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Die Prüfungsbesten mit Obermeister Eberhard von Keutz (von links): ‧Alexander Reis, Philipp Riesenberger und Kai Leven.

Die Männer dominieren

Ausbildung erfolgreich absolviert: Freisprechung von 25 Kfz-Mechatronikern

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„Die Männer dominieren mal wieder“ – diese einfache, aber wahre Aussage traf Innungsobermeister Eberhard von Keutz, als am Donnerstagabend die erfolgreichen Absolventen der Sommer- und Winterprüfungen 2019/2020 zum Kfz-Mechatroniker im Bereich Hanau-Schlüchtern geehrt wurden; nur eine junge Dame konnte den begehrten Gesellenbrief entgegennehmen.

„Der Bandhaus-Saal auf der Ronneburg bildete auch in diesem Jahr wieder einmal den geeigneten Rahmen für die Freisprechung der Jung-Gesellin und ihrer 24 männlichen Ausbildungskollegen, die sich – oft in Begleitung ihrer Familien und Partner – recht zahlreich eingefunden hatten. Gerade diese nahen Angehörigen waren es, denen von Keutz für die Unterstützung der jungen Leute während der dreieinhalb doch recht anstrengenden Lehrjahre herzlich dankte. Gerade das Lernen würde viel Disziplin und Ausdauer erfordern, erklärte der Obermeister. Dies gelte auch für die notwendige Weiterbildung im Beruf.

Kein Ausruhen angesagt

 „Begabung ist eine tolle Sache, sie hängt aber halb vom Talent und halb vom Lernen ab“, ergänzte von Kreutz und wies dabei auf die galoppierende Entwicklung in der Elektronik und IT-Technik hin, die während der letzten Jahre im Fahrzeugbau Einzug gehalten hätte. Holger Gocke von der Handwerkskammer Wiesbaden ergänzte die Ausführungen des Obermeisters dahingehend, dass trotz der absolvierten Prüfungen jetzt aufgrund der sich ständig verändernden Technik kein Ausruhen angesagt sei. Hugo Klein, ehrenamtlicher Kreisbeigeordneter und früherer Berufsschullehrer, schloss sich den Worten seiner Vorredner an, gab jedoch zu bedenken, dass gerade die voranschreitende Umstellung der Motorentechnik vom Verbrenner hin zu alternativen Antriebsformen nicht überall Begeisterung auslösen würde. 

„Wenn statt der vielen bislang benötigten Aggregate im Motorraum nur noch Batterien benötigt werden, um den Motor zum Laufen zu bringen, stellt sich sicher auch irgendwann die Frage, ob man für Bau und Wartung dieser Fahrzeuge nicht auch weniger Leute benötigt“, so Klein. Ob hier allerdings allein der batteriebetriebene Elektromotor das Rennen macht oder aber die Brennstoffzelle ihren Siegeszug antritt, werden die Begleitumstände noch zeigen. Wichtig war dem ehemaligen Oberstudienrat aber der Hinweis an alle Prüfungsabsolventen, dass der gerade erworbene Abschluss auch zu einem Studium berechtigt. „Für dieses Studium braucht man kein Abitur wie in anderen Fächern – und eine solche Möglichkeit sollten Sie nutzen.“

Nachdenken über Weiterbildungsmöglichkeiten

Und genau über eine solche Weiterbildungsmöglichkeit hatten wohl auch schon die drei Jahrgangsbesten nachgedacht, die am Ende der Urkundenübergabe an die Jung-Gesellen nach vorne gerufen wurden. Kai Leven, der im Autohaus Krah + Enders in Maintal ausgebildet wurde und als drittbester Absolvent 87,5 Prozent im Gesamtergebnis erreicht hatte, strebt neben seiner Arbeit in einer freien Werkstatt im bayerischen Straubing ein duales Studium bei BMW in Dingolfingen mit der Zielrichtung Kfz-Ingenieur/IT-Technik an. Als Zweitbester der Prüfung mit erreichten 90,8 Prozent wurde Maximilian Reis (Firma Alexander Hein in Schöneck) nach vorn gerufen. 

Er hat sich bereits für einen speziellen Studiengang Kfz-Ingenieurswesen entschieden, der in Gießen angeboten wird. Dort wird er sicher auch wieder auf seinen Kommilitonen Philipp Riesenberger treffen, der ebenfalls bei Krah + Enders ausgebildet wurde und als Prüfungsbester mit guten 91,5 Prozent entsprechend geehrt wurde. „Es war doch schon recht umfangreich, was da aus 14 verschiedenen Bereichen für die Prüfung zu lernen war“, meinte Kai Leven mit einem kurzen Blick zurück auf das Ende der Ausbildung.

Ein richtiges Lachen im Gesicht

 „Die mündliche Prüfung war Mitte Dezember und die praktische stand schon im Januar an. Da waren natürlich keine Feiertage mit Faulenzen angesagt, sondern nur Lernen“, berichtete der 22-Jährige schmunzelnd. Ein richtiges Lachen im Gesicht hatte dagegen Kim Steffan (Autohaus Lotz & Schreiber in Hanau) als einzige Dame in der großen Riege der Jung-Gesellen. Wie sie, so werden wohl einige der anderen Freigesprochenen als nächstes Ziel den Meisterbrief ins Visier nehmen. Andere wiederum liebäugeln schon mit einem Job in einem großen Unternehmen und den dazu gehörenden Aufstiegsmöglichkeiten. 

Wie auch immer die Zukunftspläne der neuen Jung-Gesellen sein werden – eines brachten alle Ausbilder und Vertreter der Kfz-Innung klar und deutlich zum Ausdruck: Die beruflichen Möglichkeiten für die jungen Leute sind breit gefächert. Allerdings ist für alle diese Vorhaben eine gute und kontinuierliche Weiterbildung unbedingt erforderlich.

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