höchst integrativ Er ist der erste seiner Art in der gesamten Region. Spaß hatten die Choristen sehr viel, bei den Proben wie auf der Bühne. Dass „Backe backe Kuchen“ höchst integrativ sein kann, zeigten Kinder und Erwachsene des Chors auf ulkige Weise, und der Chef ebenso: Schnadt zog sich kurzerhand eine Kochmütze aufs Haupt.Der Spielmanns- und Fanfarenzug Ronneburg unter dem Dirigat von Jasmin Köhler eröffnete mit einem pfiffigen „Forever“ den Reigen der Musikbeiträge, fortgesetzt vom Liederkranz Neuwiedermuß, ebenfalls unter der Leitung von Schnadt, und dem Volkschor Hüttengesäß, dirigiert von Matthias Heil. Die „Mondays“ mit ihrem Chef Michael Habermann lieferten gefällige Beatles- und Bee Gees-Medleys ab, und schließlich sorgte das „Haus der Musik“ in Steinheim – auch hier hat Schnadt das Sagen – mit seiner Dozenten-Bluesband für den rockig-bluesigen Part des Abends.Novum in der Geschichte Von der Bühne ging es dann hinein in den Saal, wo an der Rückwand Vereine wie die Freiwillige Feuerwehr, das DRK, der Obst- und Gartenbauverein, die Imker und natürlich die Landfrauen Info-Stände aufgebaut hatten: ebenfalls ein Novum in der Geschichte Ronneburger Neujahrsempfänge.Den „Schritt ins Ehrenamt“ verkörperte Patricia Ortmann, Leiterin des Freiwilligenzentrums Gießen, Moderatorin und Journalistin. Ihr Satz: „Lasst uns Zeit stiften für das Gemeinwohl: Das sind nämlich wir!“ Sie ist auch in der Dorferneuerung engagiert, man kennt sie gut in Ronneburg.Begrüßung mit "Glücks-Cent"Die Landfrauen sorgten auch – wie jedes Jahr – für das leibliche Wohl der Gäste, und Schornsteinfeger Andreas Kreibich am Eingang für die Begrüßung mit einem „Glücks-Cent“. Geehrt wurden beim Neujahrsempfang – neben dem Arbeitskreis Flüchtlinge – die Ehrenamtler im Fallbachhaus, Rainer Gross, Maria Janning und Marga Schmidt.Ebenso fand Wolfgang Schmidt Anerkennung für seine Verdienste um die Dorfgemeinschaft Neuwiedermuß. Die Ehrung für die Ronneburger Sportlerin und international erfolgreiche Sportschützin Doreen Vennekamp musste verschoben werden, weil die „Hubertus“-Schützin im Wettkampf unterwegs war.

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