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Hobbyfotograf Wolfgang Fandrich fängt besondere Momente ein

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Von: Patricia Reich

Auch im heimischen Garten liegt Hobbyfotograf Wolfgang Fandrich auf der Lauer, um die heimischen Vögel mit seiner Kamera einzufangen.
Auch im heimischen Garten liegt Hobbyfotograf Wolfgang Fandrich auf der Lauer, um die heimischen Vögel mit seiner Kamera einzufangen. © Patricia Reich

Ganz am Ortsrand von Neuwiedermus wohnt Wolfgang Fandrich. Der Natur- und Tierfotograf hat von seinem Haus aus einen guten Blick auf das, was er mit am liebsten mag: die Natur. „Ich bin kein Großstadtmensch. Das ist mir zu viel in der Stadt“, erklärt der 71-Jährige, der auch mal kurzzeitig in Rodenbach gelebt hat.

Ronneburg/Rodenbach – Dennoch ist ihm die nächste größere Stadt Hanau nicht fremd. Viele Jahre seines Lebens arbeitete er dort als Schwimmmeister und Masseur. Auch jetzt im Ruhestand hilft er noch ab und an älteren Menschen bei der Verrichtung alltäglicher Arbeit und bietet Massagen an. „Das hält mich fit“, erklärt er.

Doch wer wie Fandrich mit einem 35 Kilo schweren Rucksack, gefüllt mit einer kompletten Kameraausrüstung, durch Europa zieht, um die perfekten Fotos von Tieren zu schießen und dabei auch mal ein oder zwei Tage Schlaf im eigenen Auto oder unter einer Plane in der freien Natur in Kauf nimmt, der kann mitnichten als gebrechlich beschrieben werden.

Fotografieren und Extremsport

Bereits in den 70er-Jahren loderte seine Leidenschaft fürs Fotografieren auf und ersetzte kurzzeitig seine andere Leidenschaft, den Extremsport. „Ich bin ein großer Motorsportfan. Außerdem bin ich Mountainbike-Rennen zum Beispiel in den Alpen gefahren. Dabei hatte ich auch schwere Unfälle und bin gerade mal so mit dem Leben davon gekommen. Der Familie zuliebe habe ich den Extremsport ruhen lassen und habe mir ein anderes Hobby gesucht – die Fotografie“, erzählt der dreifache Vater. Mit Hochzeitsfotos und Aktbildern finanzierte er sich damals seine Kameras.

Reise nach Namibia bringt ihn zurück zur Fotografie

Nach seiner Scheidung rückte der Sport wieder in den Vordergrund, die Kamera verschwand. Doch im Alter von 60 Jahren reiste er nach Namibia. „Da kann man ohne Fotoapparat nicht hinfliegen. Also kaufte ich mir eine Digitalkamera.“ Kaum wieder zu Hause angekommen, war die Flamme wieder entfacht. „Ich kündigte meinen Bausparvertrag und legte mir eine Fotoausrüstung zu.“

Mit der Kamera ertappt: Reichlich Futter findet der Dachs auf diesem Ameisenhügel.
Mit der Kamera ertappt: Reichlich Futter findet der Dachs auf diesem Ameisenhügel. © PM

Nach einer Reise in den Nationalpark Bayerischer Wald habe es dann richtig angefangen mit der Naturfotografie. „Auf meinen Fotoreisen bin ich sehr oft in der Mecklenburgischen Seenplatte unterwegs“, zählt der in der Uckermark geborene Naturliebhaber auf, „aber auch an der Ostsee, in Südtirol, in Norwegen und seit Kurzem viel auch in Baden-Württemberg, da gibt es viele Vögel aus dem Süden wie den Bienenfresser oder den Purpurreiher.“

Vögel als Hauptmotiv

Eines der ausgestellten Bilder: Der Bienenfresser zählt zu den farbenprächtigsten Vögeln.
Eines der ausgestellten Bilder: Der Bienenfresser zählt zu den farbenprächtigsten Vögeln. © PM

Damit kommt Fandrich auch gleich auf seine Hauptmotive zu sprechen. „Vögel sind eben überall anzutreffen.“ Doch auch andere Tiere fängt er gerne mit der Linse ein. „Manchmal liege ich so lange auf dem Bauch, dass ich kaum mehr hochkomme. Aber man muss auf Augenhöhe sein, um ein Tier zu bekommen.“

Acht bis neun Stunden harrt er bisweilen in seinen Verstecken aus. „Und manchmal kommt kein einziges Foto dabei raus“, ergänzt der Hobbyfotograf lachend, der sich in der Bürgerinitiative „Rettet das Ronneburger Hügelland“ engagiert. „Zum Beispiel wollte ich mal Eisvögel fotografieren. Gehört habe ich sie, aber nicht gesehen.“

Hirsch wollte mit ihm kämpfen

Gefährlich sei es alleine in der freien Natur meist nicht. Aber Fandrich hat auch die ein oder andere kniffelige Situation schon erlebt. „Ein Hirsch in der Brunft wollte mich auffordern, mit mir zu kämpfen. Hat sich hufescharrend vor mir aufgebaut. Aber da muss man einfach ruhig bleiben“, erzählt er recht gelassen. „Ich war auch schon mit Wölfen im Gehege. Die Tiere müssen die Möglichkeit haben, wegzukommen. Dann passiert auch nichts.“

Stets bildet er sich in Sachen Fotografie weiter, hat vier Fachzeitschriften abonniert, ist Mitglied im Deutschen Verband für Fotografie und beim Naturfoto-Team-Limes und nimmt regelmäßig an professionellen Fotoseminaren teil. Vor allem Makroaufnahmen haben es ihm angetan. „Es sind unheimlich schöne Tiere, diese kleinen. Es gibt viele Fliegen mit einer unglaublichen Farbenpracht.“

In seinem Fotoarchiv habe er zwei Tiere, von denen er nicht wisse, um welche es sich handele. „Ich habe eine Spinne, die wie ein Clown aussieht. Die Fotos habe ich zwar an Universitäten geschickt, aber noch keine Antwort erhalten.“

Bis zu 15 000 Bilder schießt Fandrich pro Jahr. Für manche seiner Bilder hat er bereits Auszeichnungen erhalten. 40 seiner Werke sind ab heute im Medientreff Rodenbach ausgestellt. „Es ist ein Querschnitt durch all meine Arbeiten: von Makroaufnahmen über Tiere bis zu Landschaften. Manche Aufnahmen aus Norwegen, manche, die die Gewitterstimmung auf der Ronneburg einfangen.“ Die Bilder können auch käuflich erworben werden. (Von Patricia Reich)

Ausstellung

Die Ausstellung „Faszination Tierfotografie“ von Wolfgang Fandrich ist ab heute, 21. Januar, bis einschließlich Donnerstag, 10. März im Medientreff der Gemeinde Rodenbach, Kirchstraße 9 a, zu sehen. Die 2G-Regelung ist zu beachten.

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