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Kampf gegen Raser: Ronneburg will Tempo-60-Zone ausweiten

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Der Straßenverkehr wird immer stärker – selbst Neuwiedermußer haben es manchmal schwer, von ihrer Ortschaft auf die Landesstraße 3193 zu gelangen. Die Gemeinde Ronneburg fordert deshalb von Hessen Mobil, die Tempo-60-Zone auszudehnen. Foto: Häsler
Der Straßenverkehr wird immer stärker – selbst Neuwiedermußer haben es manchmal schwer, von ihrer Ortschaft auf die Landesstraße 3193 zu gelangen. Die Gemeinde Ronneburg fordert deshalb von Hessen Mobil, die Tempo-60-Zone auszudehnen. Foto: Häsler

Ronneburg. Über die Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Landesstraße 3193 zwischen Alt- und Neuwiedermuß wird seit Jahren diskutiert. Oder besser: die nur noch reduziert vorhandene 60-km/h-Beschränkung. Am Donnerstagabend startete die Ronneburger Gemeindevertretung einstimmig eine neue Initiative, die 60er-Zone auszuweiten.

Von Rainer HabermannSie bildet seit Jahren einen Zankapfel zwischen der Gemeinde Ronneburg und Hessen Mobil, der Straßenverkehrsbehörde: die Geschwindigkeitsbeschränkung auf der Landesstraße 3193 zwischen Alt- und Neuwiedermuß.

Helga und Reiner Schmidt, das Landwirtsehepaar, das gut 400 Meter vor dem Ortseingang Neuwiedermuß einen Hof mit Nutztierhaltung und einer Biogasanlage betreibt, brachte auf den Punkt, was wohl so einige Ronneburger denken: „Viele Autofahrer, die aus der 60er-Zone Richtung Hüttengesäß herauskommen, treten dann so richtig aufs Gas. Ohne zu bedenken, dass in der lang gezogenen Kurve auch noch unsere Hofzufahrt auf die L3193 trifft.“„Einige Beinahe-Unfälle“Helga Schmidt, Gemeindevertreterin für die CDU, konkretisierte noch einmal drastisch, was das bedeutet: „Wir hatten schon so einige Beinahe-Unfälle, weil unsere Traktoren natürlich auch aus der Hofzufahrt auf die Landesstraße müssen, und die naturgemäß etwas langsamer sind.“

Außerdem beschwerten sich auch zunehmend Bürger aus Neuwiedermuß über zunehmende Lärmbelästigung, da nach der Neugestaltung der Ortsumgehung Hüttengesäß die Strecke für Autofahrer – und auch den Schwerverkehr – aus Richtung Büdingen attraktiver geworden sei, in zeitlicher Hinsicht, um dann an der Auffahrt Langenselbold West auf die Autobahn A45 zu gelangen. Auch werde es wegen des zunehmenden Verkehrs schwerer, aus Neuwiedermuß über die Hanauer Straße auf die in diesem Bereich schwer einsehbare L3193 zu kommen.

SPD-Fraktion stellt Antrag ans GemeindeparlamentDies alles hat die SPD-Fraktion nun dazu bewogen, ihren Antrag ans Gemeindeparlament zu stellen, der Gemeindevorstand möge doch erneut Verhandlungen mit Hessen Mobil aufnehmen, um die Tempo-60-Zone zumindest bis in den Bereich der Zufahrt zum Schmidt’schen Hof auszudehnen.

Die CDU-Fraktion stimmte geschlossen zu, mit dem Hinweis ihres Fraktionschefs Jürgen Scharfenorth, die SPD sollte dann aber auch weitere Gefahrenstellen in Ronneburg in kritische Betrachtung ziehen. Außerdem wurde der Antrag ergänzt um den Vorschlag, ein Hinweis- und Warnschild auf die Hofzufahrt aufzustellen.Angelegenheit ist ein alter HutDie ganze Angelegenheit ist eigentlich ein alter Hut. Aus schier unerfindlichen Gründen, wohl weil die Strecke keine signifikante Unfallhäufung aufwies, hatte das Hessische Verkehrsministerium sich im Jahr 2013 entschieden, die davor bestehende, längere Tempo-60-Beschränkung komplett aufzuheben.

Die Gemeinde Ronneburg sieht das völlig anders. Gerade wegen der Geschwindigkeitsbeschränkung habe es keine nennenswerten Unfallzahlen gegeben. Und Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD) habe sich daraufhin dafür eingesetzt, wenigstens unmittelbar im Bereich der Abzweigungen nach Neu- und Altwiedermus – und gerade auch der häufig kritischen Abzweige zur Ronneburg und zum Jugendzentrum Am Weißen Stein, die 60er-Zone wieder zu installieren – erfolgreich, aber eben nicht erfolgreich genug. Man darf gespannt sein, wie die landeseigene Straßenbehörde Hessen Mobil auf die erneute Forderung nach längenmäßiger Ausdehnung der Geschwindigkeitsbeschränkungszone reagiert.

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