Szenen aus dem GEW-"Trauerspiel": Schlechte Nachrichten, sprich doppelte Arbeit für drei der sieben Zwerge. Foto: Zacharias

Rodenbach

GEW unterstreicht mit "Trauerspiel" Forderung nach "A13 für alle"

Rodenbach. „Wir wollen den ganzen Keks und nicht nur die Krümel!“ Das war die Kernaussage beim vierten Aktionstag der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Mittwochnachmittag in Rodenbach.

Von Ingbert Zacharias

Die in den drei Kreisverbänden des Main-Kinzig-Kreises organisierten Lehrkräfte hatten in die Aula der Adolf-Reichwein-Schule eingeladen, um dort ein „Trauerspiel“ mit dem Titel „A13 für alle!“ aufzuführen.

Der nicht sehr lange Dreiakter brachte dann auch kurz, aber deutlich die Problematik der Pädagogen im Grundschulbereich an den Tag: Zu Beginn erscheint ein Mann in Anzug und Krawatte und hört einer Grundschullehrerin zu, die gerade versucht, ihren Lehrplan für den folgenden Tag irgendwie zu organisieren. Der Mann erklärt der Frau, welchen Aufgabenberg sie zu erledigen habe und wie unorganisiert sie dabei doch wäre.

Im zweiten Akt erfährt der Mann im Anzug von einer Überlastungsanzeige „bei den sieben Zwergen hinter den sieben Bergen“ und schaut dort nach. Er trifft auf die Rektorin, die gerade drei als Zwerge verkleideten Lehrerinnen klarmachen muss, dass die vier anderen Kolleginnen ausfallen und somit auf das übrig gebliebene Trio nun die doppelte Arbeit zu kommt.

Im letzten Akt nun taucht der bislang unbekannt gebliebene Anzugträger bei einer Lehrerin auf und macht große Versprechungen hinsichtlich kompetenter Unterstützung wie etwa Zusatzkräfte, Sozialpädagogen und Reaktivierung von pensionierten Lehrern; dies wird allerdings nur wahr, wenn sie seinen Namen errät. Die Lehrerin ruft schnell bei der GEW an und erfährt, dass der Unbekannte im Anzug der „Kultusminister Rumpellorz“ sei, der sich zum Schluss der Stückes ob seiner Enttarnung ärgert. Damit spielt die GEW auf Hessens Kultusminister Alexander Lorz an.

Nachdem der Applaus der nur rund ein Dutzend Zuschauer für das mit viel Humor und Engagement vorgetragene Stück verklungen war, richtete Heike Ricker-Fischer das Wort an die Anwesenden und schilderte kurz die Situation der Grundschullehrer in Hessen. Die Vorsitzende des GEW-Kreises Gelnhausen machte darauf aufmerksam, dass ab dem 14. November diese Lehrkräfte unbezahlte Arbeit leisten im Vergleich zu ihren Kollegen in den Haupt- und Realschulen, die nach der Besoldungsstufe A13 bezahlt werden.

Dies sei schon aufgrund der identischen Ausbildungszeiten ein Unding. Mit Blick auf den beschlossenen Landeshaushalt wies sie darauf hin, dass eine solche Stellenanhebung finanziell durchaus möglich sei und bereits in anderen Bundesländern wie etwa Berlin und Brandenburg umgesetzt werde. Bei weiteren Ländern wie etwa Sachsen wäre die Anhebung schon in der Planung. Der akute Lehrermangel zeige deutlich, dass es für eine Aufwertung des Berufs an der Zeit ist und insbesondere die Gleichwertigkeit von Grundschulpädagogen anerkannt werde.

SPD-Landtagsabgeordneter Christoph Degen, der die Veranstaltung ebenfalls besuchte, zeigte sich erfreut über das Engagement der Akteure, die trotz der beruflichen Belastung ihren Beitrag zum vierten Aktionstag „A13 für alle!“ einstudiert und mit viel Humor aufgeführt hätten. Schade sei aber, dass nur recht wenige Zuschauer, fast ausschließlich aus der Lehrerschaft, den Weg in die Aula gefunden hätten.

Dies sei für ihn auch ein Zeichen dafür, dass der zu bewältigende Aufgabenberg den Pädagogen nur selten den Freiraum lasse, eine solche GEW-Veranstaltung besuchen zu können. Etwas versöhnlich zeigte sich zum Schluss Ricker-Fischer, die – als Krümelmonster aus der „Sesamstraße“ verkleidet – an alle Anwesenden nicht nur Krümel, sondern ganze Kekse verteilte.

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