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Geschichten rund um die Burg: Frau spukt auf der Ronneburg

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In der idyllisch gelegenen Ronneburg ereigneten sich auch dramatische Vorfälle. So soll nach einer alten Sage der Geist einer ruhelosen Frau nach ihrem Kind suchen, das bei einem großen Brand im 17. Jahrhundert ums Leben kam. Foto: Kleine-Rüschkamp
In der idyllisch gelegenen Ronneburg ereigneten sich auch dramatische Vorfälle. So soll nach einer alten Sage der Geist einer ruhelosen Frau nach ihrem Kind suchen, das bei einem großen Brand im 17. Jahrhundert ums Leben kam. Foto: Kleine-Rüschkamp

Ronneburg. Gänsehaut auf der Ronneburg: In dem früheren Bergschloss soll es auch spuken. Einer alten Sage nach irrt der Geist einer verzweifelten Frau im Kemenatensaal umher, die dort ihr kleines Kind sucht.  Von Gespenstern und Geisterjägern erzählt der neueste Teil der Serie Geschichten rund um die Burg.

Von Hannah Pompalla

Es war ein kalter und regnerischer Winterabend. Burgverwalter Wolfgang Grün stand gerade in der Küche der Ronneburg, als plötzlich Schreie auf dem Dachboden ertönten. Dann schlich etwas an seinem Bein entlang. „Ich habe richtig gespürt, dass da etwas war“, erinnert er sich. 

Schnell schaltete er die Taschenlampe an – und erblickte die Burgkatze Tita. „Manche sagten auch, die Katze wäre eine alte, verwunschene Prinzessin“, sagt Grün. Denn manchmal sei das inzwischen verstorbene Tier an Orten erschienen, an denen es gar nicht sein konnte, wie im Nistkasten der Eulen im Dachboden über der Burgkappelle. „Da kommt man eigentlich nur von außen rein, wenn man fliegen kann“, erklärt er. Laute und irritierende SchreieBei den Geräuschen vom Dachboden handelte es sich im Übrigen um Tierschreie. „Im Frühjahr ist es besonders schlimm: Dann ist bei den Madern Paarungszeit“, sagt Grün. Die Mader würden dann besonders laute und irritierende Schreie von sich geben. Wenn man nicht wissen würde, was da los ist, könnte man denken, da wird gerade jemand erstochen, so Grün.Doch nicht nur Tiere sorgen in den Gemäuern für Gänsehaut: In dem früheren Bergschloss soll es auch spuken. Einer alten Sage nach irrt der Geist einer verzweifelten Frau im Kemenatensaal umher, die dort ihr kleines Kind sucht. Dieses soll bei dem großen Brand im Jahr 1621, der angeblich durch die Unachtsamkeit des damaligen Burgverwalters verursacht wurde, ums Leben gekommen sein. „Wir haben schon Anfragen bekommen, ob man nachts mal ein paar Tonaufnahmen machen könnte“, erzählt Grün. Böse BrunnengeisterEs habe sich aber um Möchtegern-Geisterjäger gehandelt, und er würde sich heute nicht mehr auf solche Aktionen einlassen, sagt er. Dennoch wird dem Burgverwalter manchmal etwas mulmig zumute, wenn er nachts alleine durch die dunklen Gänge und über die knarzenden Holzböden schreitet, um die Burg abzuschließen. „Ich würde nicht beschwören, dass es hier nicht spukt“, betont er.Düsterer, aber umso zweifelhafter ist die Geschichte von den bösen Brunnengeistern. „Beim Bau des Brunnens sind ganz viele Menschen gestorben“, erzählt Burgführer David Greaux den Besuchern. Denn beim Bau des 96 Meter tiefen Schachtes seien viele Arbeiter erstickt, und die Maßnahmen wurden deswegen für zwei Jahre unterbrochen – bis ein System mit einem Blasebalg entwickelt wurde, der Sauerstoff in den Brunnen blies und somit für genug Luft sorgte. „Man glaubt daran, dass die bösen Geister an die Brust fassen und das Herz anhalten“, sagt Greaux. „Das ist natürlich alles Kokolores“, lacht er.Geheimer Fluchtunnel?Des Weiteren wird über geheime Fluchtunnel gemutmaßt. Einer soll sich im Keller links neben dem ersten Tor befunden und zum Kloster Marienborn bei Büdingen geführt haben. Zumindest berichtete dies ein älterer Besucher, der in seiner Kindheit oft auf der Ronneburg gespielt habe und sich noch an diesen Tunnel erinnere. „Angeblich haben die Rittersleut' die Nonnen in Marienborn besucht“, erläutert Grün. In dem Zisterzienserinnenkloster seien zudem Babyskelette gefunden worden.Ein anderer Geheimgang habe die Ronneburg eventuell mit der früheren Burg Hardeck verbunden, dessen Ruine ebenfalls bei Büdingen liegt. Der Eingang könnte sich unter der Eisentreppe des Kemenatenbaus befinden, so Grün.Aber auch hier handelt es sich nur um reine Mutmaßungen, denn belegt ist gar nichts. Dennoch fühlen sich viele Menschen von derartigen Erzählungen angezogen – gerade weil sie wohl für immer ungeklärt bleiben.

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