Die Hauptversammlung des Gewerbevereins Ronneburgs im Gasthaus „Zur Krone“ stieß auf wenig Interesse. Zu Gast war Bürgermeister Andreas Hofmann (Zweiter von links), der sich einen starken Gewerbeverein als Ansprechpartner und Unterstützer wünscht. Foto: Ulrike Pongratz

Ronneburg

Geringe Beteiligung an Versammlung des Gewerbevereins

Ronneburg. Das Interesse an gemeinsamen Aktivitäten der Gewerbetreibenden in Ronneburg ist gering. „Es tut sich nichts“, musste der Vorsitzende des Gewerbevereins Ronneburgs, Dirk Specht, zu Beginn der Hauptversammlung leicht resigniert feststellen.

Von Ulrike Pongratz

Nach sehr guten Aktionen wie „Ronneburg bewegt sich“ oder der Einführung des Wertgutscheins „Ronneburger“ sei der Gewerbeverein, dem zurzeit 45 Mitglieder angehörten, seit 2016 kaum mehr aktiv.

Die Tagesordnung der Hauptversammlung beinhaltete insofern nur wenige, obligatorische Punkte wie die Berichte von Vorstand, Kassierer und Revisor, die Entlastung des Vorstands, Neuwahl des Revisors, Anträge und Verschiedenes. Zu Beginn der Sitzung erinnerte man in einer Schweigeminute an das verstorbene Mitglied Gerhard Röder.

Vorsitzender Dirk Specht berichtete kurz, dass man 2018 den lokalen Einkaufsgutschein wieder beworben und eingeführt habe. Bislang seien 44 Gutscheine verkauft worden. Diese Wiederbelebung habe sich mit Werbekosten in Höhe von rund 250 Euro in der Bilanz des Vereins niedergeschlagen, wie Kassierer Jens Köhler darlegte. In etwa dieser Höhe waren für das Berichtsjahr auch Einnahmen zu verzeichnen.

„Ein Gewerbeverein ist für eine Kommune von Bedeutung.“

Zudem verfüge der Verein über ein Vermögen von rund 15 200 Euro, das auf zwei Konten liege. Mitgliedsbeiträge würden derzeit nicht erhoben. Da auch Revisor Jochen Schmidt nicht zu beanstanden hatte, konnte der Vorstand einstimmig entlastet werden. Neu wurde Hans Arndt in das Amt des Revisors gewählt.

Als Gast der Hauptversammlung wünschte sich Bürgermeister Andreas Hofmann (SPD) durchaus die Unterstützung des Gewerbes in Ronneburg. So würde zurzeit – wie berichtet – der Flächennutzungsplan (FNP) beraten und neu aufgestellt. Für künftige Ausweisungen von Gewerbe und Wohngebieten wäre beispielsweise wichtig zu erfahren, ob Betriebe aussiedeln oder sich vergrößern wollten.

„Ein Gewerbeverein ist für eine Kommune von Bedeutung. Man braucht Leute, mit denen man sprechen kann.“ Auch die Wiederaufnahme des „Ronneburgers“ befürwortete Hofmann. Dies sei eine Errungenschaft, um die ihn viele Amtskollegen beneiden würden.

50-Jahr-Feier 2020/21

Der Bürgermeister wies zudem darauf hin, dass die Kommune eine sehr hohe Kaufkraft besäße, Gewerbe hier also gut aufgehoben sei. Zudem – das zeige der Empfang im Rathaus – könne man jährlich etwa 300 bis 400 Neubürger begrüßen. „Auch in Ronneburg wandelt sich die Bevölkerung. Das sollte man nicht unterschätzen und die Leistungen für neue Klientel herausstellen“, meinte Hofmann im Hinblick auf die Außendarstellung der Gewerbetreibenden. Ronneburg sei eine prosperierende, kaufkräftige Gemeinde, leerstehende Immobilien würden in angemessenen Zeiträumen verkauft oder vermietet.

Die Kommune habe den Ausbau der Infrastruktur – Straßen und Breitband – auf der Agenda. Der Kreis fördere in einem Sonderprogramm den Breitbandanschluss für Gewerbebetriebe, erläuterte Hofmann, man könne mehr Bandbreite beantragen. Beim Thema „Ausbau der Landesstraße“ wurde der Bürgermeister etwas wortkarg, da die Realisierung sich durch eine Klage zu verzögern drohe.

Sehr gerne würde der Rathauschef den Gewerbeverein für die 50-Jahr-Feier 2021/22 gewinnen. Ein Festkomitee trage zurzeit Ideen zusammen, wie das Festjahr verschiedene Punkte der Gemeinde Ronneburg beleuchten könne. „Das Gewerbe ist ein wichtiger Bestandteil. Unterstützung wäre schön“, so Hofmann.

Man profitiere von der Kooperation

Der Appell des Bürgermeisters stieß bei den Anwesenden auf offene Ohren. Ob er darüber hinaus Gehör finden wird, bleibt abzuwarten. Dirk Specht könnte sich zur Wiederbelebung des Gewerbevereins einen Stammtisch vorstellen, eine Runde, um Gespräche aufzunehmen und sich auszutauschen.

Allerdings sind wohl nur wenige Geschäftsinhaber und Selbständige davon überzeugt, dass sie von einer Zusammenarbeit profitieren könnten. Dirk Specht sagt es so: „Viele befürchten, man nehme ihnen die Butter vom Brot, dabei ist es genau umgekehrt: Man könne noch eine Schicht draufschmieren.“

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