Der Gospelchor Sunrise unter Leitung von Rike Alpermann-Wolf gab den Takt der flotten und fröhlichen Lieder vor – und alle sangen mit. Fotos: Pongratz

Rodenbach

Weltgebetstag in Rodenbach blickt auf Frauen in Surinam

Rodenbach. Am Weltgebetstag richten Frauen weltweit ihren Blick auf die Welt. Unterschiedliche Länder stehen im Fokus, diesmal Surinam.

Von Ulrike Pongratz

Viele Gläubige folgten am Freitagabend der Einladung zum Gottesdienst am Weltgebetstag in die evangelische Kirche. Die Liturgie der Frauen, die über 24 Stunden und über alle Kontinente in 170 Ländern gefeiert wird, kommt für 2018 aus Surinam und steht unter dem Motto „Gottes Schöpfung ist sehr gut!“

Fröhlich beginnt der Gottesdienst in Rodenbach, denn der Gospelchor Sunrise der evangelischen Gemeinde unter Leitung der Bezirkskantonistin Rike Alpermann-Wolf singt sich ein und lädt hierzu die Kirchenbesucher ein. Gemeinsam werden die schwungvollen Lieder geprobt, sodass auch die lateinamerikanischen Rhythmern und Stücke in Landessprache von allen im Gottesdienst mitgesungen werden. Ein Team aus 13 Frauen der evangelischen und katholischen Kirchengemeinde, das die Liturgie vorbereitet hat, liest die Textstücke im Wechsel und spricht für sieben Frauen aus Surinam – für Frauen wie Alima aus dem Volk der Arawak, das schon immer hier lebte. Sie setzt sich für ein Leben im Einklang mit der Natur ein. Oder Muyinga, die Nachfahrin von ehemaligen Sklaven aus Westafrika. Sie gehört zu den Maroons, die in kleinen Siedlungen im Landesinneren wohnen.

Frauen aus verschiedenen KulturenMei Ling, deren chinesische Ahnen auf den Plantagen arbeiteten, Carolina, eine Kreolin, die ihre fünf Kinder alleine ernähren muss, oder Willemien, eine Nachfahrin der Buren, blicken selbstbewusst und fröhlich in die Kamera. Shanti mit indischen Wurzeln oder Kartini aus Indonesien erzählen, wie alle Frauen, von ihren Regionen, die reich sind an Pflanzen und Tieren und an Bodenschätzen. Folgerichtig wird die Schöpfungsgeschichte aus dem Buch Genesis an diesem Abend gelesen.

„Gott, du Schöpferin unserer Welt“ singt die Gemeinde an diesem Abend und bittet zugleich um Vergebung für die Nachlässigkeit, mit der Menschen diese Schöpfung behandeln. In Surinam vergiftet Quecksilber aus dem Goldabbau das Trinkwasser, führt Müll in der Kanalisation zu Überschwemmungen, sind die Meeresschildkröten bedroht. Hier nennen die Frauen Massentierhaltung, Atommüll, Fluglärm.

Ermutigung zum GlaubenGottes Schöpfung zu bewahren ist die zentrale Botschaft des diesjährigen Weltgebetstages, an der christliche Frauen weltweit Anteil nehmen. Wie in Rodenbach teilen sie die Sorgen um diese Schöpfung Gottes, werden aber zugleich in ihrem Glauben ermutigt. Die Vision der Frauen ist eine Welt, in der Mensch und Natur in Einklang leben und vor allem die Frauen selbstbestimmt leben können.

„Ein Zeichen gelebter Solidarität“ wird mit der Kollekte gegeben. Damit sollen sich die Lebensbedingungen von Frauen in Surinam zum Besseren verändern. Mit der diesjährigen Kollekte werden über 100 Partnerorganisationen und deren Projekte unterstützt, die sich für Frauen und Mädchen weltweit einsetzen. Beispielsweise willdie Herrnhuter Frauenarbeit in den Gemeinden am Stadtrand von Paramaribo junge Frauen darin stärken, sich vor Ausbeutung und Missbrauch besser zu schützen.

In Rodenbach werden die Besucher des Gottesdienstes mit dem fröhlichen Gospel „Ich geh entschieden auf Gottes Wegen“ in den Abend entlassen. Der Tag endet im Gemeindehaus mit leckeren Gerichten nach Rezepten aus Surinam. 2019 wird der Gottesdienst für den Weltgebetstag, der immer am ersten Freitag im März stattfindet, von Frauen aus Slowenien vorbereitet, unter dem Titel „Come – everything is easy.

Das Spendenkonto für WGT 2018 lautet DE42 5206 0410 0404 0045 40, BIC GENO DEF1EK1.

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