Gut eingestellt: Die 43 Acht- bis Zwölfjährigen boten unter der Leitung von Niclas Grebe beim Abschlusskonzert bemerkenswerte Leistungen. Foto: Ingbert Zacharias

Ronneburg

LMJ-Musikfreizeit: Nachwuchs haut auf die Pauke

Ronneburg. Lang anhaltender Applaus und sogar stehende Ovationen: Diesen wohlverdienten Beifall holten sich 43 Jungen und Mädchen im Alter zwischen acht und zwölf Jahren in der Aula des Jugendzentrums für ihre Leistung im Abschlusskonzert der von der Landesmusikjugend Hessen (LMJ) veranstalteten Freizeit „Music for Kids 2019“.

Von Ingbert Zacharias

Die anwesenden Eltern und Freunde der Jungen und Mädchen zeigten sich begeistert vom klangvollen Zusammenspiel der jungen Musiker, die erst am Montag zuvor mit der gemeinsamen Arbeit an den Blasinstrumenten und Schlagwerken begonnen hatten.

„Die Kinder kommen von den verschiedensten Musikvereinen aus ganz Hessen und können während der Freizeit ihre Fertigkeiten präsentieren und weiter ausbauen“, sagt Lisa Dörr, Jugendkoordinatorin in der LMJ.

„Wir veranstalten in jedem Jahr ein solches Treffen, das wir in eine Gruppe der jüngeren und eine Gruppe der älteren Kids aufgeteilt haben.“ Die Jüngeren machten den Anfang und hatten gerade einmal drei Tage Zeit, sich in ihre Instrumentengruppen und das große gemeinsame Orchester einzuarbeiten. Und es war – neben dem angebotenen Rahmenprogramm – in dieser kurzen Zeitspanne einiges an musikalischer Arbeit zu stemmen.

Bei LMJ-Musikfreizeit im Ronneburger Juz zahlt sich konzentriertes Üben aus

„Es ist schon erstaunlich, wie sich die Kinder während dieser kurzen Zeit an ihren Instrumenten weiterentwickelt haben“, meint Dirigent Grebe mit Blick auf die musikalische Leistung der Kinder, die zwischen einem und vier Jahren Erfahrung mit ihrem Instrument haben.

So vielfältig die Musikwerkzeuge sind, so verschieden sind auch die Gründe, warum die Kinder ihr Instrument ausgewählt haben. Der zehnjährige Lars etwa hatte – weil sein Vater es im Verein spielt – zunächst ein Auge auf das Saxophon geworfen, sich dann aber doch für die Klarinette entschieden. Sarah (elf) konnte bereits gut Flöte spielen, als sie in der Schule auch einmal andere Holz- und Blechblasinstrumente ausprobierte. Der beste Ton kam dabei aus der Trompete heraus – und dabei blieb es bis heute.

Vielfältige Gründe für die Auswahl des Musikinstruments

Etwas kurios hört sich die Sache bei der gleichaltrigen Amiya an. „In meiner Familie spielen alle Trompete, sogar die Großeltern. Also war es für mich eine klare Sache, dass ich auch Trompete lerne“, lacht das Mädchen aus dem Jossgrund, das schon als Kleinkind unbedingt damit beginnen wollte, sich aber erst seit zwei Jahren intensiv mit dem Instrument beschäftigt. Wie ihre Mitstreiter spielt sie in einem der zahlreichen Musikvereine, die ihren Nachwuchs zu der von der LMJ angebotenen Freizeit ins Jugendzentrum entsenden.

„Die großen Vereine sind mit ihren Mitteln in der Lage, vereinsinterne Veranstaltungen dieser Art für ihren Nachwuchs auszurichten“, erklärt Lisa Dörr. „Kleinere Vereine dagegen, die oft nur über eine Handvoll Kids verfügen, können so etwas oftmals nicht – und hier kommen wir mit unserem Angebot ins Spiel.“

Musikfreizeiten wichtig für die Entwicklung der Kinder

Solche Musikfreizeiten seien sehr wichtig für die Entwicklung der Kinder, ergänzt Dirigent Niclas Grebe die Worte der Jugendkoodinatorin. „Es ist insbesondere der ausgesprochene Teamgeist, der die Kids während der kurzen Zeit in eine Gemeinschaft zusammenwachsen lässt. Und das große Konzert am Ende der Freizeit ist für alle Motivation genug, auch einmal eine konzentrierte Probe über ein paar Stunden durchzustehen.“

Der junge Orchesterleiter, der Musik im Lehramt studiert, ist in diesem Jahr zum letzten Mal mit dabei, da er demnächst in den Schuldienst wechseln wird. Somit hat er, nach fünfjähriger Tätigkeit in diesem Amt, auch letztmalig die musikalische Leitung über die Gruppe der Zwölf- bis 15-Jährigen, die seit Donnerstag im Jugendzentrum gemeinsam an ihren instrumentalen Fähigkeiten feilen und für das Abschlusskonzert am kommenden Sonntag proben.

„Bei diesen jungen Musikern ist natürlich der Anspruch an das vorhandene Können am Instrument schon deutlich höher als bei den jüngeren Kids“, sagt der 32-Jährige und hebt hervor, dass sich diese gesteigerten Fähigkeiten auch im Programm des Abschlusskonzertes widerspiegeln.

Motto "Welcome to adventure" mit bekannten Filmmusiken

Während bei den Jüngeren das Freizeit-Motto „Die Monster sind los“ seinen Einfluss in die Darbietung des Orchesters hatte, steht die Freizeit „Music for Teens 2019“ der rund 60 Älteren unter dem interessanten Motto „Welcome to adventure“. Die Programmpunkte des Abschlusskonzerts setzen sich aus bekannten Filmmusiken wie etwa „Star Wars“, „Mission Impossible“, „Harry Potter“ oder „El Dorado“ zusammen, deren handwerkliche Umsetzung schon einiges Können bei den Teens voraussetzt, so der Dirigent, der sich auf den letzten gemeinsamen Auftritt mit der Landesmusikjugend freut.

Wer das Abschlusskonzert von „Music for Teens 2019“ am morgigen Sonntag um 15 Uhr im großen Saal des Juz Ronneburg miterleben möchte, ist dazu herzlich eingeladen.

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